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Althengstett Kurve zeigt längst wieder nach oben

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Wolfgang Bauer (links) fordert bei der Bürgermeisterwahl am 3. Mai in Althengstet Amtsinhaber Clemens Götz heraus. Fotos: Fritsch Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Marion Selent-Witowski

Althengstett. Gespannt warteten die zahlreichen Althengstetter in der Sporthalle zum einen auf die Ausführungen von Wolfgang Bauer, der am 3. Mai bei der Bürgermeisterwahl gegen Clemens Götz antritt. Zum anderen, ob es kritische Fragen an den Amtsinhaber geben würde.

Für Spannung sorgte bei der offiziellen Kandidatenvorstellung völlig ungewollt erst einmal der erste Bürgermeisterstellvertreter Rainer Kömpf, der ans Rednerpult getreten war, um den Ablauf des Abends zu erklären. Die Mikrofonanlage wollte aber nicht funktionieren. Im Publikum wurde schon gewitzelt, ob man jetzt, wie unlängst bei der Infoveranstaltung zur Zukunft der Kreiskliniken im Landratsamt, in andere Räume würde ausweichen müssen.

Das technische Problem war jedoch bald behoben. Sowohl Amtsinhaber Clemens Götz als auch sein Herausforderer bekamen 15 Minuten Redezeit, um sich und ihre Ziele vorzustellen. Während der eine Bewerber sprach, hielt sich der andere, betreut von zwei Gemeinderäten, in Nebenräumen auf.

Götz zeichnete die Erfolge seiner ersten Amtszeit nach und versicherte, Begonnenes gerne weiterführen zu wollen. 2007 sei es der erklärte Wunsch der Wähler gewesen, dass nach den langen Querelen um seinen Vorgänger wieder Ruhe in der Gäugemeinde einkehre und Althengstett seinen guten Ruf wiedererlange. Lange Zeit habe es nur Negativschlagzeilen gegeben, heute werde wieder mit Hochachtung und Anerkennung für gemeinsam Erreichtes auf Althengstett geschaut. Der Amtsinhaber verwies auf die Stärkung der Bürgerbeteiligung bei der Planung von Projekten und zahlreichen Informationsveranstaltungen. All dies habe dazu beigetragen, wieder ein Klima des Vertrauens zu schaffen.

"Althengstett hat sich bewegt", sagte Götz. Beispiele wie das Seniorenzentrum, die Neue Ortsmitte Ottenbronn, die Umgestaltung des alten Neuheng­stetter Schulhauses zu einem lebendigen Haus der Begegnung und die nicht gerade einfache Vorarbeit für den neuen Edeka-Markt in der Gottlieb-Braun-Straße nannte der Althengstetter Schultes. Götz machte deutlich, wie quasi aus der Not heraus gemeinsam gute Ideen in die Tat umgesetzt werden können. In Althengstett werde gemeinsam gestaltet, und die Bevölkerung habe sich für Veränderungen gewinnen lassen, betonte Götz.

"Viele sahen Althengstett schon im Schuldenloch", sagte er zur Entwicklung des Gemeindehaushalts. Mitten in der Wirtschaftskrise 2009 sei man beim Gewerbesteueraufkommen von vier Millionen Euro auf 300 000 Euro abgestürzt. Auch die Haushaltskonsolidierung sei ein Gemeinschaftswerk. "Seit 2013 sind wir schuldenfrei und verfügen über Rücklagen von fünf Millionen Euro." Götz betonte aber auch, dass seine erste Amtszeit nicht ohne Konflikte und Fehler abgelaufen sei. So sei das Projekt Nahwärme in Neuhengstett gescheitert.

In der Fragerunde gab es das obligatorische Zögern, bevor die erste Frage an Götz gerichtet wurde. "Warum kann sich Althengstett keinen Waldkindergarten leisten?", fragte eine Mutter. Wie berichtet, stand die Einrichtung schon auf der Kippe und hat jetzt quasi eine Schonfrist bekommen. Günstiger werde sie erst, wenn sie mehr in Anspruch genommen und mehrgruppig würde, äußerte sich Clemens Götz. Ob der Waldkindergarten weiter bestehen könne, sei eine Entscheidung der Eltern.

Warum das Hallenbadrestaurant der Schulmensa geopfert werden soll, lautete eine weitere Frage an Götz. Er versicherte, dass diese Entscheidung nicht leicht gefallen sei. Es sei aber keine kommunale Aufgabe, einen Restaurantbetrieb zu subventionieren, was in den vergangenen 40 Jahren der Fall gewesen sei. Nicht zuletzt im Hinblick auf die Kosten im Zusammenhang mit der Sanierung des Sportzentrums habe man diese schmerzliche Entscheidung getroffen. Eine weitere Frage bezog sich auf die Kosten, die durch die Hermann-Hesse-Bahn auf die Gäugemeinde zukommen. Auch dieses Thema hat mit dem Abwägungsprozess Mensa-Hallenbadrestaurant zu tun. "Die S-Bahn hat bei der Entscheidung eine Rolle gespielt. Sie war uns wichtiger", sagte Götz. Bei dem Schienenprojekt handle es sich um eine Kraftanstrengung, die aus finanzieller Sicht aber zu stemmen sei.

Herausforderer Wolfgang Bauer gab am Rednerpult unumwunden zu, etwas nervös zu sein, weil er noch nie vor einem großen Publikum gesprochen habe. Mit dem 43-jährigen gelernten Bankkaufmann und Betriebswirt hatten die Zuhörer einen Mann vor sich, der seit zwei Jahren mit seiner Familie in der Gäugemeinde lebt und sich viele Gedanken über deren Zukunft macht; dem man abnimmt, dass er kräftig mit der Bevölkerung zum Wohl der Kommune anpacken will, Ideen entwickelt und lernfähig ist. "Ich stehe für Vertrauen, Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit", sagte er. Der Lebensqualität für Jung und Alt, der Gewerbeentwicklung und der Förderung der Vereine wolle er sich als Verwaltungschef verschreiben. "Ich stehe für transparente, kreative Lösungen. Mir mir gibt es keine Prestigeprojekte zum Wohle Einzelner", äußerte sich Bauer.

Der Bewerber hielt seine Äußerungen mit Ausnahme von zwei Beispielen nach dem Geschmack des Publikums allerdings zu allgemein: Pädagogische Angebote sollten ausgebaut und Baulücken im Ort geschlossen werden, bevor es um die Ausweisung neuen Baugebiete gehe. "Was finden Sie hier im Ort nicht gut? Was würden Sie gänzlich anders machen? Warum soll ich Sie zum Bürgermeister wählen?", versuchte Christa Templ dem Bewerber Konkreteres zu entlocken. Am Beispiel Hermann-Hesse-Bahn machte Bauer deutlich, anders vorgehen zu wollen: "Ich würde die Bevölkerung von Anfang an besser in ein solches Projekt einbinden". Ansonsten hielten sich die Zuhörer mit Fragen an den Gegenkandidaten zurück, zeigten mit ihrem Applaus aber ihren Respekt und ihre Anerkennung für Bauers Vorstellung. Nach dem offiziellen Teil gab es noch die Gelegenheit, mit beiden Bewerbern ins Gespräch zu kommen.

u Kommentar

Von Marion Selent-Witowski

Ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Amtsinhaber Clemens Götz und Wolfgang Bauer ist am 3. Mai bei der Bürgermeisterwahl in Althengstett nicht zu erwarten. Der Herausforderer wagte sich erst in allerletzter Minute aus der Deckung und hatte zu wenig Zeit, um sich bekannt zu machen. Außerdem hat der 43-Jährige bei der Kandidatenvorstellung seine Ziele zu vage formuliert. Kein Wort dazu, was er als verbesserungswürdig erachtet und vor allem, was er in den nächsten acht Jahren anders als Götz machen würde. Der wahrscheinlich alte und neue Bürgermeister hat deshalb künftig aber noch lange kein leichtes Spiel. Zu viele große Aufgaben stehen an, die er nicht alleine stemmen kann und will. Götz setzt weiter auf ein starkes Miteinander. Dass das funktioniert, sieht man exemplarisch an gelungenen Projekten wie Nahversorgung, Familien- und Seniorenzentrum.

 
 

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