Für den rechten Rand der Baulücke (Bildmitte) sieht der künftige Bebauungsplan zwei Mehrfamilienhäuser vor. Foto: Fahrland

Der Bebauungsplan "Am Rathausplatz" mit Plätzen für vier Einfamilienhäuser und zwei dreigeschossige Mehrfamilienhäuser befindet sich in der Phase der Offenlage zur Beteiligung der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange.

Oberndorf-Boll - Aus heutiger Sicht gehe man vom Spatenstich etwa zur Jahresmitte 2022 aus, gab Ortsvorsteher Wolfgang Schittenhelm bekannt.

Wie bereits in der Februar-Sitzung des Gemeinderats brachte Gremiumsmitglied Ralf Heinzelmann (CDU) nun auch gegenüber dem Ortschaftsrat sein Missfallen über die Mehrfamilienhäuser zum Ausdruck, bevor er auf die hiesige Bauplatzsituation und das innerörtliche Entwicklungspotenzial verwies. Er hätte sich eine gefälligere Optik gewünscht, die sich mehr dem ortsüblichen baulichen Charakter in der Dorfmitte anpassen sollte.

Alternative städtische Bauplätze als Vorschlag

Es gebe andere städtische Bauplätze als alternativen Standort für ein Mehrfamilienhaus in Boll, fuhr Heinzelmann fort. Er nannte mehrere abbruchfähige Gebäude, wie die leerstehende ehemalige Kreissparkasse neben dem Friedhof und das benachbarte "Haus Haag", in dem der Jugendclub und zwei Vereinszimmer untergebracht sind.

Dringend etwas geschehen müsse aus seiner Sicht mit dem nahezu unbewohnbaren Mehrparteienhaus an der Ecke Steigstraße/Sommerhalde, das der Oberndorfer Wohnungsbau GmbH (OWO) gehöre. Das heruntergekommene Gebäude entwickle sich zunehmend zum Schandfleck. Er forderte die Ortschaftsräte auf, "dranzubleiben, damit etwas passiert."

Abriss seit zwei Jahren geplant

Schittenhelm verwies auf eine Aussage des Ersten Beigeordneten der Stadt Oberndorf und Geschäftsführer der OWO Lothar Kopf. Demnach sei geplant, das Gebäude in zwei Jahren abzureißen, um neu zu bauen. Zuletzt habe die OWO laut Schittenhelm in Häuser auf dem Lindenhof investiert. Was den Friedhof angehe, biete sich die ehemalige KSK als einzige Erweiterungsfläche an. Denkbar seien zusätzliche Parkplätze oder ein späterer Ersatz für die kleine Aussegnungshalle, die vermutlich eines Tages nicht mehr den Anforderungen entsprechen werde.

Das Eckgrundstück biete eine Chance, die Kreuzung an der Lindenbühlstraße umzugestalten. Der Abriss sei seit zwei Jahren geplant, aber die städtischen Gelder anderweitig nötiger gebraucht worden.

Ein Ersatz für den Jugendclub müsse vorher noch gefunden werden, gab ein Gremiumsmitglied zu bedenken. "Wir haben nicht nur einen Mangel an Bauplätzen, sondern auch an Wohnungen", rechtfertigte Thomas Luthardt den Bebauungsplan "Am Rathausplatz".

Die Planungen des Ortschaftsrates seien seit 2018 stets in dieselbe Richtung gegangen und hätten der Schaffung von Bauplätzen über die Innenerschließung gedient, fügte Wolfgang Schittenhelm hinzu. Nicht zu vergessen sei, dass auf den Flächen der vier ausgewiesenen Flora-Fauna-Habitate in Boll nicht gebaut werden dürfe.

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