Sofie, Nick, Luis, Emmi und Nela entdeckten ihre Stiefel in einem Schaufenster. Foto: Baublies

Auffällig viele junge Lahrer waren am Samstag in der Innenstadt mit ihren Eltern unterwegs. Zum Nikolaustag warteten 350 Stiefel in den Schaufenstern auf ihre Entdeckung.

Auf dem Schlossplatz stellten Sarina Metzger von der Geschäftsstelle der Werbegemeinschaft, ihr Sohn Kilian und sein Freund Leo Tische unter einem Regenschutz auf. Für die richtige Adventsstimmung war das Wetter eindeutig zu warm und gelegentlich auch zu nass. Unter dem Baldachin warteten insgesamt 80 Nikolausstiefel auf ihre Besitzer (siehe Info).

 

Die Aktion Nikolausstiefel gibt es seit es den Weihnachtsmann in Lahr gibt (wir haben Jürgen Clever in der Rolle bereits vorgestellt). Soll heißen: Diese Idee, eine Woche vor dem 6. Dezember bis zur Suchaktion am Nikolaustag, ist so alt wie der Adventstreff auf dem Schlossplatz. In diesem Jahr haben 350 Kinder oder Eltern einen Stiefel (Halbschuhe werden in diesem Fall als Nikolausstiefel akzeptiert) in der Hütte des Weihnachtsmannes abgegeben. 270 Stiefel hat, vermutlich der Nikolaus, dann in insgesamt 18 Geschäften in der Lahrer Innenstadt gut sichtbar verteilt.

Metzger fängt mit den Vorbereitungen ungefähr zu der Zeit an, wenn die ersten Auslagen mit Weihnachtsgebäck gefüllt sind, also im Herbst. Es gelte, erklärt sie, Sponsoren zu finden, die bei der Aktion mitmachen. Heute hat sich das Verhältnis zwischen Nachfrage und Angebot umgekehrt. Zu Beginn haben vielleicht 30 Kinder mitgemacht und manche Geschäfte hätten Platz für zehn Stiefel oder mehr angeboten. Da es heute umgekehrt ist, betreut sie mit Unterstützung die 80 gefüllten Stiefel, für die es keinen Platz in Schaufenstern gegeben hat.

Sarina Metzger, ihr Sohn Kilian und dessen Freund Leo warteten am Schlossplatz auf Eltern und Kinder. Foto: Baublies

Und was passiert, wenn Kinder ihren Stiefel nicht finden? „Das kommt so gut wie nie vor“, ist sich Metzger sicher. Zum einen seien viele Kinder und deren Eltern „Wiederholungstäter“. Außerdem haben die Eltern eine Liste dabei, auf der alle Schaufenster aufgelistet sind, in denen der Nikolaus seine Spuren hinterlassen hat. „Die Stiefel finden ihre Kinder.“

Das sehen Sofie, Emmi und Nela sowie Nick und Luis sicher genauso. Sie sind mit ihren drei Müttern gemeinsam zwischen Rosenbrunnen und Sonnenplatz unterwegs. Der Besuch bei der Bäckerei Dreher war noch erfolglos. Diese Stiefel waren nicht die richtigen, haben sie korrekt erkannt. Emmi, die jüngste des Quintetts, ist dann vor einem Schaufenster des Juweliers Spinner quietschfidel. Sie hat ihren Stiefel mithilfe der Mutter Sarah Schwörer gefunden. Dass hier auch alle anderen Kinder fündig werden, ist kein Zufall. Die Stiefel haben sie gemeinsam beim Lahrer Weihnachtsmann auf dem Schlossplatz abgegeben.

Verlängerung

Die Stiefel bleiben bis diesen Samstag in den Schaufenstern. Dann sollten alle Kinder und Eltern die Zeit gefunden haben, nach ihrem Stiefel zu suchen. Sollten wider Erwarten Stiefel nicht abgeholt werden, sind Name und Adresse in jedem Stiefel hinterlegt. Das dient zum einen für alle Beteiligten zur Kontrolle, da die Eltern ein Duplikat bei der Abholung vorweisen. Zum anderen würde im unwahrscheinlichen Fall des Verlustes der Nikolaus sich auf die Post verlassen. Nur die 80 Stiefel vom Schlossplatz mussten am Samstag gefunden werden. Diese werden nicht noch einmal hier aufgestellt werden.