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Althengstett Motive aus allen Lebensbereichen

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Foto: Archiv Werner Kopp Foto: Schwarzwälder Bote

Internationalität und Globalisierung auf der einen, Heimat auf der anderen Seite – letztere ist nicht einfach zu definieren, nicht zuletzt , weil damit viele Emotionen verbunden sind. Ein Stück Heimat soll jedenfalls ein Dokumentationsprojekt in Althengstett sichern.

(msw). Die Rettung von altem Bildmaterial für den Film "Althengstett in früheren Zeiten" wird von der Gemeinde Althengstett bezahlt. Die Eigentümer erhalten das Original und eine dauerhafte Kopie zurück, die Kommune behält eine Kopie und sichert diese. Die Gemeinde erhält zudem das Recht, das Bildmaterial zu verwenden. Besonders interessant sind Motive mit folgenden Themen: Gebäude, Straßen, Geschäfte, Verkehrsmittel, Gaststätten, Menschen bei der Arbeit, Vereinsleben, Feierlichkeiten wie Einweihungen, Jubiläen, Gemeindefeste, Ausflüge, private Feiern und Anlässe wie Taufen, Kommunionen, Konfirmationen, Geburtstage, Hochzeiten und Beerdigungen.

Althengstett. Die Gäukommune gibt laut Gemeinderatsbeschluss 12 000 Euro für die Rettung von historischem Bildmaterial aus. Mit der Sicherung beauftragt wurde die Wildberger Firma Avmediafactory, die mit ihrem Film "Auf den Spuren der Württembergischen Schwarzwaldbahn von Weil der Stadt nach Calw" Kinosäle in der ganzen Region gefüllt hatte.

Große Anstrengungen

Ob Heimatbuch Althengstett und Neuheng­stett (beide 1999), Waldenser-Museum (2007), die Broschüre über Altbürgermeister Gerhard Schanz (2008), Stolperstein in Ottenbronn (2012), "Gedanken in Ton" (Gerhard Schmid- Werkbuch, 2014), Gedenkstein Tomczak/Zipperer (2015), das Projekt "Altheng­stett-Neuhengstett-Ottenbronn 1933-1949" (2016) oder das im vergangenen Jahr erschienene Ortsfamilienbuch – in der Gemeinde gab es in den vergangenen Jahren große Anstrengungen, um das geschichtliche Erbe zu pflegen und zu erhalten. Dabei sei immer wieder deutlich geworden, wie wichtig und schwer es sei, Bildmaterial aus früheren Zeiten zu beschaffen, betonte Bürgermeister Clemens Götz in der jüngsten Sitzung des Gremiums.

Doch nicht nur Fotos, sondern auch Filme sollen für die Nachwelt gesichert werden: "Das Thema Heimat gewinnt an Bedeutung. Zwei Drittel in unserer Gemeinde sind Zugezogene. Sie müssen ihre Heimat kennen, um sie schätzen zu können", so Götz. Altes, analoges Bild- und Filmmaterial in privater Hand aus rund 120 Jahren soll für die Allgemeinheit und damit für nachfolgende Generationen gerettet werden, wie der Bürgermeister erläuterte.

Avmediafactory-Geschäftsführer Gert Tetzner war in der Sitzung zu Gast und erläuterte die technischen Wege zur Rettung des historischem Materials. Analoge Datenträger wie Normal 8, Super-8-Filme und 16 mm-Filme seien nur begrenzt haltbar. Das gelte auch für Fotos in Form von Dias und Negativen auf Film- oder Glasplatten. "Das Material altert und zerfällt nach einigen Jahrzehnten je nach Lagerung. Filme werden spröde und brechen oder verändern ihre Farben", erläuterte Tetzner. Fotos würden verblassen oder bekämen Farbstiche. Es bestehe die Gefahr, dass die Besitzer von altem Film- und Bildmaterial sterben beziehungsweise deren Haushalte aus Altersgründen aufgelöst werden und das alte Material aus Desinteresse oder Unwissenheit entsorgt werde.

Außerdem seien Abspielgeräte für alte Filme nicht mehr erhältlich. Die letzten Projektoren für Normal-8-Filmmaterial seien 1967, also vor mehr als 50 Jahren, hergestellt worden. Wer also keinen Projektor mehr habe, könne die Filme auch nicht mehr ansehen. Auch Dias würden nicht mehr mit dem Diaprojektor angeschaut. In beiden Fällen sei die Gefahr des Verlusts groß, weil das Material entsorgt werden könnte.

Die Wildberger "Agentur für digitale Medien" wird im Auftrag der Gemeinde Filme sowie Fotos digitalisieren und bei Bedarf restaurieren (siehe "Info"). Auch Schriftstücke, Urkunden, Gemälde und Postkarten kommen dafür in Frage. Das gesamte Material könne dann für einen mit Musik untermalten Film "Althengstett in früheren Zeiten" verwendet werden. "Es wird auf M-Disks gespeichert, die laut Hersteller 1000 Jahre Haltbarkeit garantieren", so Tetzner.

Gespanntes Warten

Eine handelsübliche, gebrannte CD oder DVD sei nach zehn bis 20 Jahren nicht mehr lesbar, weil sich die gebrannten Datenträger durch Klima- und Lichteinfall selbstständig löschen würden. "Die M-Disks werden mit speziellen Brennern hergestellt, lassen sich aber mit jedem handelsüblichen DVD- beziehungsweise BD-Laufwerk auf dem Computer lesen." Filmemacher, Gemeinderat und Verwaltung sind nun gespannt, welches Material eingereicht wird.

 
 

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