"Auf das Leben, auf die Liebe und die Königin!" – auch mit diesem Trinkspruch aus den Schlossfreizeiten wurde bei der Lebenshilfe aufs neue Jahr angestoßen. Foto: Tröger Foto: Schwarzwälder Bote

Vereine: Neues Jahr gemeinsam begrüßt / Einmal mehr bringen viele helfende Hände einiges zustande

Mit einer "goldenen Party "wurde im Lebenshilfehaus Neuhengstett das neue Jahr begrüßt.

Althengstett-Neuhengstett. Große goldene Zahlenballons 2019 schwebten über dem Büffet mit leckeren Häppchen. Die Fenster waren mit Goldfransen verhängt. Goldene Girlanden zogen sich an der Decke entlang und auf den mit weißem Tuch bedeckten Tischen tummelten sich zwischen silbernen Kerzenleuchtern unzählige Glückskäfer neben Hufeisen und anderen Silvestersymbolen. Jeder Neuankömmling wurde mit einem Glas Sekt oder Orangensaft begrüßt, und die gegenseitigen Wünsche für ein gutes Neues Jahr wollten kein Ende nehmen.

Ein Prosit unter Konfettiregen

Als der Fahrdienst auch den letzten Teilnehmer unter großem Hallo in den Raum schob, konnte die Party offiziell beginnen. Christina Stein, Leiterin der Offenen Hilfen, zusammen mit Angelika Rieß und Kim Jimenez Rieß, Vorstände des Vereins, begrüßten die jugendlichen sowie erwachsenen Teilnehmer mit Handicap, die teilweise ihre Eltern und Geschwister, Großeltern und Verwandte mitgebracht haben. Unter goldenem Konfettiregen wurde angestoßen. "Auf das Leben, auf die Liebe und auf die Königin!" Auf ihrem "Thron" hat "Königin Thea" – Thea Sautner, ein Urgestein der Lebenshilfe, bei deren Begrüßung es teilweise sehr emotional zuging – Platz genommen und mit diesem Trinkspruch aus den Freizeiten im Schloss prosteten sich die Teilnehmer zu. "Wie geht’s dir?", "Was hast du über die Feiertage gemacht?", "Bist du da auch dabei?" – die ersten Stunden waren schnell vorbei mit Gesprächen und fröhlichem Austausch. Dann duftete es auch schon verführerisch, als die vielen, auch ehrenamtlichen, helfenden Hände, das Büffet fürs Abendessen aufbauten. "Drei verschiedene Sorten Fleisch lassen wir uns von einem Caterer bringen. Alles andere, die Beilagen, Soßen, Salate und das Dessert, bereiten wir selbst zu. Wir haben nur ein begrenztes Budget je Teilnehmer und versuchen damit, das Bestmögliche zu realisieren", erzählt Stein.

Der außenstehende Beobachter kann hier nur anerkennend staunen, was unter diesen Voraussetzungen möglich ist, wenn viele ihren helfenden Beitrag einbringen. So war denn auch das Festmahl einer der Höhepunkte des Abends. Als alle satt waren, wurde zusammengerückt und eine Tanzfläche frei gemacht. Musik und Tanz gehören nämlich ebenso zu einer Party, und die ging flott und munter weiter. "Da bin ich wieder dabei, du auch?"

Ein Termin im Programm des ersten Vierteljahres tauchte in den Gesprächen immer wieder auf: die Flugreise nach Gran Canaria vom 26. April bis 3. Mai. Wie wichtig auch solche Angebote sind, wurde deutlich, wenn man denen zuhörte, die zum Beispiel schon in Portugal oder auf Teneriffa dabei waren und sah, wie freudig sie von diesen Erlebnissen berichtet haben. Das herzliche und familiäre Miteinander von behinderten sowie nichtbehinderten Menschen im Lebenshilfehaus in Neuhengstett zeichnet nicht nur diese Neujahrsfeier aus, sondern zieht sich als roter Faden durch die Arbeit aller daran Beteiligten. Das war bei der Party des Öfteren zu hören. Auch im Dank einer Mutter eines behinderten Sohns und einer Teilnehmerin an Nina Stein und ihr Team.

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