Schon seit 2016 befasst sich die Stadt Sulz mit dem Hochwasserschutz am Mühlbach. Voran geht es in kleinen Schritten. Jetzt hat der Gemeinderat zunächst Planungen, Vermessungen, Untersuchungen und Gutachten beauftragt.
Ein kleines Projekt wird das nicht. Der Gemeinderat von Sulz hat jetzt für den geplanten Hochwasserschutz entlang des Mühlbachs in Mühlheim, Renfrizhausen und Bergfelden vorbereitende Ingenieursleistungen in Auftrag gegeben. Allein für die Ingenieurshonorare gibt die Stadt nach derzeitigem Stand in diesem Jahr rund 330 000 Euro aus. Weitere 130 000 Euro sind im Haushalt für den notwendigen Erwerb von Grundstücken vorgesehen.
Die grundlegenden Überlegungen der Ingenieure waren bereits im Juli 2022 Thema im Gemeinderat gewesen. Die aus ihrer Sicht notwendigen Maßnahmen hatten die Vertreter des Ingenieurbüros Wald + Corbe in dieser Sitzung vorgestellt, sie waren dabei weitgehend den Überlegungen gefolgt, die sie wenige Wochen zuvor bereits in einer öffentlichen Veranstaltung in Bergfelden dargestellt hatten.
Fußweg anheben und Blocksatzwand hochziehen
Kernstück der Baumaßnahmen soll demnach ein 25 000 Kubikmeter Wasser fassendes Hochwasserrückhaltebecken am Ortsausgang in Bergfelden Richtung Vöhringen sein. Außerdem stand schon im Juli 2022 in den Plänen der Ingenieure, das Kanalnetz in Bergfelden unter anderem durch einen Noteinlauf leistungsfähiger zu machen sowie Rechen einzubauen.
In Renfrizhausen sollte der Weg auf linken Bachseite angehoben werden und auf der anderen Seite eine Blocksatzwand entlang des Weges hochzuziehen. Dammbalken sollten einzelne Gebäude schützen, alles ergänzt durch eine etwa einen Meter hohe und 60 Meter lange Schutzmauer. Diese sind auch in Mühlheim vorgesehen.
Zuschüsse vom Land nur mit Genehmigungsplanung
Die jetzt beauftragten Ingenieursleistungen umfassen unter anderem hydrologische Berechnungen, geotechnische Gutachten, die technische Planung sowie Umweltverträglichkeitsgutachten. Sie alle sind die Voraussetzung für die Genehmigungsplanung. Diese wiederum ist notwendig, damit die Stadt Sulz beim Regierungspräsidium für den Hochwasserschutz Landeszuschüsse beantragen kann. Den dazu außerdem notwendigen Hochwasseralarmplan hat Sulz bereits.
Außer der Genehmigungsplanung muss Sulz parallel auch noch einige Grundstücke erwerben. Wann die Arbeiten am Gewässerschutz beginnen können, ist offen. Der Förderantrag beim Regierungspräsidium muss jeweils bis zum 1. Oktober gestellt werden. Dass das schon vor dem 1. Oktober 2023 möglich ist, hält die Verwaltung aufgrund der umfangreichen Planungen für unrealistisch. Dort geht man davon aus, dass diese wohl erst Ende 2023 vorliegen. Der Förderantrag könnte dann erst 2024 gestellt werden.