Schnaufer will Geschäft deutlich ausbauen. Mit Champagner auf Augenhöhe. Gold- und Silbermedaille.
Althengstett - Die Schlossbergkellerei in Althengstett will ihr Sektgeschäft ausbauen. Dass die Familie Schnaufer sich dabei offensichtlich auf dem richtigen Weg befindet, beweisen zwei hohe Auszeichnungen für ihre Produkte.
Gold und Silber gab es beim Großen Internationalen Weinpreis Mundus Vini für die beiden Premium-Sekte der Familienkellerei. Der Schnaufer Pinot Rosé Sekt Trocken erhielt eine Goldmedaille – als einziger Nicht-Champagner in der Kategorie Rosé. Silber gab es für den Schnaufer Riesling Sekt Trocken.
Das bestärkte die beiden Geschäftsführer das Brüderpaar Ralf und Patrick Schnaufer, das Sekt-Geschäft zu forcieren. Es erweise sich zunehmend als richtig, hochwertige Spezialitäten aus heimischen Weinen anzubieten. Ganz besonders soll dabei auf die Herkunft aus Württemberg verwiesen werden.
Am Stettener Heuchelberg hat die Schlossbergkellerei eine Erzeugergemeinschaft. Etwa 100 Winzer bewirtschaftet dort 100 Hektar. Der Wein wächst vorwiegend an Hang- und Spitzenlagen und geht ausschließlich an Schnaufer.
So hat die Althengstetter Familienkellerei die Sicherheit, für ihre Spitzenprodukte den besten Most punktgenau zu erhalten, aus dem der Sekt direkt hergestellt wird. Es gibt keinen Zwischenschritt über den Wein. So können, wie Patrick Schnaufer erläutert, die Primäraromen nicht entweichen.
Zudem verweist der Önologe und Getränketechnologe auf die Vergärung in Drucktanks. In Althengstett wird somit ganz bewusst auf die Flaschengärung verzichtet. Das Abschneiden bei Mundus Vini zeige, dass diese "Méthode rurale" mit der Méthode champagnoise", also der Flaschengärung, zumindest ebenbürtig sei. Der Sekt, davon sind die Schnaufers überzeugt, sei fruchtiger und bekömmlicher.
Darüber seien Blanc de Noir, Pinot und Riesling vom Stettener Heuchelberg für die Versektung hervorragend geeignet. Ähnlichkeiten zum Champagner seien durchaus vorhanden. "Wir wollen das auch ein bisschen kopieren", gesteht Patrick Schnaufer augenzwinkernd. Es gebe nicht viele württembergische Sektkellereien, so dass man, wie Ralf Schnaufer sagt, über eine Art Alleinstellungsmerkmal verfüge.
Bislang produziert die Schlossbergkellerei zu 60 Prozent Sekt, 40 Prozent entfallen auf Wein. Nun soll der Sekt-Anteil steigen. Dafür wurde bei Schnaufer erheblich investiert, beispielsweise in eine neuen Etikettieranlage. Denn auch der Ausstattung der Flaschen soll man ansehen, wie hochwertig ihr Inhalt ist.
Bis zu vier Millionen Flaschen lagern in Althengstett. Bis zu 80 000 werden täglich mit Sekt und Wein befüllt. "Es gibt in Deutschland kaum eine Kellerei, die so breit aufgestellt ist wie wir", sagt Ralf Schnaufer.
Denn Schnaufer macht mehr als allein Sekt und Wein aus Württemberg. Es werden auch Sekte und Weine aus Frankreich, Italien und Spanien in Althengstett abgefüllt. Edle Schwarzwälder Brände kommen noch hinzu.
Eine mittlerweile zwölfjährige Geschäftsverbindung unterhält Schnaufer zum japanischen Choya-Konzern. Aus Ume, der japanischen Pflaume, erhält die Schlossbergbrauerei aus Japan ein Fruchtkonzentrat und stellt nach der Original-Rezeptur Pflaumenwein her. Zudem wird der Reiswein Sake für Choya, dessen deutsche Dependance sich in Düsseldorf befindet, abgefüllt. Damit wird vor allem der europäische Markt versorgt.
"Wir liefern Sake und Pflaumenwein bis an den Ural und in die Mongolei", so Ralf Schnaufer. Für derart langjährige Verbindungen mit der japanischen Geschäftswelt braucht es sehr viel Vertrauen, betont Patrick Schnaufer, "denen ist genau oft nicht genau genug."