„Wilma Wunder“ lockt Gäste bereits seit Wochen in den früheren „Schwanen“ in Freudenstadt. Im selben Gebäude wurde nun das Hotel „Moe“ eröffnet.
Seit Montag ist es möglich, im Internet Übernachtungen im neuen Hotel „Moe“ in Freudenstadt zu buchen. Es wurde am Samstagabend mit einer denkwürdigen Feierstunde der Öffentlichkeit vorgestellt. „Sie haben an einem prägenden Gebäude mitten in der Stadt einen wesentlichen Beitrag zur Stadterneuerung hervorragend umgesetzt“, gratulierte Bürgermeister Wolfgang Fahrner Projektentwickler Orhan Tiryaki aus Freudenstadt. Die Stadt wisse dies zu schätzen.
Mit der Eröffnung des „Moe“ geht die Ära des Traditionshotels „Schwanen“ am Kasernenplatz endgültig zu Ende. Das „Moe“ ist ein Serviced Apartments-Projekt, das sich über die zur Forststraße gelegene ehemalige Rückfront des „Schwanen“ (dort ist auch der Eingang) und die drei darüberliegenden Etagen ausdehnt. Das Erdgeschoss, also der frühere Gastraum, wird seit Wochen von der Restaurant- und Café-Kette „Wilma Wunder“ mit viel Erfolg betrieben.
Restaurant und Hotel haben zwar unterschiedliche Betreiber, arbeiten aber zusammen. Denn das „Moe“ ist kein Hotel herkömmlicher Art. Es verfügt über keine Rezeption und keine Zimmerschlüssel, es bietet selbst kein Frühstück. Buchung und Belegung der Zimmer erfolgen über ein hochmodernes Codesystem per Internet.
Gewölbekeller von 1720
Das Gebäude ist ein Zeitzeuge Freudenstadts. Der Gewölbekeller des mächtigen Hauses stammt aus dem Jahr 1720. Es wurde 120 Jahre lang als Gasthof und Hotel von Generationen der Familie Bukenberger betrieben. Die 2024 begonnene Generalsanierung reichte vom Keller bis zum Dach. Dieses wurde ausgebaut und bietet Platz für einige zusätzlich große Zimmer. Das Haus hat jetzt 21 Zimmer auf drei Stockwerken in individuellen, interessanten Zuschnitten, Größen und Klassifikationen, raffiniert und mit viel Fingerspitzengefühl in Form und Farbe in die Architektur des denkmalgeschützten Hauses eingepasst.
Gebäude ist mehr als 300 Jahre alt
Die Zimmer sind geschmackvoll modern und zweckdienlich eingerichtet, haben zumeist kleine Teeküchen und allen Komfort eines zeitgemäßen Hotelzimmers. Außen wie Innen ist mit der Erneuerung des mehr als 300 Jahre alten „Schwanen“ mithilfe von 36 Firmen und mehr als 200 Handwerkern ein großer Wurf gelungen.
Damit seien, so gestand bei der Eröffnungsfeier Orhan Tiryaki, Chef des Freudenstädter Projektentwicklers „Tiryaki Real Estate Development“, seine Vision und sein Traum in Erfüllung gegangen. In einer sehr persönlichen Rede erinnerte er an den Juni 2021, als er der Familie Bukenberger den Kauf des „Schwanen“ vorschlug, an viele mühseligen Stationen des Planens, Überlegens und Umsetzens, die im Einbau eines hochmodernen Aufzugs in einen Gewölbekeller von 1720 ihren Höhepunkt erreichten.
Dank an Frau und Neffe
Tiryaki an alle Handwerker gerichtet: „Ihr habt meine Visionen, meinen Wahnsinn mit unfassbarer Geduld in Realität umgesetzt.“ Sein besonderer Dank galt dem Projektleiter vor Ort, seinem Neffen Ugur Tiryaki sowie seiner Frau Mürüvet: „Ohne dich wäre dieses Haus immer noch nur eine Skizze im Kopf.“
Bei der von Musik umrahmten Feierstunde nahm die Familie Tyriaki Glückwünsche von zahlreichen Baufirmen, Freunden, Partnern und Gästen entgegen, darunter Stadträte und Vertreter verschiedener Organisationen. Bürgermeister Fahrner zeigte sich froh und dankbar über die gelungene Verwirklichung des Projekts – trotz aller Auflagen des Denkmalschutzes. Das Vorhaben sei aus Landesmittel des Programms Entwicklung ländlicher Raum gefördert worden.
Bei der Besichtigung der neuen Räume staunte selbst manch Einheimischer über die neue Perspektive, die ein Blick aus Fenstern der Gästezimmer im dritten Stock über die Dächer von Freudenstadt bietet.
Wachen oder Träumen
Der Name
„Der ,Schwanen‘ schläft – der ,Moe‘ ist wach“, sagte Projektentwickler Orhan Tiryaki bei der Eröffnungsfeier von Moe (sprich Mo-e). Das war überaus doppeldeutig. Denn „Moe“ ist hawaiianisch und bedeutet genau das Gegenteil von wach, nämlich schlafen, ruhen. Dazu Tiryaki: „Im Hawaiianischen steht ‚Moe‘ für den Schlaf, aber auch für den Traum. Schlaf auf Wolken – Träume.“
Serviced Apartments
sind möblierte Wohnungen, die Wohnen auf Zeit mit hotelähnlichen Dienstleistungen verbinden. Sie richten sich an Geschäftsreisende, Pendler oder Projektmitarbeiter, die Flexibilität, eine eigene Küche und mehr Privatsphäre als im Hotel suchen. Sie eignen sich für Kurz- und Langzeitaufenthalte.