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Althengstett Momentan ist noch sehr vieles im Fluss

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Bis hier die Hermann-Hesse-Bahn rollt, wird es wohl noch einige Jahre dauern. Foto: Fritsch Foto: Schwarzwälder Bote

Althengstett. Viel Neues zur Hermann-Hesse-Bahn gab es in der Sitzung des Althengstetter Gemeinderats am Mittwochabend nicht. Der Sachstandsbericht von Michael Stierle, Abteilungsleiter S-Bahn und ÖPNV im Landratsamt, verdeutlichte jedoch, dass derzeit "viel im Fluss ist".

Stierle ging sowohl auf die Planrechtsverfahren und das Stufenkonzept beziehungsweise die geplante Elektrifizierung des Hesse-Bahn, als auch auf das Thema Fahrplanrobustheitsprüfung sowie den Natur- und Artenschutz, der das Projekt von Anfang an ausbremste, ein. Angesprochen wurde die Plangenehmigung für den Neubau der ­Brücke über die B 295 bei Heumaden, mit dem in diesem Jahr begonnen werden soll (wir berichteten). Man nutze die Phase der dort geplanten Straßenbauarbeiten für die Herstellung der Widerlager. Im genannten Bereich seien bereits Reptilienschutzzäune mit schwarzer Folie aufgestellt worden. Diese sollen laut Stierle Zaun- und Mauereidechsen von der Baustelle fernhalten. Mit der Bahnüberführung über der Südumfahrung in Weil der Stadt solle nach derzeitigem Stand 2019 begonnen werden.

Rasante Entwicklung

"Der Dieselbetrieb kann nur eine Übergangslösung sein", betonte der Verkehrsplaner erneut. Der Brennstoffzellenbetrieb nehme eine rasante Entwicklung. Triebwagen mit dieser Technik sollen laut Stierle so schnell wie möglich zum Einsatz kommen. In Niedersachsen würden diese nun im Realbetrieb eingesetzt.

Hauptthema ist nach wie vor, ob die Hesse-Bahn den Betrieb der S6 und S60 stört, bei dem es ohnehin schon zu zahlreichen Verspätungen kommt. Deshalb gab es laut Stierle eine zweite Fahrplanrobustheitsprüfung. Der Betrieb der S-Bahn und der Hesse-Bahn führe demnach zu "minimalen Beeinträchtigungen im Sekundenbereich". Ohnedies räume man der S6 bei Störungen zu 100 Prozent Vorrang ein. "Wir haben großes Interesse daran, dass der S-Bahnbetrieb reibungslos funktioniert. Wenn dem nicht so ist, haben wir selbst ein Problem", betonte der Abteilungsleiter.

Beim Thema Arten- und Naturschutz suche man sowohl auf Seiten des Kreises als auch beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu) nach einer für beide akzeptablen Lösung. Ziel beim Fledermausschutz ist eine Röhre, quasi ein Tunnel im Tunnel. In beiden Bauwerken überwintern seit Jahrzehnten seltene Fledermausarten. Vor den Tunneleingängen schwärmen sie zu Hunderten in der Paarungszeit. Die Bauwerke sind groß genug, um eine solche Konstruktion dort unterzubringen. "Es reicht, um die Hesse-Bahn mit Tempo 80 oder 90 durch die Tunnel fahren zu lassen", so der Verkehrsplaner. Wie gut die vorgesehene Lösung von den Fledermäusen angenommen wird, soll diesen Sommer bei einem erneuten Versuch getestet werden, denn im vergangenen Jahr habe es nach Angaben von Experten dieser Tierart weitaus weniger Exemplare als sonst üblich gegeben.

Nach Stierles Einschätzung könnte man sich bis Herbst mit dem Nabu, der juristisch gegen das Schienenprojekt vorgegangen war, auf eine Lösung einigen. Die Naturschützer hätten signalisiert, ihre Klage wieder zurücknehmen zu wollen. Wenn diese vom Tisch wäre, ist laut Stierle eine Inbetriebnahme der Hesse-Bahn 2021 realistisch, berücksichtige man, dass der Tunnelbau bei Ostelsheim rund eineinhalb bis zwei Jahre in Anspruch nehme.

Argumente gehen aus

Die S-Bahn bis nach Calw durchzuziehen, wäre nach Ansicht von Gemeinderat Lothar Kante am sinnvollsten gewesen. Keiner sage aber, wie das finanziert werden solle. Der Kreis Calw habe auf alle Fälle geliefert. Den Kritikern des Schienenprojekts im Nachbarkreis Böblingen würden die Argumente gegen die Hesse-Bahn ausgehen. "Auch dort wächst die Einsicht, dass wir die Bahn brauchen".

Ratskollege Philipp Jourdan sagte, die Kommunen und Regionen stünden im Wettbewerb. Der Kreis Calw wolle den gleichen Vorteil genießen wie andere auch.

Rainer Kömpf dürfte nicht nur den Gremiumsmitgliedern, sondern auch den Zuhörern im Ratssaal aus dem Herzen gesprochen haben. Er kritisierte, dass jahrelanges Hickhack auf allen möglichen Ebenen das Vorhaben ­blockiere. Für Planungen und Gutachten seien bislang Unsummen ausgegeben worden. Und das, obwohl bei der Realisierung und dem künftigen Betrieb der Hesse-Bahn auf die Wirtschaftlichkeit gepocht werde. Man habe schon sehr viel Zeit verloren. "Ich glaube immer noch nicht richtig dran", äußerte sich Kömpf zur Wiederinbetriebnahme der Württembergischen Schwarzwaldbahn.

 
 

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