Im Sand- und Ölfangbecken konnte Klärwärter Walter Saile das Öl abfangen, bevor es ins Belüftungsbecken laufen konnte. Foto: Beiter

"Ich versteh’s nicht, wie man so etwas tun kann", ist Hirrlingens Klärwärter Walter Saile erzürnt und entsetzt. Bereits drei Mal war in der Vergangenheit Altöl in die Kanalisation gekippt worden, das dann, auf der Kläranlage in Bietenhausen landete.

Hirrlingen/Rangendingen - Zum Glück hätte er es jedes Mal rechtzeitig im Sandbecken abfangen können, konnte Saile die Mitglieder des Abwasserzweckverbands Hirrlingen-Starzeltal beruhigen, bei dessen Verbandsversammlung er auf Anfrage eines Hirrlinger Mitglieds von diesem unglaublichen Umweltfrevel berichtete. Hätte es das Öl bis ins Belüftungsbecken geschafft, wären die Schäden verheerend gewesen. "Da sind wir schnell bei einer sechsstelligen Summe", rechnete Saile vor.

Dass das Öl definitiv in Höfendorf im Kanal entsorgt wurde, könne er anhand der Rückstände im dortigen Retentionsbecken eindeutig nachweisen. Nur: eine Rückverfolgung bis an einen bestimmten Einlaufschacht oder gar Hausanschluss habe er trotz eines großen Aufwands nicht geschafft – was letztlich an der Beschaffenheit des alten Öls liege. "Was bin ich da in den Kanal geklettert und habe in die Einlaufschächte geschaut", erzählte Saile dem Gremium.

Die Polizei einzuschalten bringe nichts. Dazu müsste er den Eintrag wenigstens auf eine Straße oder wenigstens auf ein paar Häuser eingrenzen können. "Die kommen nicht und suchen jeden Hausschacht in Höfendorf ab", erklärte Saile. Doch er selber habe leider ohne deren Unterstützung keine Befugnis dafür. Und es war ihm anzumerken: Er würde dies liebend gern machen.

Es ist älteres Schmieröl

Es handle sich eindeutig um ein "älteres Schmieröl", erklärte Saile – "eine richtige ölige Schlonze ist das", die aufgrund seiner zähen Konsistenz zusammenklebe und deshalb kaum Spuren hinterlasse. "Da hat jemand das alte Traktor-Öl vom Opa entsorgt", vermutet Saile. Vielleicht sei das Fass ja jetzt endlich leer. Oder bekomme es der Verursacher jetzt mit der Angst zu tun, doch noch erwischt zu werden.

Wenn Saile den Verursacher doch noch ausfindig machen kann, dürfe es für den gehörige Folgen haben. Er habe von den letzten Malen für eine eventuelle Beweisführung auf jeden Fall Rückstellungen von der Ölfracht gemacht, so Saile. "Heute kann man sein Altöl doch überall abgeben. Das muss man doch nicht in den Kanal kippen", stellte der sichtlich verärgerte Klärwärter am Ende konsterniert fest.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: