Marina Berger (links) und Stefanie Augenstein in ihrem Büro, noch im Gebäude der Grundschule. Die beiden Mitarbeiterinnen der Schulsozialarbeit haben über ihre Arbeit im vergangenen Schuljahr berichtet. Foto: Endrik Baublies

Die Schulsozialarbeit ist Anlaufstelle und bietet Hilfe für rund 500 Schüler in Seelbach. Marina Berger und Stefanie Augenstein haben ihre Aufgaben vorgestellt.

Welche Aufgaben hat die Sozialarbeit am Geroldsecker Bildungszentrum? Wo waren im vergangenen Schuljahr die Schwerpunkte und wie entwickelt sich das Aufgabenfeld weiter? Stefanie Augenstein und Marina Berger, die seit Oktober neu im Team ist, haben am Montag dem Seelbacher Gemeinderat ihre Arbeit im Schuljahr 2024/25 und die Planung für das laufende Schuljahr vorgestellt.

 

Neben Zahlen und Fakten haben Augenstein und Berger einen originellen Weg gefunden, ihre Arbeit in der Sitzung im Rathaus zu präsentieren. Zwei Schülerinnen der Klassenstufe 6 haben das Büro der Schulsozialarbeit genutzt, um die Aufgaben und den Verdienst beider Sozialarbeiterinnen in einem kurzen Film vorzustellen. Die Mädchen befanden den Arbeitsplatz als „schön und sehr nett“. Beide wussten, dass es für ihre Ansprechpartnerinnen in diesem Büro „viele Termine“ geben würde. Was nicht verwunderlich ist. „Sie sprechen mit allen Kindern.“ Gemeint waren die rund 500 Schüler der Sekundarstufe des Geroldsecker Bildungszentrums. Ein Bonmot gab es auch: Zur Not würde es sogar Süßigkeiten geben.

In 99 Einfällen mussten die Schulsozialarbeiterinnen unterstützen

Im vergangenen Schuljahr hat es konkret 99 Einzelfallhilfen gegeben. Ein Drittel in diesen Fällen waren Schülerinnen, zwei Drittel Schüler. Der Anteil Werkrealschule und Realschule ist hälftig. Mit Ausnahme einer Delle aufgrund der Coronapandemie ist der Bedarf an Gesprächen in den vergangenen Jahren angestiegen. Das Angebot beinhaltet Einzelfallhilfen, wozu Unterstützung bei Konflikten und Mobbing gehören.

Zum sozialen Lernen gehören das Training von Konfliktfähigkeit, ein erlebnispädagogischer Tag und offene Angebote. Da viele Schüler mittlerweile auch aus Lahr kommen, war der Erlebnistag im vergangenen Schuljahr die Erkundung von Seelbach. Zum sozialen Lernen gehört auch der Umgang mit den sozialen Medien, da ab der Klassenstufe 5 eigentlich alle Schüler ein Handy haben.

Eine Herausforderung für die Arbeit ist, neben der digitalen Welt, Selbstregulation: Wie gehen Schüler zum Beispiel mit Wut und Trauer um? Beide konstatierten, dass es generell eine Zunahme von psychischen Beeinträchtigungen bei den Schülern gibt. Neue Präventionsmaßnahmen sind der Umgang mit Lachgas oder die Anreize von Vapes, gemeint sind hier E-Zigaretten. Beide begrüßten das generelle Verbot von Lachgas, das bisher frei verkäuflich gewesen ist, ausdrücklich.

Erfreulich ist, dass es in diesem Schuljahr wieder die Ausbildung für Streitschlichter gibt. Diese werden ab dem zweiten Halbjahr ihre Arbeit aufnehmen. Zum Ausblick gehören zudem verschiedene Angebote für Gruppen, Schutzkonzepte und ein Selbstverteidigungskurs für Schülerinnen, die nach dem Ende des Schuljahres das Geroldsecker Bildungszentrum verlassen.

Zwei 50-Prozent-Stellen

Schulsozialarbeit gibt es seit dem Schuljahr 2018/19. Seit dem Jahr ist Stefanie Augenstein dabei. Sie hat in Darmstadt Sozialarbeit studiert und ist über Aufgaben im Landratsamt des Ortenaukreises und im Christlichen Jugenddorf in Offenburg nach Seelbach gekommen. Marina Berger hat in Freiburg Soziale Arbeit studiert. Sie hat zuvor unter anderem mit Flüchtlingen im Landkreis gearbeitet. Beide haben eine 50-Prozent-Stelle inne.