Der geplante Kreisverkehr beim Wildberger Bahnhofsvorplatz sorgt für Diskussionen in der Schäferlaufstadt. Foto: Priestersbach

Die künftige Verkehrsführung mit einem Kreisverkehr im Bereich Talstraße und Gartenstraße sorgt für kontroverse Diskussionen in Wildberg. Das wurde im Gemeinderat deutlich, als das Gremium den Startschuss für die Planungen gab.

Wildberg - Die planerischen Voruntersuchungen mit der Zielsetzung, die Verkehrsführung in diesem Bereich zu verbessern, brachten folgende Ergebnisse: Angedacht ist eine Verlegung der Straßenführung in Richtung Bahnhofsvorplatz, die Aufweitung der Straße im Kurvenbereich zur Aufrechterhaltung des Verkehrsflusses bei Rückstaus am Bahnübergang sowie eine kreuzungsfreie Anbindung des Bahnhofsvorplatzes durch einen Kreisverkehr.

Nicht ganz einfach

Bürgermeister Ulrich Bünger erinnerte im Bürgersaal des Rathauses an die "nicht ganz einfachen Gespräche" mit dem Straßenbaulastträger – aber auch bei der jüngsten Bürgerinformation seien Fragen aufgeworfen worden, "mit denen wir uns beschäftigen werden". Jetzt gehe es aber erst einmal um den Einstieg in die Planung, um das Vorhaben voranzubringen, von dem ja auch die weitere Entwicklung im Zentrum Unterstadt tangiert ist.

Wie Bauamtsleiter Arthur Sadlers ergänzte, finde der jetzt vorliegende Planungsansatz die Zustimmung der Straßenverkehrsbehörden beim Landratsamt Calw und beim Regierungspräsidium Karlsruhe. Hinsichtlich der Finanzierung habe sich das Land als Straßenbaulastträger bereit erklärt, die Kosten für eine grundhafte Sanierung in der Größenordnung der bisherigen Straßenfläche zu tragen. Der städtische Kostenanteil wird mit 98 000 Euro beziffert, wobei mit Fördermöglichkeiten von rund 70 Prozent gerechnet werde.

Antrag auf Förderung

Um das Vorhaben stringent umsetzen zu können, schlug die Verwaltung vor, das Büro Gauss aus Rottenburg mit der Planung zu beauftragen. Die Vergabe der Bauleistungen soll dann möglichst noch Ende dieses Jahres oder spätestens Anfang 2023 erfolgen – und "das hoffentlich zu guten Preisen", wie Arthur Sadlers anmerkte. Eine Fertigstellung des Straßenbaus ist dann im September 2023 vorgesehen. Um die Maßnahme zu beschleunigen, soll mit dem Antrag auf Förderung zugleich ein vorzeitiger Baubeginn beantragt werden.

In der anschließenden Diskussion war CDU-Rat Gerhard Ostertag der Meinung, dass die Detailplanung für den Bahnhofsvorplatz noch mal auf den Tisch müsse, um auf die wichtigen Fragen aus der Bürgerschaft einzugehen. "Für uns ist das Funktionieren der verkehrlichen Lösung Voraussetzung", machte Ostertag deutlich.

Es geht eng zu

"Das wird eng dort und den Kreisverkehr sehen wir kritisch", erklärte Jens Mayer von den Freien Wählern, dass es in jeden Fall wichtig sei, dass der Kreisverkehr überfahrbar ist. Für Edwin Bäuerle (FW) "macht ein Kreisverkehr in dieser scharfen Kurve keinen Sinn", zumal man ja jetzt schon merke, wie eng es in diesem Bereich ist.

Wie Bürgermeister Bünger erwiderte, sei hier ein Kompromiss nötig, wenn im Zentrum Unterstadt auf dem Gelände des früheren HL-Marktes ein Dienstleistungszentrum mit verschiedenen Funktionen geschaffen werden soll. Und dann müssten die Verkehrsteilnehmer eben auch mal fünf Minuten am Bahnübergang warten. Mit Blick auf die Zweifel an der Funktionsfähigkeit eines Kreisverkehrs ist der Rathauschef überzeugt, dass das Land diesen nach der entsprechenden Norm bauen werde. Gleichzeitig erinnerte er daran, dass der Gemeinderat der Verwaltung den Auftrag erteilt hatte, hier einen Kreisverkehr zu bauen. Davon könne man jetzt nicht mehr zurückweichen, wobei Ulrich Bünger unterstrich: "Es wird anschließend besser." Margit Gärtner (CDU) wies darauf hin, dass die jetzt gefundene Lösung vielleicht nicht optimal sei, aber es werde Klarheit geschaffen - und "wir haben räumlich keine anderen Möglichkeiten".

Bei einer Gegenstimme von Edwin Bäuerle stimmte der Gemeinderat dann dem Vorschlag der Verwaltung zu.