BASF hat mit den detaillierten Untersuchungen des Grundwassers unter ihrem Anteil der früheren Kesslergrube begonnen. Eine Grundwasserreinigungsanlage ist in Betrieb.
Das Grundwasser wird an verschiedenen Stellen im Perimeter abgepumpt, analysiert und anschließend in die Grundwasserreinigungsanlage geführt. Die Untersuchungen sollen wichtige Erkenntnisse für die weitere Planung liefern und sollen zeigen, ob sich die als vorläufige Vorzugsvariante definierte thermische Behandlung als geeignete Sanierungsmethode bestätigt, wie BASF in einer Mitteilung schreibt. Die Untersuchungen sind dem Unternehmen zufolge auf einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren angelegt.
15 neue Entnahmebrunnen eingerichtet
„Unsere bisherigen Erkenntnisse werden nun durch weiterführende Untersuchungen vertieft; das Grundwasser wird dabei von erfahrenen Labors genau analysiert“, wird Livio Ulmann, Projektleiter für die Sanierung der Kesslergrube bei BASF, in der Mitteilung zitiert. Hierfür wurden auf dem BASF-Perimeter insgesamt 15 neue Entnahmebrunnen eingerichtet.
„Das Vorgehen bietet einen zusätzlichen Vorteil“, ergänzt Ulmann: „Für die Messungen wird das Grundwasser abgepumpt und anschließend gereinigt. Auf diese Weise werden bereits Schadstoffe aus dem Perimeter entfernt.“
Mehrstufige Reinigung in temporärer Anlage
Die Grundwasserreinigungsanlage wird temporär für die Dauer der Untersuchungen eingesetzt und ist in einer eigens errichteten Leichtbauhalle untergebracht. Das geförderte Grundwasser werde dort in einem mehrstufigen Verfahren gereinigt, teilt BASF mit.
Zunächst erfolge eine Vorbehandlung, anschließend würden Feststoffe und Schwebstoffe herausgefiltert, bevor organische Schadstoffe mithilfe von Aktivkohle aus dem Wasser entfernt würden. Die bei der Behandlung entstehende Abluft werde kontinuierlich erfasst und ebenfalls gefiltert.
Regelbetrieb ab Juni geplant
Die Grundwasserreinigungsanlage ist so ausgelegt, dass bei Bedarf zusätzliche Behandlungsschritte zugeschaltet werden können, etwa zur biologischen Reinigung. Der Betrieb erfolgt automatisiert und wird laufend überwacht, um die Einhaltung aller Sicherheits- und Umweltauflagen zu gewährleisten. Das gereinigte Wasser wird schließlich der industriellen Kläranlage von BASF zugeführt.
Im März hat die Grundwasserreinigungsanlage die behördliche Betriebsbewilligung erhalten. Nach einer Testphase soll voraussichtlich ab Juni der reguläre Betrieb für die Grundwasseruntersuchungen aufgenommen werden.
Das bisherige Grundwasser-Monitoring habe – nach Abschluss der Sanierung des Roche-Anteils der Kesslergrube – insgesamt eine abnehmende Tendenz bei der Belastung sowie Hinweise auf einen Belastungsschwerpunkt im BASF-Perimeter ergeben, heißt es in der Mitteilung weiter.
Dieser liege in der Nähe der industriellen Klärbecken von BASF sowie teilweise darunter, während die Belastung in den übrigen Bereichen des Perimeters deutlich geringer sei.
Belastungsschwerpunkt eingrenzen
Die nun beginnenden vertieften Grundwasseruntersuchungen sollen dabei helfen, die räumliche Ausdehnung dieses Belastungsschwerpunkts genauer zu bestimmen und sind Bestandteil der Sanierungsuntersuchung. Sie bilden laut BASF eine wichtige Grundlage, um die vorläufige Vorzugsvariante für die Sanierung – die thermische Behandlung – fachlich zu beurteilen und anschließend einen Sanierungsplan mit dem weiteren Sanierungsvorgehen und den konkreten Maßnahmen auszuarbeiten.