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Althengstett Kuscheltiere für krebskranke Kinder

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Kuscheltiere als Hilfe für krebskranke Kinder - die Realschüler haben dafür zu Nadel und Faden gegriffen. (Symbolbild) Foto: dpa

Althengstett - Bunte Stoffreste, Schere, Nadel, Garn, Filz, Schablone sowie Füllstoff zurechtgelegt und die Nähmaschine aufgebaut – schnell machen Neuntklässler der Althengstetter Realschüler aus einzelnen Teilen zauberhafte kleine Kuscheltiere. Diese übernehmen künftig als "Sorgenfresser" eine besondere Aufgabe.

Diagnose Krebs – wenn ein Kind davon betroffen ist, ändert sich das Familienleben schlagartig von einem Tag auf den anderen. Gedanken, Gefühle und der Alltag kreisen um die Krankheit. Dazu kommen bei den Eltern Unsicherheit, Verlustängste und die Sorge, mit der neuen Situation nicht richtig umgehen zu können.

Die kleinen Patienten selbst verarbeiten die Krebserkrankung zwar häufig viel besser als gedacht, und diese ist im Kindesalter längst kein Todesurteil mehr. Doch auch die Jungen und Mädchen, die oft längere Zeit stationär behandelt werden müssen, plagen Ängste und Sorgen. Der Weg der Genesung führt zudem häufig über aggressive Therapien, die den Körper sehr schwächen. Da braucht es viel Zuwendung, Trost und Unterstützung. Und genau da kommen die "Sorgenfresser" made in Althengstett ins Spiel, die künftig jungen Patienten der Kinderonkologie des Stuttgarter Olgahospitals helfen sollen.

Kein "Sorgenfresser" gleicht dem anderen, aber eines haben die kleinen bunten Gesellen gemeinsam: einen großen Schlund. Die erkrankten Kinder können ihre Sorgen oder Ängste malen oder aufschreiben und den Zettel dann in den Mund ihres Kuscheltiers stecken. Damit sind freilich nicht alle Probleme aus der Welt, aber den jungen Krebspatienten kann dadurch etwas Erleichterung verschafft werden.

"Meine Schüler waren hin und weg, als wir uns für dieses Projekt entschieden haben", erläutert Yvonne Gläser, Fachlehrerin Alltagskultur, Ernährung, Soziales (AES), im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten. Eine Freundin Gläsers arbeitet als leitende Stationsschwester im Olgahospital. "Wir haben offene Türen eingerannt", berichtet die Pädagogin. Derzeit seien dort 15 junge Patienten in Behandlung und ihre Klasse habe exakt 15 Schüler – je ein Neuntklässler wird also einem Kind eine große Freude machen. Das sei ein gelungenes Beispiel für das verknüpfte Lernen, also das Lernen durch Engagement für andere.

Für die Kuscheltiere mit meist spitzen Ohren und großen Kulleraugen wurden unterschiedlichste Stoffreste und Handtücher verarbeitet. "Wir haben darauf geachtet, dass nur Baumwollstoffe dabei sind, die man bis zu 60 Grad waschen kann. Das ist wichtig für die Hygiene auf der Krebsstation", sagt Gläser.

Im AES-Unterricht hat sich jeder Jugendliche schnell für sein "Sorgenfresser"-Modell entschieden und genauso schnell die dafür geeigneten Stofffetzen aus einem großen Korb gezogen. Die 15 Schüler arbeiten konzentriert und jeder Handgriff sitzt – außer die Fadenspule hüpft von der Nähmaschine oder die Nadel hakt, wenn sie durch Frotteestoff muss. Gläser läuft von Arbeitstisch zu Arbeitstisch, gibt den Schülern Tipps beim Nähen von Kanten oder beim Anbringen der Knopfaugen. Es braucht jedoch kaum Anweisungen der Lehrerin, alles läuft fast wie von selbst. Die Jugendlichen merken: Es ist nicht nur schön, beschenkt zu werden, sondern auch, zu schenken. Ein "Sorgenfresser" ist zwar nur eine Kleinigkeit, sie kommt aber von Herzen. "Und unsere tollen Modelle gibt es nicht im Laden!", sagt eine Schülerin begeistert.

Ob die "Sorgenfresser" rechtzeitig zu Weihnachten im Klinikum überreicht werden können, ist während des Nähens noch unklar. "Auf alle Fälle ­stecken die Schüler einen Hoffnungsspruch in den Mund eines jedes Tierchens", sagt Gläser. Und damit könnten die Krebspatienten auch nach dem Fest etwas anfangen: "Meine Schüler wollen den Patienten im neuen Jahr neue Hoffnung geben".

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