Die Teilnehmer des Deutsch-Integrationskurses lernten in Althengstett typische schwäbische Backspezialitäten kennen. Foto: VHS Calw Foto: Schwarzwälder Bote

Flüchtlingsarbeit: Sprachkurs hilft zur besseren Integration / Migranten begeistert von schwäbischer Küche beim Backhausbacken

Kulturschock für den Integrationskurs Deutsch der Volkshochschule Calw. Im örtlichen Backhaus konnten die Migranten aus unter anderem Albanien, Syrien und Moldawien schwäbische Gebäcke im Holzofen backen. Die Gruppe war begeistert.

Althengstett. Die Leiterin des Deutschintegrationskurses der VHS Calw im Althengstetter Fronäckerhaus setzt auf eine bewährte pädagogische Methode: "Learning by Doing." Deshalb mussten die eifrigen Teilnehmer des Integrationskurses einmal nicht die Schulbank drücken, sondern durften im örtlichen Backhaus traditionelle schwäbische Backkultur kennenlernen.

Lehrerin Maria Schmidt hatte von einer Backveranstaltung des Althengstetter Familienzentrums gehört und wandte sich an dessen Leiterin Charlotte Weik mit der Bitte um Unterstützung.

Gebäck mit viel Kreativität gestaltet

"Wir haben gerne zugesagt, zumal so etwas auch ein Mosaikstein ist für gelungene Integration", sagt Weik. Schnell kamen backhauserfahrene Frauen ins Spiel. Erzieherin Sabine Schumacher vom Leitungsteam des Familienzentrums übernahm die Organisation und Backhausexpertin Elfriede Breitling alles rund um das Backhaus. Sie sorgte für das rechtzeitige Anheizen des Holzofens. Außerdem führte sie die Teilnehmer des Integrationskurses Deutsch in die Geheimnisse des Backhausbackens ein. Schmidt ließ die Teilnehmer aus Albanien, Syrien, Moldawien, der Türkei, Rumänien und Sizilien nach einer intensiven Besprechung die Backzutaten selbst besorgen, was trotz der noch etwas eingeschränkten Sprachkenntnisse bereits hervorragend klappte.

Nächster Höhepunkt: Ein Restaurant besuchen

Dann zeigten die Neulinge ihre kreativen Fähigkeiten bei der äußeren Gestaltung der Backwerke. So entstanden leckerer Zuckerkuchen, Schneckennudeln, Flachswickel, Kartoffel- und Zwiebelkuchen sowie Brötchen, die sich sehen lassen konnten. Die Akteure waren begeistert von ihren Backerlebnissen.

"Das war toll und es hat großen Spaß gemacht", war unisono zu hören. "Die Schüler waren Feuer und Flamme. Das Projekt war also ein Erfolg. Unser Ziel ist es, den Frauen durch deutsche Sprachkenntnisse zur Selbstständigkeit zu verhelfen", sagt die Kursleiterin.

Als weitere Höhepunkte im Kursjahr steht Mitte Dezember ein gemeinsames Ausgehen in ein Lokal in der Region an. "Eine Speisekarte mit unterschiedlichen Gerichten ist durchaus eine Herausforderung und die Migranten sollen lernen, mit ihr zurecht zu kommen", schmunzelt Schmidt. Dass sie sprachliche Herausforderungen bewältigen können, haben die Schüler an diesem Tag bewiesen.