Martin Schoch war fast 14 Jahre Pfarrer in der Gäugemeinde, er tritt am 1. März seinen Ruhestand an.
2021 kam Schoch nach Althengstett als vorübergehende Vertretung der damals vakanten Pfarrstelle. Er war davor der Kinderkirchpfarrer der Landeskirche. Diese Stelle war befristet auf zehn Jahre und ist ausgelaufen. Die Familie lebte in Kirchheim/Teck, die beiden Söhne Jona und Daniel standen ein Jahr vor dem Abitur, „deshalb hab‘ ich gesagt, ich brauch für ein Jahr eine Stelle zur Überbrückung, dann gehe ich zurück und suche mit der Familie eine neue feste Stelle“. Aus der kleinen Auswahl an Interimsstellen fiel seine Wahl auf Althengstett, die Gemeinde, die am nächsten an Kirchheim liegt, und er hat sich im Pfarrhaus in Althengstett nur „vorübergehend“ eingerichtet.
„Ich habe mich angefreundet mit der Stelle und den Menschen und mich dann offiziell beworben als Gemeindepfarrer.“ Beim Investiturgottesdienst im Juli 2013 sagte Dekan Erich Hartmann: „Aus dem einjährigen Liebeswerben wurde jetzt eine verbindliche Ehe.“ Schoch zog mit Ehefrau Beate um ins Althengstetter Pfarrhaus, die Söhne wollten nicht mit „aufs Land“, sagt Schoch lachend, sie traten ihr jeweiliges Studium an.
Schoch ist in Adolzfurt, einem Ortsteil von Bretzfeld, aufgewachsen, hat in Tübingen Theologie studiert und war zeitweise Pfarrer der höchstgelegenen Pfarrei Württembergs auf dem Kniebis.
Er wollte auch in Althengstett nur zehn Jahre bleiben, wie er es in seinen anderen Pfarrstellen gehandhabt hat, „ich wechsle immer, bevor ich gehen muss“, sagt er schmunzelnd. Allerdings kam hier die „große Aufgabe mit Gestaltungspotenzial“, die Fusion der Ortskirchen Althengstett, Neuhengstett-Ottenbronn, Ostelsheim und Simmozheim zur Kirche im Heckengäu dazwischen. „Ich wollte erst gehen, wenn alles geordnet, das Haus bestellt ist und die Prozesse eingespielt sind.“ Und so sind es nun fast 14 Jahre und Althengstett wurde die letzte Station vor seinem Ruhestand. „Wir sind jetzt die größte Gemeinde im Kirchenbezirk Calw-Nagold mit knapp 5200 Gemeindegliedern, noch vor Nagold und Calw.“ Schoch ist der geschäftsführende Pfarrer, er spricht sehr wertschätzend und anerkennend von der Zusammenarbeit mit den Kollegen und den Menschen, die sich in Kirchengemeinderat und weiteren Ämtern engagieren.
Auch auf zahlreiche Höhepunkte in seiner Amtszeit blickt er gerne zurück und betont, dass vieles auch schon vor ihm da war. Die Gemeindereisen nach Israel nennt er, die große Bibel- und die Grundgesetzausstellung, den Osterweg 2019 oder die Kirchenkabarett-Veranstaltungen im Gemeindehaus, „das ist ein bissle ein Steckenpferd von mir, das ich dabei ausleben konnte“.
Besonderer Auftrag
Dann die unterschiedlichen Kirchenkonzerte von Gospel über Jazz bis Don Kosaken und Vorträge zu gesellschaftlichen Themen. Weiter den „toll gestalteten Sonntag mit Musikverein und vielen Menschen aus unterschiedlichen Bereichen, mit dem wir 500 Jahre Reformation gefeiert haben.“ Schoch ist wichtig, dass die Kirchengemeinde ins gesamte Leben im Ort hineinwirkt, „wir haben den besonderen Auftrag, als Kirche unsere eigenen Kompetenzen einbringen.“ Die Freikirchen im Ort „sehen wir nicht als Konkurrenten, sondern als Ergänzung“. Dazu gibt es „eine tolle ökumenische Gemeinschaft mit den katholischen Christen. Mit dem Diakon und Pfarrbeauftragten Bertram Bolz verbindet mich ein sehr gutes persönliches Verhältnis, wir haben einen ähnlichen Humor“.
Abschiedsgottesdienst
Am 1. März um 14 Uhr wird der Pfarrer im Abschiedsgottesdienst von seinem Amt entpflichtet. Abschied nehmen die Pfarrer-Kollegen und die Gemeinde von Schoch und seiner Frau Beate anschließend bei Kaffee und Kuchen und einem kleinen Rahmenprogramm im Gemeindehaus.
Dann geht’s für den Pfarrer im Ruhestand und seine Frau für eine Woche nach Kappadokien. „Abstand gewinnen, den Kopf frei machen, die neue Situation annehmen“ – dafür will er die Woche nutzen. Und schon Mitte März zieht das Ehepaar zurück nach Kirchheim ins Eigenheim. In der Nähe leben die Söhne mit ihren Familien, dort warten schon zwei Enkelkinder auf die Großeltern und ihre freie Zeit, im April wird das dritte geboren. „2026 mache ich nichts“, betont Schoch, danach wird er sicher mal einen Gottesdienst halten, mal eine Hochzeit und auch mal eine Urlaubsvertretung machen. „Ich kann dann auch öfter mal zum VfB und wir planen, das Patenkind meiner Frau in Australien zu besuchen.“