In der Neuhengstetter Ortsmitte, wie hier entlang der Waldenserstraße, sollen Modernisierungsmaßnahmen an älteren Gebäuden gefördert werden.Foto: Biermayer Foto: Schwarzwälder Bote

Kommunales: Neuhengstetter Ortskern wird saniert / Infoveranstaltung geplant / Nahwärme als Option

Der Althengstetter Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung über den Neuhengstetter Ortskern beraten. Es steht die Idee im Raum, dort ein Sanierungsgebiet auszuweisen. Wobei Ortskern hier ein sehr weit gefasster Begriff ist.

Althengstett-Neuhengstett. Denn nach dem Plan, den Reinhold Kühnert vom Sanierungsträger KE vorstellte, umfasst dieses Gebiet etwa elf Hektar. Im Prinzip handelt es sich hier um das "historische" Neuhengstett. Die Möttlinger Straße bis etwa auf Höhe des Kreuzweges, die Calwer Straße, der Mühlweg bis zum Gängle und die Ottenbronner sowie Waldenserstraße vom Schlaichdorn bis zum Ortsausgang gehören dazu.

Gesamtvolumen von6,4 Millionen Euro

In diesem Sanierungsgebiet gehe es vor allem um Modernisierungsmaßnahmen bei älteren Gebäuden, wie Kühnert dem Gremium erklärte. Diese könnten, je nachdem, wem das Gebäude gehöre, privat und auch von der Kommune umgesetzt werden. Dazu kämen Straßenarbeiten.

Das ganze Vorhaben umfasse ein Gesamtvolumen von etwa 6,4 Millionen Euro. Etwa 60 Prozent dieser Kosten könnten durch Fördergelder von Bund und Land abgedeckt werden. Die erste Million habe die Gemeinde schon erhalten. Die 6,4 Millionen Euro seien aber bloß eine grobe Schätzung. Man sei in einem ersten Schritt einfach durch das Gebiet gelaufen und habe über den Daumen gepeilt, was an Kosten anfallen könnte.

Genaueres wisse man aber erst nach den vorbereitenden Untersuchungen, welche der Gemeinderat einleiten müsse. Außerdem sei eine Bürgerinformationsveranstaltung geplant. Hier solle über die Sanierungsziele und Fördermöglichkeiten informiert werden. Die Förderquote für private Häuser sei bei etwa 35 Prozent, wobei der Gemeinderat hier auch einen Spielraum habe.

Die Förderrichtlinien würde man vor der Informationsveranstaltung per Flyer verteilen, so Kühnert. So könnten die Anwohner dort dann die richtigen Fragen stellen. Eine Fragebogenaktion soll zudem der Kommune und der KE helfen, den Bedarf vor Ort besser einzuschätzen. Eine konkrete Information hatte Kühnert für die Anrainer aber schon vorab. Es soll für sie die Möglichkeit geben, sich an die künftige Nahwärmeversorgung anzuschließen. Und Beratungen durch die KE nach der Veranstaltung seien für die Anwohner immer kostenlos, fügte Kühnert hinzu.

Philipp Jourdan (Grüne) wollte wissen, ob es die Möglichkeit der Verlagerung von Gewerbe aus dem betreffenden Gebiet gebe, falls dieses mehr Fläche benötigte. Kühnert meinte, dies sei möglich. Lothar Kante (SPD) sprach von einem spannenden Ansatz bei dem Sanierungsgebiet.

Angelika Holzäpfel (CDU) ging es vor allem darum, die noch vorhandenen alten Waldenserhäuser zu erhalten. Deshalb erkundigte sie sich, ob hier auch höhere Fördersummen in Frage kämen. Man könne auf die 35 Prozent Förderquote noch zusätzliche 15 Prozent drauflegen, so Kühnert. Dies sei aber nur möglich, wenn die Gebäude für das Ortsbild wichtig seien. Das könne der Gemeinderat dann aber von Fall zu Fall entscheiden.

Videokonferenz ins Spiel gebracht

Die Bürgerbeteiligung lag Eckhard Flik (Grüne) am Herzen. Er sei zwar für eine Präsenzveranstaltung, brachte aber aufgrund der aktuellen Lage eine Videokonferenz ins Spiel. Bürgermeister Clemens Götz gab ihm recht, dass man die Veranstaltung nicht ewig aufschieben könne. Eine abschließende Entscheidung wurde hier aber noch nicht getroffen.

Markus Schwarz (UWV) fragte sich, wer denn die Grenzen des Gebiets festgelegt habe. Ortsvorsteher Gerhard Dietz sagte, dass das die Verwaltung gemeinsam mit der KE gemacht habe. Vor allem "zu neue Häuser" seien so herausgefallen. Kühnert warf ein, dass es sich bis jetzt nur um ein Untersuchungsgebiet handele. Dieses dürfe nicht zu klein sein. Eigentümer außerhalb könnten sich melden, wenn sie unbedingt dabei sein wollten und das Gebäude passe.

Der Gemeinderat entschloss sich einstimmig für die vorbereitenden Untersuchung sowie die Bürgerinformationsveranstaltung.

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