Ein voller Erfolg: der Berggeister-Abend in Nollingen Foto: Heinz Vollmar

Unter dem Motto „Wanted – Wild Wild West“ und mit echter Western-Atmosphäre feierte die Berggeister-Fasnachtsclique in der vollbesetzten Hebelhalle in Nollingen.

Im Frühjahr des Jahres 1984 waren es einst „hartgesottene Fasnächtler“, die die Fasnacht in Nollingen wieder in Schwung bringen wollten. So erzählt es die Chronik der Nollinger Berggeister-Fasnachtsclique.

 

Unter dem Motto „Wanted – Wild Wild West“ feierten die Berggeister am Samstag mehr als 40 Jahre nach ihrer Gründung indes ein Fasnachtsfest, das „hartgesottene“ und „weniger hartgesottene“ Narren zusammenbrachte und ungezwungen, aber wild gemeinsam die fünfte Jahreszeit feiern ließ.

Die Nollinger Hebelhalle präsentierte sich dazu in bunt geschmückter Western-Atmosphäre, wo sich schon am frühen Samstagabend eine Vielzahl an Fasnachscliquen, Narren sowie eine große Zahl an Cowgirls und Cowboys versammelt hatte, um gemeinsam durch den „Wilden Westen“ zu ziehen. Sensationell ausgestattet hatten die Berggeister auch die Bühnendekoration, so dass sich die vielen Besucher inmitten einer Wildweststadt wähnen konnten.

Tanz inklusive Stripeinlagen

Offiziell eröffnet wurde der Berggeisterabend mit dem Einmarsch des Musikvereins Nollingen, der von den farbenfrohen Masken der Berggeister begleitet wurde. Hoch zu Ross führten „Nici the Kid“ und „Luc Dead Eye“ durch das weitere Programm. Sie kündigten zunächst die Nollinger „Steibruch-Hexer“ an, die mit der Show „Wild West sucht den Superstar“ aufwarteten und das Publikum begeisterten.

Gnadenlos maskulin präsentierten sich beim Berggeisterabend die „Karsauer Wilden“. Sie outeten sich als amerikanische Swat-Agenten und präsentierten einen Tanz inklusive einiger Stripeinlagen, der die Frauenherzen womöglich dahinschmelzen ließ. Am Ende rissen sich die wilden Karsauer Kerle sogar noch die Hemden vom Leib, so dass die Gäste auch ein kleines Mitbringsel mit nach Hause nehmen durften.

Nicht enden wollender Beifall

Tosender Applaus der Gäste war die Folge. Zugabe-Rufe und nicht mehr endender Beifall begleitete so auch die weiteren Auftritte während der Wild-West-Bühnenshow.

Dazu zählten Tänze des Ahnennests und anderer fastnächtlicher Formationen, musikalische Einlagen mit dem Duo „Splash“, der Latscharis sowie der Besuch der Guggemusiken der Maximalen und der Ohräquäler, so dass der Berggeisterabend auch in diesem Jahr zu einem puren Hochgenuss werden konnte.

Der Oberbürgermeisterim „Selfie-Wahn“

Dass auch Oberbürgermeister Klaus Eberhardt sein närrisches Fett abbekommen konnte, dafür sorgten beim Berggeisterabend die Nollinger Perlen mit ihrem Gesang. Sie nahmen den ihrer Ansicht nach überbordenden „Selfie-Wahn“ des OB ins Visier und skandierten nach der Musik von „Major Tom“: „Völlig losgelöst von der Erde lebt der Klaus im Selfie-Wahnsinn, lebt der Klaus im Selfie-Wahnsinn, lebt der Klaus im Selfie-Wahnsinn“ – und auch dafür gab es tosenden Beifall.

Der OB hatte sich jedoch für den Berggeisterabend entschuldigen lassen, so dass er nicht selbst miterleben konnte, wie ihm die Nollinger Narren den Spiegel vorhielten. „Schade“, lautete die Meinung vieler Gäste in der vollbesetzten Hebelhalle.