Noch stehen im Zollernalbkreis wenige Altkleidercontainer fernab der Wertstoffzentren. Wie dieses Foto aus Bisingen belegt, werden die Containerstandorte weiter vermüllt. Foto: Julia Gern

Altkleidercontainer gemeinnütziger Sammelorganisationen sind nahezu überall abgebaut worden. Anlaufstelle sind nun probeweise die Wertstoffhöfe.

Die Altkleidercontainer gemeinnütziger Sammelorganisationen wie dem DRK sind aus den Städten und Gemeinden im Zollernalbkreis weitgehend verschwunden. Die Stadt Albstadt hatte beispielsweise in einer Pressemitteilung Mitte März über den Abbau der Container im Stadtgebiet informiert.

 

Als Interimslösung hat der Umwelt- und Technikausschuss des Landkreises in seiner Sitzung Ende Februar beschlossen, vorerst Sammelcontainer in den Wertstoffzentren aufzustellen. Nicht alle Bürger sehen in dieser Entscheidung die optimale Lösung.

Wie unserer Redaktion gegenüber berichtet wird, gibt es Bedenken bezüglich der Erreichbarkeit der Container für Menschen ohne fahrbaren Untersatz, sprich ohne Auto. Schließlich befinde sich eine Vielzahl der Wertstoffhöfe außerhalb der Stadt- und Gemeindezentren.

Zunächst Interimslösung

Mit einher geht die Befürchtung, dass die ehemaligen Standorte von Altkleidercontainern weiterhin illegal als Ablagestellen von Altkleidersäcken genutzt werden könnten – und so neue Müllhotspots entstehen. Steffen Maier, Pressesprecher im Landratsamt, betont auf Anfrage unserer Redaktion: „Nach dem Wegfall eines Großteils der gemeinnützigen Sammelstrukturen musste zügig eine schnell umsetzbare Alternative gefunden werden.“

Das aktuelle Konzept stelle daher zunächst eine Interimslösung dar. Und weiter: „Während der kommenden Monate gilt es nun, Erfahrungswerte zu sammeln und die Mengenentwicklung zu beobachten. So kann das bestehende Konzept flexibel und bedarfsgerecht weiterentwickelt und nachjustiert werden.“

Zu früh, um erste Schlüsse zu ziehen

Bedeutet: Noch ist es zu früh, erste Schlüsse aus dem jüngst umgesetzten Konzept zu ziehen. Zur Frage, ob ehemalige Containerstandorte weiterhin mit Altkleidersäcken vermüllt werden, liegen dem Landratsamt zum aktuellen Stand keine näheren Erkenntnisse vor. Für die Auswahl, Unterhaltung und Pflege sowie Kontrolle der bisherigen Containerstandorte waren und sind ohnehin auch weiter die jeweiligen Städte und Gemeinden zuständig.

Klar ist: Vollends behoben ist das Problem der Müllablagerungen an Altkleidercontainern noch nicht. In Bisingen bei der Bushaltestelle Waldhorn steht nach wie vor ein Sammelcontainer der Firma „Elia Manhal Altkleidersammlung“ mit Sitz in Remseck. Der dortige Containerstandort bietet – wie ein Foto von Dienstag dieser Woche zeigt – einen unschönen Anblick. Der Container ist überfüllt, Altkleidersäcke stapeln sich davor.

Wertstoffzentren gewährleisten wohnortnahe Abgabemöglichkeit

Genau solche Bilder will der Landkreis mit der Verlagerung der Sammelcontainer in die Wertstoffzentren verhindern. Das Problem, dass die Container an ihren neuen Standorten nicht gut erreichbar seien, sieht die Kreisbehörde indes nicht: „Der Zollernalbkreis betreibt im gesamten Kreisgebiet flächendeckend zehn Wertstoffzentren und gewährleistet somit eine wohnortnahe Abgabemöglichkeit“, erläutert Pressesprecher Maier.

Alle Wertstoffzentren seien mit dem Auto sehr gut erreichbar. Teilweise bestünde durchaus auch eine gute Erreichbarkeit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, wie beispielsweise in Albstadt. Dort hält die regelmäßig verkehrende Buslinie 44 in Truchtelfingen ganz in der Nähe.

Landratsamt zeigt sich „sehr zuversichtlich“

Vor diesem Hintergrund zeigt sich das Landratsamt „sehr zuversichtlich, dass die Sammlung von Alttextilien in den Wertstoffzentren genauso gut funktionieren wird, wie dies bei den sonstigen Wertstoffen bereits seit Jahrzehnten der Fall ist“. Gerade bei Altkleidern, die üblicherweise nicht regelmäßig in großen Mengen anfallen, sei eine Bringlösung wirtschaftlich und organisatorisch eine gute Lösung.

Ähnlich verhalte es sich bei einer Vielzahl anderer Abfälle respektive Wertstoffe wie Elektrokleingeräte oder Akkus. In diesem Zusammenhang weist das Landratsamt auch auf die umfangreichen Angebote des Abholens diverser Müllarten hin. Ob Sperrmüll, Kühlgeräte oder Bildschirme: Bei all diesen Abfällen bestehe die Möglichkeit der Anmeldung zur Abholung.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation an früheren Altkleiderstandorten entwickelt. Gemeinnützige Sammelorganisationen hatten im vergangenen Jahr angekündigt, sich aus dem Sammelgeschäft zurückzuziehen. Einerseits, weil es finanziell nicht mehr rentabel war, andererseits drohte ein Imageschaden. Immer wieder bot sich der Anblick vermüllter Containerstandorte im Landkreis.