Ein vermüllter Container des DRK in Horb. Einer der Hauptgründe, weswegen Container im Kreis Freudenstadt abgebaut werden mussten, sagt Thomas Braune. (Archivfoto) Foto: Florian Ganswind

Regeländerungen, abnehmende Qualität bei der Kleidung und eine schwierige Wirtschaftslage: Die Altkleidersammlung hat mit vielen Hürden zu kämpfen. Wie ist die Lage im Kreis?

Thomas Braune, der stellvertretende Kreisgeschäftsführer des DRK-Kreisverbands in Freudenstadt findet deutliche Worte: „Die allgemeinen Marktbedingungen sind schlecht, da der Markt für Altkleider eingebrochen ist und die Preise pro Tonne daher im Keller sind.“

 

Damit fasst er die Situation der Altkleiderverwertung passend zusammen. Laut Medienberichten sind im vergangenen Jahr rund 20 Prozent der Altkleidercontainer gemeinnütziger Organisationen abgebaut worden.

Zum Überangebot, das den Markt einbrechen ließe, komme die schlechte Qualität moderner Kleidung hinzu – insbesondere der von Fast Fashion. Der Anteil an gut erhaltener Ware sei dadurch deutlich gesunken. „Einzelne große Textilverwerter haben auch bereits Insolvenz angemeldet. Die Sammlung von Altkleidern ist daher nicht mehr lukrativ“, so Braune.

Container als Müllablage missbraucht

Das DRK ist einer der größten Anbieter von Altkleidercontainern im Kreis Freudenstadt. Dort betreibt die Organisation knapp 115 Container. Die Bilanz sieht aber nicht so schlecht aus. In den vergangen zwei Jahren seien knapp zehn Container von einigen Ortsvereinen abgebaut worden, sagt Braune.

Grund dafür seien aber nicht etwa die veränderten Marktbedingungen gewesen, sondern die Vermüllung und Verunreinigung rund um die Altkleidercontainer. Die Städte und Gemeinden hätten dadurch einen hohen Aufwand, vor allem, was die Kosten der Entsorgung angehe. Wegen Personalproblemen kommen die für die Leerung zuständige Firma auch nicht hinterher, erläutert Braune weiter.

Verunreinigte Kleidung weiterhin in den Restmüll

Oft landen Hausmüll, volle Windelsäcke oder gar Elektroschrott in den Containern, beklagten das DRK und das für die Abfallwirtschaft zuständige Landratsamt in einer gemeinsamen Mitteilung. Auch nasse, verschmutzte oder beschädigte Kleidung wird öfter dort entsorgt. Die Folge: Steigende Entsorgungskosten für die gemeinnützigen Träger.

Was hingegen explizit in die Container soll, sei tragfähige und saubere Kleidung, paarweise Schuhe, Handtücher, Schals, Mützen sowie Gürtel, heißt es in der gemeinsamen Mitteilung von DRK und Landratsamt.

Kleider-Shops vor Ort als Alternative

Die Container seien von Kleiderfirmen gestellt, erklärt der Kreisgeschäftsführer. Sammelfirmen würden die Kleidung schließlich mitnehmen – pro Tonne gesammelte Kleidung erhalte das DRK eine Vergütung.

Alte Kleidung könne aber auch direkt beim DRK abgegeben werden, betont Braune weiter, im eigenen Kleider-Shop in Freudenstadt etwa. Dort werde die Kleidung von den Mitarbeitern vor Ort sortiert und zu günstigen Preisen angeboten. Das DRK sei besonders bemüht, das Angebot aufrechtzuerhalten, betonte er.

Abgemeldete Container müssen nicht angezeigt werden

Neben dem DRK betreiben auch andere gemeinnützige Träger wie der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) oder die Aktion Hoffnung aus Rottenburg Container im Kreis Freudenstadt. Wie viele genau, kann das Landratsamt aber nicht beziffern.

Betreiber müssten zwar beim Landratsamt angeben, sobald die Kleidersammlung aufgenommen wird, sollten die Container aber versetzt oder komplett eingestellt werden, sei das nicht meldepflichtig, so eine Sprecherin des Landratsamts. Insgesamt hätten 41 Träger Containersammlungen für Altkleider im Landkreis angezeigt.

Standorte rausfinden

Die Altkleidercontainer
sind auf der Webseite des DRK unter https://www.drk-kv-fds.de/angebote/kleidercontainerfinder.html abrufbar.