Das Pflegehaus am Schloss in Wellendingen steckt in einem Insolvenzverfahren. Jetzt steht ein wichtiger Termin an. Wir haben mit dem Insolvenzverwalter gesprochen.
Der Schock in Wellendingen war zunächst groß: Ende vergangenen Jahres war bekannt geworden, dass über das Pflegehaus am Schloss mit seinen 49 Pflegeplätzen das Insolvenzverfahren eröffnet wurde.
Nun taucht das die Pflegehaus am Schloss GmbH & Co. KG erneut in den Bekanntmachungen des Amtsgerichts Rottweil auf: In dem Insolvenzverfahren über das Vermögen wurde ein Termin „zur Erörterung des Insolvenzplans und der Stimmrechte der Gläubiger und zur Abstimmung über den Insolvenzplan“ auf 2. Dezember bestimmt.
Doch was bedeutet das nun? Wir erkundigen uns in der Buchalik Brömmekamp Wirtschaftskanzlei in Düsseldorf, die als Verfahrensbevollmächtigte angegeben ist. Dort erreichen wir den zuständigen Rechtsanwalt Kilian Haus. Und der hat gute Nachrichten. Die Sanierung sei weitgehend abgeschlossen und man sei nun auf einem guten Weg, das Pflegehaus aus dem Insolvenzverfahren herausnehmen zu können.
Das Haus ist ausgelastet
Die Prognose sei gut. „Das Haus ist gut ausgelastet, alle Pflegeplätze sind belegt“, so Kilian Haus. Es sei gelungen, das Pflegehaus am Schloss wieder auf eine stabilere betriebswirtschaftliche Basis zu stellen.
Die Einrichtung in Wellendingen war Ende 2011 fertiggestellt worden, 2017 folgte ein Anbau, in dem weitere Pflegeplätze für Menschen mit Demenz im Endstadium entstanden.
Als Gründe für die 2024 entstandene Schieflage nennt der Rechtsanwalt „teilweise Altlasten“. Es habe in der Spanne zwischen Kostenerhöhungen und dem Zeitpunkt, dass diese dann bei den Pflegekassen geltend gemacht werden können, nicht ausreichend reagiert werden können. Dies sei generell schwierig im Pflegebereich, erklärt er. „Gewinne zu machen ist hier ganz schwer, es gibt keine großen Möglichkeiten, hier in die Kapitalrücklage zu arbeiten.“
Die Zeichen stehen gut
Nun stünden die Zeichen gut, dass die Gläubiger dem Insolvenzplan zustimmen und das Verfahren letztlich abgeschlossen werden kann. Eine gute Nachricht nicht nur für die rund 50 Mitarbeiter und die 49 Bewohner, sondern für ganz Wellendingen und die umliegenden Gemeinden.