Der Coronavirus hat auch Auswirkungen auf die Reisebranche. Foto: Ralf Geithe – stock.adobe.com

Viele Kunden zeigen Verständnis. Inhaber rechnet mit Stornierungen bis in den August hinein.

Althengstett - "Ich bin jetzt 48 Jahre im Beruf. In dieser Form habe ich aber noch nie erlebt, das alles zum Erliegen kommt", sagt Mike Jones, Inhaber des gleichnamigen Althengstetter Reisebüros mit Blick auf die Folgen der Corona-Pandemie.

Die Telefone in Jones’ Reisebüro stehen kaum noch still, weil verunsicherte und besorgte Kunden sich erkundigen, ob ihre Reise überhaupt stattfinden kann und/oder welche Storno- und Umbuchungsmöglichkeiten es gibt. "Wir hängen zurzeit fast durchgehend am Telefon, entweder im Kontakt mit den Reiseveranstaltern oder mit unseren Kunden", sagt Mike Jones im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten. Selbst während der Wirtschaftskrise 2008/09 oder nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 sei die Verunsicherung bei Reisenden nicht so groß wie jetzt während der Ausbreitung des Coronavirus gewesen.

Erkundigungen vor Ort

Die überwiegende Zahl seiner Kunden reagiere freundlich und verständnisvoll auf die derzeitig schwierige Situation, nur wenige seien ungehalten, wenn nicht sofort exakt Auskunft zur jeweils gebuchten Reise gegeben werden könne.

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Ganz besorgte Reisende kämen direkt im Geschäft vorbei und würden sich nach dem Stand der Dinge erkundigen. "Erst gerade war eine Kundin da, die ihren Ägypten-Urlaub unbedingt antreten will und gefragt hat, ob das auch wirklich klappt."

Jones rechnet mit Stornierungen bis in den Juli und August hinein. "Wobei ja keiner sagen kann, wie sich die Situation weiter entwickelt", bemerkt Jones. Seine und die Hauptaufgabe seiner Mitarbeiter sei es derzeit, den Kunden zu signalisieren, dass sie den Kopf nicht hängen lassen und sich die Vorfreude auf die schönste Zeit des Jahres nicht verderben lassen sollen – trotz aller derzeitiger Unwägbarkeiten.

Vieles nicht mehr planbar

"Auch wir sind sehr verunsichert, weil wir nicht abschätzen können, wie weit die Auswirkungen durch Corona auf die Reisebranche reichen werden", betont der Reisebüroinhaber. Wenn etwa über einen längeren Zeitraum hinweg Kurzarbeit in den Betrieben angesagt sei, würden die Menschen ihr Geld zusammenhalten: "Da ist dann kein Geld mehr für Restaurant- und Kinobesuche oder ein neues Auto oder eben eine Reise da".

Was die Sonderreisen seines Büros angehe, die jeweils von Mitarbeitern des selben begleitet würden, werde nach derzeitigem Stand die Flusskreuzfahrt kommende Woche von Köln nach Holland stattfinden, "wie es mit den weiteren Sonderreisen dieses Jahr weitergeht, kann noch niemand sagen. Fast alles ist für uns unvorhersehbar und damit auch nichts mehr sicher planbar".

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