Kinderwagen, Windeln und Kochtöpfe neben den Altkleidercontainern sind keine Seltenheit. Foto: DRK

Das DRK Alpirsbach hat mit zunehmenden Ansammlungen von Haushaltsmüll in und um die Altkleidercontainer zu kämpfen.

Windeln, Kochtöpfe und Kinderwagen: All diese Dinge landen fälschlicherweise in und vor den Altkleidercontainern des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Alpirsbach. Aus diesem Grund debattiert das DRK nun auch schon seit längerem über eine Abschaffung der Container.

 

Dass es bei der Entsorgung zu Regelverstößen kommt, sei keine Seltenheit. „Andere Kommunen haben sich schon vor einiger Zeit für die Abschaffung der DRK-Kleidercontainer entschieden – Baiersbronn zum Beispiel“, erklärt der Vorsitzende des DRK Alpirsbach, Matthias Frasch. „Eigentlich ist es schon immer ein Problem, dass Bewohner ihren Hausmüll bei unseren Containern abladen“, fügt er hinzu.

Hausmüll gelangt immer öfter vor die DRK-Container. Foto: DRK

Doch dieser Umstand käme in den vergangenen Monaten immer häufiger vor. Grund dafür ist mutmaßlich eine neu eingeführte EU-Richtlinie, welche zum 1. Januar in Kraft getreten ist: Laut dieser ist es seither untersagt, Altkleider im Restmüll zu entsorgen.

Dabei handle es sich jedoch ausschließlich um „noch tragbare Kleidung“, erklärt die Pressesprecherin des Landkreises Freudenstadt, Sabine Matt. „Kaputte Kleidung kann selbstverständlich weiterhin im Restmüll entsorgt werden“, ergänzt sie. Ansonsten könne die Kleidung auch jederzeit in den entsprechenden Containern der Recyclingstation entsorgt werden. „Mehr kann das Landratsamt auch nicht tun“, erklärt die Pressesprecherin. Weitere Maßnahmen, um die Verstöße zu minieren, müssten von der Stadt eingeleitet werden.

Eine Entscheidung fällt bis Juni

Bei der Entsorgung der Containerinhalte kam es in der Vergangenheit bereits zu Verzögerungen, die zur Folge hatten, dass die Container unregelmäßig geleert wurden. Da einige Bürger auch ihre privaten Abfälle mit den Klamotten in den Containern entsorgen, sei es auch schon mehrfach vorgekommen, dass die Kleidung gar nicht mehr verwendet werden konnte: „Zwischen Hausabfällen und Windeln schimmelt die Kleidung auch schon nach einigen Tagen“, kritisiert der Vorsitzende. Und nicht nur das: „Der Fahrer muss dann immer auch den Müll trennen, also die tragbare Kleidung von den Hausabfällen“, erzählt Matthias Frasch.

Bis Juni gibt sich das DRK Alpirsbach Zeit für die Entscheidung, danach wollen die Mitglieder beschließen, ob auch sie ihre Altkleidercontainer abbauen. Aufgrund der sechsmonatigen Kündigungsfrist würde das bedeuten, dass die Altkleidercontainer bis zum Jahreswechsel verschwunden sind.

Die Verstöße beeinträchtigen das Stadtbild

Das Geschäftsmodell weist zunehmend Defizite auf. Für die Altkleider gebe es kaum noch Erlöse. „Früher bekam man etwa 120 Euro für eine Tonne Kleider – heute sind es gerade mal noch fünf Euro“, betont Frasch. Aufgrund der zusätzlichen Kosten durch Personal- und Zeitaufwendungen für die Nachsortierung des Mülls macht das DRK kaum noch Gewinn – im Gegenteil.

Trotz Videoüberwachung werden immer wieder lose Säcke vor die Container gelegt, die teilweise von Fremden geöffnet, ausgeräumt und auf dem Boden verteilt werden. „Auch Bild- und Videoaufnahmen halten die Leute nicht davon ab. Wenn das nicht besser wird, müssen wir die Container abschaffen“, warnt der Vorsitzende. Falls sich die Lage nicht verbessert, könnte dies ernsthafte Konsequenzen für das Stadtbild haben: „Das würde vermutlich an der Kommune hängen bleiben“, so Frasch.