Zahlreiche Mitglieder wurden zur Feier des Tages ausgezeichnet. Foto: Albert M. Kraushaar

Die DLRG Althengstett feiert ihr 50-jähriges Jubiläum nach. Dabei gab es zahlreiche Ehrungen – und eine Krawatte von 2001 wurde endlich ausgepackt.

Es gibt sie also doch noch: Kleine Geschichten und Anekdoten, die das Leben bereichern, und liebenswert machen.

 

Einige davon hatte Paul Binder in seine Rede zum 50-jährigen Jubiläum der DLRG Althengstett und in die Laudatio anlässlich der Ehrungen von treuen Mitgliedern gepackt.

Anekdoten

Die erste betraf ihn selbst und handelte von der ersten Krawatte, die er in seinem Leben trage. Und die trotzte vor Geschichte. „Als ich 2021 zum Nachfolger von Rainer Kömpf gewählt wurde, hatte er mir die noch original verpackt mit den Worten: ‚Ich habe sie 2001 bei meiner Wahl bekommen, aber nie gebraucht‘ in die Hand gedrückt. Heute sei der Moment gekommen, wo man sie einfach mal auspacken musste.“

Das Jubiläum hätte eigentlich im Jahr 2020 über die Bühne gehen sollen, wurde jedoch wegen Corona verschoben und jetzt ganz aktuell zum „55.“ nachgeholt. „Bewusst in einem etwas kleineren, aber umso persönlicheren Rahmen“, erklärte Paul Binder zum Treffpunkt im Hallenbad Althengstett.

Kooperation

In dem sprach der Vorsitzende gleich einen wichtigen Punkt an. Denn die DLRG wäre heute nicht das, was sie ist, wenn es 1998 nicht zu einer Kooperation mit der Ortsgruppe Gechingen gekommen wäre. Die sei damals eingegliedert worden, weil dort schlichtweg das Personal gefehlt habe, blickte Binder zurück. „Seitdem gehen wir den Weg zusammen mit der Erfahrung, dass man gemeinsam mehr erreichen kann.“

Beide Gemeinden haben etwas, was heute wegen der Kosten nicht mehr selbstverständlich sei, nämlich ein Hallenbad.

„Die Investitionen lohnen sich“, so Binder, Hallenbäder sind nicht nur für die DLRG wichtig. Schwimmen lernen, Sicherheit im Wasser, als Beitrag zur Gesundheit aller Altersgruppe, „wir von der DLRG dürfen vom Anfänger bis Rettungsschwimmer unseren Teil beitragen“.

Zahlen und Aktivitäten

Paul Binder unterlegte die Zusammenarbeit der beiden DLRG-Ortsgruppen mit konkreten Zahlen: „Aktuell zählen wir knapp 500 Mitglieder, Tendenz steigen. 2024 sind rund 10 000 Stunden in Ausbildung, Training, Wachdienste und Einsätze geflossen, es ist uns gelungen 37 Seepferdchen abzunehmen, 90 Schwimmabzeichen zu verteilen, 16 Juniorretter sowie über 30 Rettungsschwimmerabzeichen in allen Stufen zu vergeben. Dieses Jahr sieht es noch besser aus“, blickte der Vorsitzende auf die aktuellen Zahlen, die belegen würden, wie groß die Nachfrage und wie wichtig das Angebot wäre. Dazu zählte er auch fünf Erste-Hilfe-Kurse mit mehr als 80 Teilnehmern.

Auch die sportlichen Aspekte werden bei der DLRG gelebt, dazu zählt sie fest zum Vereinsleben in der Gemeinde und bietet auch außerhalb der Hallenbäder gemeinsame Erlebnisse an. „Wichtig ist uns der Kontakt zu Feuerwehr, THW, DRK und den Johannitern, darüber hinaus machen wir Wachwochenenden am Breitenauer See und an verschiedenen Orten der Ostsee – oft mal zwei Wochen am Stück“, verwies Paul Binder auf das breite Spektrum der DLRG Ortsgruppe.

Grußworte

Bürgermeister Rüdiger Klahm lobte die Zusammenarbeit der beiden Ortsgruppen und bedankte sich bei allen die zum Gelingen beigetragen hätten. „Dass uns jetzt in das Jubiläum das Thema Hallenbadsanierung platzt, ist ärgerlich, aber wir werden eine Lösung finden“, versprach der Bürgermeister und ergänzte: „Der Gemeinderat und die Bürgerschaft weiß, was sie an der DLRG hat.“

Marina Eßlinger gratulierte mit einem temperamentvollen Grußwort in Vertretung von Bürgermeister Jens Häußler mit einer ganz eigenen Definition der vier Buchstaben.

Für sie steht das D für Danke, L für lebenswert, R für Respekt und G für Gemeinschaft. Darüber hinaus stelle der Verein die beste Werbung für mehr Gemeinsamkeiten dar.

„Von 100 000 Schulanfänger können 60, 70 Prozent nicht schwimmen, ein Problem, das die Politik wahrnehmen muss“, forderte Carl Christian Hirsch. Er war in Vertretung von Thomas Blenke nach Althengstett gekommen und freute sich, dass es eine klare Zusage „pro Hallenbad“ gebe.

„Die DLRG wäre nichts ohne ihre intakten Ortsgruppen“, erklärte Alf Andrews in Vertretung des Landesverbands Württemberg. Der umfasst aktuell rund 65 000 Mitglieder, die in 22 Bezirke und 195 Ortsgruppen gegliedert sind. „Wir sind ein relativ junger Verband, 60 Prozent unserer Mitglieder sind unter 26 Jahre“, so Andrews. Und die seien derzeit in knapp 300 Wachgebieten von Freigewässern bis Schwimmbäder ehrenamtlich tätig.

Ehrungen

Um so ein großes „Räderwerk am Laufen zu halten, bedarf es engagierter Mitglieder. Paul Binder nutzte die Chance, im Rahmen des 55.-jährigen Jubiläums zahlreiche langjährig in Funktionen, Technik, Riegenführer oder Ausbildung tätige DLRG-Mitglieder mit einer Ehrennadel in Bronze und Silber zu ehren.

Der Auftakt der Ehrungen erfolgte in Bronze für Carina Maier, Silke Michaletz und Janina Beuerle und wurde jeweils mit einem informativen Laudatio unterlegt. Dasselbe hatte Paul Binder für Heike Wolf, Thomas Wolf, Kerstin Dolzmann, Wolfgang Schmidt, Bernd Stöffler, Meike Bechtel, Rainer Kömpf, Rolf Weiß und Uwe Dickel bei der Verleihung der silbernen Ehrennadel vorbereitet.