Radnik Sindelfingen gewinnt das Althengstetter Kreisliga-Turnier. Mit 1:2 müssen sich die SF Gechingen III im Finale geschlagen geben.
Welch eine Dramaturgie beim 40. Althengstetter Kreisliga-Hallenfußballturnier: Der als Favorit gehandelte Tabellenführer der Kreisliga B im Bezirk Stuttgart/Böblingen – Radnik Sindelfingen – konnte sich zwar im Finale gegen die SF Gechingen III durch Tore von Hadis Abdiji und Din Emir Ljajic trotz zwischenzeitlichem Ausgleich von Nico Weiss im Finale mit 2:1 durchsetzen. Die Gechinger Dritte hatte jedoch überraschend gut mitgehalten. Die endgültige Entscheidung durch den zweiten Treffer von Liajic landete mit dem Abpfiff zwar hinter dem gut haltenden Turhan Umut, wurde jedoch nicht mehr gewertet.
Fülle von Topchancen
Im Spiel um Platz drei hatte Philipp Wendt-Nordahl den TSV Ehningen II in Führung gebracht. Finley Just gelang nach einer Fülle von Topchancen der Ausgleich. Im fälligen Neunmeterschießen zog der SV Wittlensweiler mit 4:5 erneut den Kürzeren. Der B-Liga-Tabellendritte hatte sich zu diesem Zeitpunkt für seine spielerischen Qualitäten schon viel Anerkennung verdient, auch als er im Halbfinale wenige Sekunden vor Spielende durch Finley Just gegen Radnik Sindelfingen zum 1:1 ausgleichen konnte. Dem Treffer gingen drei hundertprozentige Chancen voraus, die gut für das Erreichen des Endspiels hätten ausreichen müssen. Im Neunmeterschießen stand dann dem SVW beim Versuch von Sehri Kateke die Querlatte im Weg.
Im ersten Halbfinale waren der TSV Ehningen II und die SF Gechingen III aufeinander getroffen. Nico Weiss brachte den Außenseiter in Führung, Altmeister Amer Suleiman konnte das Blatt mit zwei Treffern wenden. Dank dem späten 2:2 von Julian Hennefarth konnte das Team von Maurice Ayasse erneut ein Neunmeterschießen erzwingen und mit 6:5 für sich entscheiden. „Wir sind ins Finale gekommen ohne ein einziges Spiel zu gewinnen. Das soll uns erst einmal jemand nachmachen“, freute sich der Spielertrainer mit seiner Truppe über den Finaleinzug, nachdem man zuvor schon im Viertelfinale mit dem TSV Neuhengstett einen der Favoriten nach Nullnummer mit 4:3 aus dem Turnier bugsiert hatte. Das war eine von fünf Neunmeter-Entscheidungen ab dem Viertelfinale. Der Althengstetter Turnierchef Alexander May war verblüfft: „Das habe ich in meiner 15-jährigen Amtszeit noch nie erlebt.“
Ausgerechnet der TSV Ehningen II, der mit einem Blitztor (Amer Suleiman vom Anstoß aus) in Führung gegangen war, ließ in Folge gegen den einzigen Vertreter aus dem Bezirk Enz/Murr, den SV Perouse, seine Qualitäten im Abschluss vermissen und läutete im ersten Viertelfinale ein regelrechtes Neunmeter-Festival im Gerhard-Schanz-Sportzentrum ein.
Insgesamt 67 Tore
In den Gruppenspielen bekamen die Zuschauer in der zu diesem Zeitpunkt gut besuchten Sporthalle insgesamt 67 Tore zu sehen. Herausragend dabei der TSV Neuhengstett, denn der B-Liga-Spitzenreiter hatte die Gruppe B mit 15:5 Toren gewonnen. Ähnlich dominant der Auftritt des TSV Ehningen II in der Gruppe A. 11:3 Tore standen nach den Spielen gegen den SV Althengstett II (2:1), TSV Grafenau (4:1) und SV Wittlensweiler (5:1) für das Team vom langjährigen SVA-Co-Trainers Isak Bayrak zu Buche.
Einfacher gestaltete sich das Weiterkommen in der Gruppe C. Radnik Sindelfingen dominierte mit 4:0 gegen Grün-Weiß Ottenbronn II und 2:1 gegen die SF Gechingen III. Dazu profitierten GWO II und die SFG III von einer Punktgutschrift aus der kurzfristigen Absage des Polizei-SV Stuttgart. Sehr zum Leidwesen des Gastgebers, der ungeschlagen nach zwei Unentschieden das Turnier verlassen musste.
Drei in der engeren Wahl
Die Auszeichnung für den besten Torschützen ging mit fünf Treffer an Alessio Weber vom TSV Ehningen II. Die für den besten Torhüter gestaltete sie sich dagegen schwierig. Maik Joas (TSV Ehningen II) und Paul Schillinger (SV Wittlensweiler) hatten sich im Turnierverlauf in die engere Wahl gespielt. Im Finale kam noch Turhan Umut (SF Gechingen III) mit drei Klasseparaden hinzu. Die Wahl fiel dann auf Paul Schillinger. „Ganz ehrlich, am Ende hätten wir auch per Los entscheiden können“, sah Alexander May das Trio auf einer Ebene.