Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Althengstett Programm

Von
Die Bienen wurden vor allem früher in handgeflochtenen, zumeist ­glockenförmigen Strohkörben untergebracht. Foto: Schwarzwälder Bote

Was eine Klotzbeute oder ein Klotzstülper ist, wie weit eine Biene täglich für Nektar fliegt oder welche Geräte man zum Honigschleudern braucht – das und noch vieles mehr erfahren Besucher am Sonntag beim Fest des Bezirksimkervereins Calw.

(msw). Das Imkerfest findet am Sonntag, 17. Juni, statt. Beginn ist um 10 Uhr mit einem ­Gottesdienst in der Althengstetter Markuskirche. Ab 11 Uhr gibt es am Lehrbienenstand in der Ferdinand-Porsche-Straße Infos zu Imkerei, Bienen, Bienenpflanzen, Imkereibedarf, Honigprodukten und Honig. Es wird am Objekt erklärt, was eine Klotzbeute, auch Klotzstülper genannt, ist. Auf Kinder warten eine Rallye über den Lehrbienenpfad, ein Ratequiz und ein großes Bastelangebot. Die Vereinsmitglieder halten ein Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen bereit.

Althengstett. Bienen brauchen den Nektar der Pflanze als Nahrung zum Überleben – Pflanzen einen Bestäuber, um ihre Pollen zu verbreiten und sich auf diese Weise zu vermehren. Honig- und Wildbienen spielen dabei eine immens wichtige Rolle. "Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, keine Menschen mehr." Das sagte einst der große Forscher Albert Einstein. Fast 80 Prozent aller Nutz- und Wildpflanzen werden von der Westlichen Honigbiene bestäubt, die restlichen 20 Prozent von Hummeln, Schmetterlingen, Fliegen, Wildbienenarten und anderen Insektenarten.

Dramatische Zahl

Die Zahl der Insekten ist in den vergangenen Jahren stark geschrumpft, in manchen Gegenden Deutschlands soll es laut Wissenschaftlern, Umweltbehörden und -verbänden einen Rückgang um bis zu 80 Prozent gegeben haben. Auch die Biene kämpft ums Überleben. "Der Honigbiene geht es generell besser als der Wildbiene", sagt Udo Schwed, seit dem Frühjahr neuer Vorsitzender des Bezirksimkervereins Calw. Letztere hätten einen beschränkten Lebensraum. "Sie sind sehr spezialisiert und abhängig von bestimmten Trachtpflanzen."

Oft wird nachgefüttert

In der subventionierten Landwirtschaft gehe es verstärkt Richtung Biogasproduktion: "Es werden heute dort Selbstbestäuber wie Mais- und Getreidepflanzen angebaut, wo vorher viele verschiedene Pflanzen geblüht haben", sagt Schwed. Rapsfelder und Streuobstwiesen gebe es immer weniger, von Erbsensträuchern, Wicken oder Ackerbohnen ganz zu schweigen. Für die fleißigen Insekten werde es zunehmend schwerer, durchgehend Tracht, also Pollen und Nektar, zu finden, so dass die Imker nachfüttern müssten.

Schwed, der in Weil der Stadt lebt, hat erst vor einigen Jahren mit der Imkerei begonnen. "Ich bin hier öfter am Kreisel vorbeigefahren und habe die Lehrbienenstation gesehen", berichtet er von seinem letztendlichen Entschluss, einen Neuimkerkurs zu absolvieren und Mitglied im Bezirksimkerverein Calw zu werden. Fünf Jahre lang war er im Vorstand tätig. Seit März leitet er den Verein als Vorsitzender. Derzeit zählt die Gruppe 270 aktive Mitglieder und ist damit einer der größten regionalen Imkervereine des übergeordneten württembergischen Verbandes. Dieser ist Teil des bundesweiten deutschen Imkerverbands.

"Als Vorsitzender habe ich inzwischen ganz andere Berührungspunkte", berichtet der Hobbyimker. Von regelmäßigen Kontakten mit dem Veterinäramt über das Einsetzen von Behandlungsmitteln, wenn Krankheiten in den Bienenstöcken auftreten, bis hin zum Thema Bienensachverständige, die vom Veterinäramt geschult und bestellt werden. Außerdem stehen ab und an auch stichprobenartige Honigbeprobungen durch den Landesverband an. Schwed freut sich, dass der Verein weiter wächst und sich verjüngt. Pro Neuimkerkurs würden 25 bis 30 Teilnehmer gezählt, fünf bis zehn davon würden sich zu einer Mitgliedschaft entschließen. Vor allem auch immer mehr Frauen und junge Familien würden sich der Imkerei widmen.

Der Neuimkerkurs wird jährlich angeboten. "Wir begleiten damit quasi durch das erste Jahr als Imker", so der Vorsitzende. Die Theorieeinheiten würden in den Wintermonaten absolviert, an Samstagen seien dann weitere Schulungen, und "dann geht es ran an die Bienenvölker". Die ersten ein bis zwei Jahre werden die Neuzugänge von einem Paten betreut, der ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht. "Eine Vereinsmitgliedschaft bringt mehrere Vorteile. Man ist haftpflicht- und rechtschutzversichert, außerdem gegen den Diebstahl von Bienenvölkern", betont der Vorsitzende. Teure Gerätschaften, unter anderem zum Honigschleudern und Wachsplattenpressen, dürften von den Imkern gemeinschaftlich genutzt werden. Heutzutage Menschen an einen Verein zu binden, sei eine Gratwanderung: "Ich möchte, dass der Verein nicht nur als Dienstleister gesehen, sondern deutlich wird, dass wir gemeinsam etwas bewegen können und möchten". Das reiche von Gebäudepflege über Rasenmähen bis Honigschleudern.

Hilfe im Kleinen

Auch wer nicht Mitglied im Verein sei, könne etwas für Bienen und weitere Insekten tun, betont Schwed. Hilfsmaßnahmen im Kleinen seien, Blühmischungen auf dem eigenen Grundstück auszusäen sowie im Garten einige Ecken unberührt und naturnah zu belassen. Wichtig sei es außerdem, Menschen zu finden, die bereit seien, Streuobstwiesen zu pflegen, auch wenn der große Arbeitsaufwand in keinerlei Verhältnis zu Ertrag und Erlös pro Kilogramm Obst stehe.

Fotostrecke
Artikel bewerten
0
loading
 
 

Flirts & Singles

 
 
0

Kommentare

Artikel kommentieren

Kommentarregeln

Um Artikel kommentieren zu können, ist eine Registrierung erforderlich. Sie müssen dabei Ihren Namen sowie eine gültige E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben. Bei Abgabe Ihrer Kommentare wird Ihr Name angezeigt. Alternativ können Sie sich mit Ihrem Facebook-Account anmelden.

  1. Passwort vergessen?
Sie haben noch keinen Benutzer-Zugang? Jetzt registrieren!
  1. null

loading