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Althengstett Richtige Kommunikation als Erfolgsschlüssel

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Stolz präsentierten die Kinder in Liedern ihr neu erworbenes Wissen. Foto: Schwarzwälder Bote

Ein Streit kann in Gewalt enden. Doch dass das nicht so sein muss, lernten die Althengstetter Grundschüler bei den Projekttagen zur Gewaltprävention. Ihre neuen Lösungsstrategien präsentierten sie beim Abschluss der Aktion am Freitag.

Althengstett. "Stopp! Hör‘ auf mich zu ärgern" war das Motto der Projektwoche, die in allen Grundschulen der Gemeinde stattfand. Die Kinder lernten, wie man Konflikte gewaltfrei lösen kann. Die richtige Kommunikation ist hierbei der entscheidende Faktor.

"Wir haben gemerkt, dass den Schülern einfach die richtigen Strategien fehlen", erklärte Grundschullehrerin Linda Baumann die Idee hinter dem Projekt. Das habe man ändern wollen und habe dann mithilfe des Buchs "Stopp! Kinder gehen gewaltfrei mit Konflikten um" ein Konzept erarbeitet.

Ausdrücken von Gefühlen im Fokus

Sport-, Musik- und Religionsunterricht hätten normal stattgefunden. In der übrigen Zeit widmeten sich die Schüler dem Thema. "Für die erste und zweite Klasse lag unser Fokus auf dem Ausdruck von Gefühlen", so Baumann. Auch dies müssten Kinder lernen, um dann kommunizieren zu können, dass sie sich nicht ärgern lassen wollen.

Hierbei habe man ein dreistufiges Verfahren eingeübt. Erst sagt und zeigt man durch eine ausgestreckte Hand an, dass man ein bestimmtes Verhalten nicht möchte. Es folgt der konkrete Ausspruch "Stopp! Hör auf mich zu ärgern". Letzte Stufe ist das Dazuholen eines Lehrers, um den Konflikt zu lösen. "Es geht uns darum, dass die Schüler solche Situationen selbst lösen können, bevor sie einen Lehrer holen", erklärte Baumann. Man müsse dem Gegenüber signalisieren, dass sein Verhalten stört. Deshalb lernten die Jungen und Mädchen, dies auszudrücken.

Allgemeine Aggressivität hat zugenommen

Die Dritt- und Viertklässler beschäftigten sich vermehrt mit dem Thema Wut. "Die Schüler sollen verstehen, woher Wut kommt und wie sich äußert, um sie dann auflösen zu können", so Baumann. Deshalb habe man auch klassische Situationen aus dem Schulalltag angesprochen, welche Wut auslösen können. Außerdem sei durch Vertrauensspiele der Zusammenhalt gefördert worden. Die Kinder konnten zudem weitere Workshops, wie zum Beispiel Kinder-Yoga, besuchen.

Sieben Lehrer haben das Konzept an der Althengstetter Grundschule erarbeitet. Es habe ein paar kleinere Vorfälle an der Schule gegeben. Zudem habe die allgemeine Aggressivität zugenommen, so Baumann. "Die Kinder sind oft gestresst, haben viele Hobbys und dadurch kaum noch Freizeit", nannte sie als Grund für das Verhalten. Aber die Eltern müssten ein richtiges Verhalten auch vorleben und sich genug Zeit für ihre Sprösslinge nehmen.

"Ich war total überrascht, wie toll und reflektiert die Kinder über ihre Gefühle sprechen können", zog sie ein positives Fazit. Das Erlernen solcher Lösungsstrategien sei aber keine einmalige Angelegenheit. Mann müsse auch über das Schuljahr immer wieder an die Regeln erinnern. "Das ist ein langer Prozess, aber diese Woche war der Startpunkt", erklärte Baumann zufrieden.

Die Strategien lernten die Kinder über Lieder und Rollenspiele kennen. Ihr neu erworbenes Wissen präsentierten sie bei der Abschlussveranstaltung der Projektwoche. Ein paar Schüler stellten Konfliktsituationen nach und zeigten, wie man diese lösen kann. Auch einen Rap hatten alle Schüler einstudiert. Im Text ging es um Wut und Konflikte im Schulalltag. In einem anderen Lied wurde die "Stopp-Regel" thematisiert.

Zum Abschluss unterzeichneten alle Schüler einen "Schulvertrag" mit eben dieser Regel. Mit ihren Fingerabrücken auf dem Poster signalisierten sie ihr Versprechen, sich auch in Zukunft an diese Vorgaben halten zu wollen.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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