Pokal und Kranz als Belohnung: Niels Röttele aus Seelbach hat den ADAC-Bundesendlauf im Kartslalom in Garmisch-Partenkirchen gewonnen. Foto: Günter Lehmann

Niels Röttele hat seinen bislang größten Erfolg gefeiert: Der 15-jährige Seelbacher ließ beim Bundesendlauf im Kartslalom alle Konkurrenten hinter sich. Der Titel gibt ihm Rückenwind für sein Ziel, Profi zu werden. Denn auch am Rennsimulator läuft’s für ihn.

Zielsicher rast Niels Röttele durch einen Parcours aus rotweißen Pylonen. Der 15-Jährige beschleunigt sein elektrisches Kart in Sekundenschnelle, bevor er wieder abrupt abbremst, um den Scheitelpunkt der Kurve perfekt zu treffen. Geradeso passt das Kart zwischen den Pylonen hindurch, die Niels nicht berühren oder gar umwerfen darf. Es drohen nämlich Strafsekunden. Doch dem Seelbacher Nachwuchstalent gelingen zwei fehlerfreie Läufe – und das schneller als den 50 Konkurrenten in seiner Altersklasse. Der Lohn: ein großer Pokal und ein goldener Siegerkranz.

 

„Es war die Kirsche auf der Sahnetorte“, blickt der 15-Jährige, der für den MSRT Freiamt startet, auf seinen bislang größten Erfolg zurück. Das Ticket für den ADAC-Bundesendlauf in Garmisch-Partenkirchen hatte sich Niels als südbadischer Meister gesichert. Deutscher Meister darf er sich allerdings nicht nennen, der ADAC erhält erst im kommenden Jahr, wenn zwei Klassen zusammengelegt werden, die Namensrechte. Doch das ist für Niels kein Beinbruch. „Es war das erste Mal, dass ich so einen überregionalen Wettbewerb gewonnen habe. Bisher bin ich immer nur Zweiter oder Dritter geworden“, erzählt er stolz.

Großes Ziel, Profi zu werden

Der Sieg beim Bundesendlauf hat für den Schüler, dessen Vater in Seelbach eine Kfz-Werkstatt mit Fokus auf Motorentuning betreibt, auch eine symbolische Wirkung. „Ich erkenne, dass ich es schaffen kann“, sagt er. Denn sein großes Ziel ist es, Profi zu werden. Und zwar nicht im Kart, sondern in einem echten Rennauto.

@timroettele #fyp #nielsroettele #sieger #bundesendlauf #msrtfreiamt #ADAC #Kartslalom ♬ Originalton - Tim Röttele

Schon vor einem Jahr hat Niels unserer Redaktion berichtet, dass ihm sein Teamchef das Potenzial für eine Profi-Karriere im Rennsport bescheinigt hat. Der Seelbacher hat da etwa die DTM, eine GT 3-Serie, oder die GT 4 Germany im Sinn. Inzwischen ist er diesem Ziel „deutlich näher gekommen. Die Chancen sind größer geworden“, ist er optimistisch.

Im Online-Ranking vor dem Formel-1-Weltmeister

Auch mit 15 Jahren kann er noch nicht im echten Rennauto üben. Dafür ist er am Simulator umso fleißiger. Für sein Team „Pro-Sport Sim Racing“ tritt er regelmäßig online gegen Fahrer aus aller Welt an. Die Simulation ist dabei viel mehr als nur ein Computerspiel, wie man es vielleicht vereinfachend beschreiben könnte.

Selbst Profis wie Formel-1-Weltmeister Max Verstappen nehmen regelmäßig an solchen Events teil. Nicht nur aus Spaß, sondern auch zu Trainingszwecken. Tatsächlich ist Niels im weltweiten Online-Ranking „I Racing“ inzwischen in den Top 100 angekommen – und hat dabei den niederländischen Superstar hinter sich gelassen.

Erfahrungen aus dem Kart-Slalom helfen

Die Erfahrungen aus dem Kart-Slalom helfen ihm im Simulator sehr viel. „Es geht um das präzise Fahren. Es gibt viele verschiedene Linien, die alle leicht abweichend sind“, erklärt er. Von diesen Erfahrungen könnte er später auch einmal im echten Rennwagen profitieren, wenn es darum geht, „möglichst knapp an der Wand, am Kerb oder an der Grasnarbe vorbeizufahren“, um die beste Rundenzeit zu erreichen.

Kommendes Jahr vielleicht erstmals im echten Auto

„Mit ganz viel Glück“, sagt Niels, könnte er im kommenden Jahr das erste Mal im „Real Life“ im Rennauto an den Start gehen. Einen Führerschein braucht er dafür übrigens nicht, wohl aber Sponsoren. Die Formel 1, betont das Nachwuchstalent erneut, sei ausdrücklich nicht das Ziel. „Dazu braucht mal viel zu viel Geld“. Dass es mit einer Profi-Karriere in einer anderen Serie klappen könnte, scheint näher denn je. Die Leistung im Bundesendlauf in Garmisch war beste Eigenwerbung. Gut möglich, dass der goldene Siegerkranz nicht der letzte bleibt.

Die Laufbahn verfolgen

Wer die Karriere von Niels Röttele verfolgen möchte, hat über die Sozialen Medien die Gelegenheit dazu. Auf dem Tiktok-Kanal „Tim Röttele“ lädt sein Vater regelmäßig Kart-Videos hoch. Erfahrungen aus dem Simulator teilt Niels selbst auf dem Youtube-Kanal „Niels Röttele“. Dort wird er gerade jedoch zu einer Pause gezwungen – sein Simulator ist defekt.