Die Fußgängerüberführung am Bahnhof Orschweier raubt der Stadt Mahlberg seit Jahren Geld und Nerven. Nun ist das Ende in greifbarer Nähe: Ab 3. April wird sie instandgesetzt.
Die Sanierung der Fußgängerüberführung am Bahnhof Orschweier steht bei der Stadt seit Jahren auf der Agenda und sie sorgte für bereits mehrfach für Bauchschmerzen und Stirnrunzeln.
Unstrittig war und ist, dass für die Verkehrssicherheit am Brückenbauwerk, das die Bahnsteige West und Ost miteinander verbindet, die Stadt in der Pflicht steht. Die turnusmäßige Überprüfung der Brücke durch ein Ingenieurbüro vor fünf Jahren hatte ein eindeutiges Ergebnis: Es besteht dringender Handlungsbedarf, denn Betonteile drohten sich zu lösen und auf die Gleisanlagen zu fallen (siehe Info). Die Stadt steht hier in der Haftung. Im Februar 2022 gab es konsequenterweise im Gemeinderat den Grundsatzbeschluss: Es wird saniert. Die erste Kostenkalkulation lag bei 640 000 Euro.
Dann begann ein Planungsmarathon. Ein erste positive Erfahrung: Weil bei der von der Bahn geplanten Sanierung der gesamten Rheintalstrecke Ende der 2030er-Jahre die Brücke durch eine Unterführung ersetzt werden soll, konnte der Umfang der Sanierung an die angesetzte Nutzungsdauer von maximal zwölf bis 15 Jahren angeglichen werden: Für rund 350 000 Euro könne das Bauwerk verkehrssicher gemacht werden, damit es ein Dutzend Jahre „durchhält“, so die Aussage der Ingenieure.
Planungsbüros treiben die Kosten nach oben
So weit, so schön für Mahlbergs Finanzen. Wie komplex eine Sanierung unter Mitwirkung der Bahn in der Abwicklung aber sein kann, durfte die Stadt dann im Nachgang erfahren. Denn neben der Planung und Umsetzung der Sanierung musste sie zusätzlich für „bahntechnische Dienstleistungen“ zertifizierte Büros einschalten. Ein Kostentreiber. Zudem können die Arbeiten im Gleisbereich nur bei Vollsperrung der Rheintalstrecke ausgeführt werden. Die Kosten, die für die Bahn dadurch entstehen, gehen ebenfalls zu ihren Lasten. Erst vor wenigen Tagen hätten Vertreter der Bahn in einer Videokonferenz mit der Stadtverwaltung mitgeteilt, dass nach neueren Berechnungen der Bahn für die Vollsperrung der Strecke von Karfreitag bis voraussichtlich Freitag der folgenden Woche noch einmal zusätzliche Kosten von 40 000 Euro entstehen würden.
Sanierung wird mehrere Wochen dauern
Auch diese werden Stadt in Rechnung gestellt werden, erklärte Bürgermeister Dietmar Benz am Montag vor dem Gemeinderat. Gesamtkosten für die Sanierung in einer Größenordnung von mehr als einer halben Million Euro werden wieder wahrscheinlicher. „Und das alles für einer Brücke, die in zwölf Jahren wieder abgerissen werden soll,“ stöhnten einige Stadträte kopfschüttelnd.
Insgesamt werden die Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk mehrere Wochen dauern und in der kommenden Woche beginnen, erklärte der Bürgermeister weiter. In diesem Zeitraum müssen Nutzer der Bahnanlagen nicht nur mit die Vollsperrung der Brücke rechnen, sondern darüber hinaus auch weitere Behinderungen auf der Ost- und der Westseite akzeptieren, beispielsweise könnten sowohl die Parkplätze als auch die Fahrradboxen nur eingeschränkt genutzt werden.