Norbert Ziegler und Herbert Bühler haben zahlreiche Sicherheits- und Umwelttipps parat / Reihe wird fortgesetzt
Von Annette Selter-Gehring
Althengstett. Unter dem Motto "Fahren bis ins hohe Alter – Fit im Verkehr" hatte der Seniorenrat Althengstett in Zusammenarbeit mit der Fahrschule Ziegler zu zwei informativen und unterhaltsamen Nachmittagen in die Schulungsräume der Fahrschule eingeladen.
Verkehrsrecht, Punktekonten in Flensburg, E 10 und Feinstaubplakette kamen ebenso zur Sprache wie Fragen zu Gesundheit im Verkehr, umweltfreundlichem Fahren oder die Möglichkeiten von technischen Hilfsmitteln wie ABS oder Navigationsgeräten.
Naturgemäß bring das Älterwerden Einschränkungen mit sich. Ältere sehen häufig schlechter, Gedächtnis, Reaktionsvermögen, Beweglichkeit und Aufmerksamkeit können nachlassen. Die Statistiken belegen aber, dass ältere Verkehrteilnehmer sichere Autofahrer sind. Erfahrung und Umsicht machen sich hier bezahlt. Schwere und Häufigkeit von Unfällen, an denen Ältere beteiligt sind, sind deutlich geringer als bei allen anderen Altersgruppen. Ein Wermutstropfen ist dennoch dabei: Ereignet sich tatsächlich ein Unfall, ist die Wahrscheinlichkeit, dass der ältere Verkehrsteilnehmer diesen verursacht hat, höher.
Damit es dazu gar nicht erst kommt, dazu trugen die beiden Schulungsnachmittage des Seniorenrats bei. Mit Norbert Ziegler, Seniorchef der Verkehrsfachschule Ziegler in Althengstett, und Herbert Bühler, der früher die Fahrschule und Kfz-Beratungsstelle für behinderte Menschen im Berufsförderungswerk (Bfw) Bad Wildbad leitete, präsentierte der Leiter des Seniorenrats Althengstett, Gerhard Fauti, den Teilnehmern zwei kompetente sowie erfahrene Referenten.
Beim ersten Treffen Ende September standen gesetzliche Veränderungen und neue Verkehrsregelungen sowie Fahrtechnik und -verhalten auf dem Programm. Nun gaben Ziegler und Bühler Tipps zu vorausschauender, umweltfreundlicher Fahrweise sowie zu den zahlreichen technischen Unterstützungs- und Hilfssystemen, die in modernen Fahrzeugen zur Verfügung stehen. "Das sinnvollste technische Hilfsmittel ist die Automatik", empfahl Ziegler. Der Fahrer könne sich ganz auf den Verkehr konzentrieren und habe mehr Zeit. Viele prekäre Situationen könnten so bereits im Vorfeld vermieden werden. Darüber hinaus würden moderne Automatikfahrzeuge nicht mehr Kraftstoff als Schaltgetriebe verbrauchen.
Viele Fragen gab es aus der Mitte der Teilnehmer zu E 10. Ziegler unterschied in technische, wirtschaftliche und moralische Aspekte. Neuere Fahrzeuge könnten E 10 zwar ohne Probleme tanken, günstiger komme der an der Tankstelle zwar billigere Kraftstoff im Endeffekt aber nicht. Der Ölwechsel werde früher fällig, und der Mehrverbrauch liege bei fünf bis neun Prozent. Aus moralischer Sicht lehne er E 10 grundsätzlich ab, da hier Nahrungsmittel zu Kraftstoff verarbeitet werden. "Eine Folge ist beispielsweise, dass sich in Kenia der Preis für einen Sack Mais in den letzten drei Jahren verdoppelt hat", so Ziegler. Wie sich körperliche und gesundheitliche Einschränkungen bemerkbar machen können, erklärte Herbert Bühler den rund 50 Teilnehmern. Er hatte zahlreiche Tipps parat, wie diese häufig schon mit kleinen Veränderungen oder einfachen Hilfsmitteln ausgeglichen werden können.
Im Februar und März 2013 setzt der Seniorenrat Althengstett seine Informationsreihe fort. Dann soll es rund um die Gesundheit, speziell das Gehör und die Augen, gehen.