Zwei Wochen Zeit hatte Simon Weil für sein Gesellenstück – ein Sideboard, für dessen Front teilweise Zirbenholz verwendet wurde. Fotos: Weil Foto: Schwarzwälder Bote

Schreinergeselle Simon Weil bei Gestaltungswettbewerb mit Belobigung ausgezeichnet

Ob Küche, Essplatz, Einbauschrank, Bett oder Sideboard – mit maßgenauer Schreinerarbeit kann das Zuhause sprichwörtlich aufgemöbelt werden. Ein Möbelstück soll zu seinem Besitzer und zu dessen Leben passen. Wie das geht, weiß Simon Weil.

Althengstett. Der 23-Jährige Simmozheimer hat seine Schreinerausbildung bei Bühler | Holz und Handwerk in Althengstett absolviert. Krönender Abschluss war unlängst seine Gesellenprüfung in der Rolf-Benz-Schule in Nagold. Der junge Mann gehörte zu den erfolgreichsten des Absolventenjahrgangs. Für sein Gesellenstück, ein Sideboard, bekam er im Rahmen des Gestaltungswettbewerbes "Die gute Form im Handwerk – Handwerker gestalten" eine Belobigung. In der Gesellenstückausstellung konnten die Gäste der Abschlussfeier in Nagold die hochwertig gefertigten Möbel begutachten. Sie bewunderten, wie die Prüflinge Tradition und Fortschritt nahtlos miteinander verbunden hatten und solidem Handwerk so einen ganz eigenen Charakter gaben.

Räumliches Vorstellungsvermögen, zeichnerische Fähigkeiten, Formgefühl und vor allem Freude am Umgang mit dem Werkstoff Holz – all das braucht es, um ein guter Schreiner zu werden. "Ich wollte schon immer ins Handwerk und was mit Holz machen", sagt der 23-Jährige. Also begann er nach der Fachhochschulreife seine Schreinerlehre. "Ich bin in einem Betrieb beschäftigt, wo noch viel von Hand gemacht wird. Das gefällt mir", sagt der erfolgreiche Schreinergeselle.

Während der dreijährigen Ausbildung erlernt der Lehrling, Arbeitsabläufe zu planen und vorzubereiten, Erzeugnisse nach gestalterischen und funktionalen Gesichtspunkten zu entwerfen sowie zu zeichnen und zu fertigen. Holz- und Holzwerkstoffe müssen nach Verwendungszweck und Wirtschaftlichkeit ausgewählt und bearbeitet werden. Furniere, Kunststoffe, Glas und Metall werden verarbeitet. Dazu wiederum muss man wissen, wie die notwendigen Maschinen, Anlagen und Vorrichtungen eingerichtet, bedient und auch gewartet werden. Die Oberflächenveredelung und auch Restaurierungsarbeiten vorzubereiten und auszuführen, gehören zum Handwerk. Ist die Ausbildung abgeschlossen, kann der Schreinerlehrling selbstständig Kundenaufträge von der Planung bis zur Fertigung übernehmen.

Viel Kreativität und all sein handwerkliches Können hat der 23-Jährige in sein Gesellenstück gesteckt: ein Sideboard mit Frontelementen aus Zirbenholz. "Es ist gleichzeitig traditionell und modern", beschreibt der junge Mann das Möbelstück.

Sehr vielseitig

Am meisten gefällt dem Schreinergesellen, dass man sehe, was man produziert habe. "Die Arbeit ist sehr vielseitig. Man muss viel mitdenken und hat einen spannenden Berufsalltag." Aus dem Werkstoff Holz würden bleibende Werte und keine 08/15-Möbelstücke geschaffen.

Um mehr junge Menschen für dieses Handwerk zu begeistern, müsse sich aber etwas ändern: "Einstiegsvergütung und Gesellenlohn sind nicht gerade hoch". Was den 23-Jährigen aber nicht davon abhält, weiterzumachen. Er ist weiter bei Bühler | Holz und Handwerk beschäftigt und hat Zukunftspläne gemacht: "Der Meisterabschluss steht schon auf dem Zettel".