Treffen, begleiten, feiern und zwar mit mehr Herz: Darum geht es für Jugendliche und ihren Kontaktmann Pascal "Paco" Weik in der Choy-Kirche. Foto: Selent-Witowski

Pascal "Paco" Weik hat als Kontaktarbeiter der Jugendkirche Choy trotz Corona längst Fuß fassen können. Unter anderem die Brotbackaktion diese Woche trägt dazu bei, seine Stelle zu sichern. Die Choy-Pfarrerstelle dagegen bleibt vakant.

Althengstett/Gechingen/Simmozheim/Ostelsheim. Weiks Hauptaufgabe bei der "Church of Youth" mit Sitz in Althengstett ist es, den Kontakt zu jungen Menschen aus dem Gäu zu halten und sich in ihrer Lebenswelt zu bewegen – gar nicht so einfach in Zeiten des Abstandhaltens, dem Social Distancing. Seine Kontaktarbeit soll sich am Leben der jungen Menschen orientieren, die er dabei eigene Ideen und Begabungen entwickeln lässt. Der Zielgruppe wird mit Choy die Möglichkeit gegeben, jugendgemäße Gottesdienste zu feiern, Freiräume zu erschließen, geistlich-spirituelle Erfahrungen zu machen und sich sozial zu engagieren. Das alles in letzter Zeit eben mit Vorbehalt.

Seit Pfingsten läuft die Arbeit ganz gut

Entmutigen ließ sich der 30-Jährige in den vergangenen Monaten aber nicht. Und auch jetzt, bei steigenden Infektionszahlen, ist Weik recht zuversichtlich, dass die Jugendarbeit, die wie vieles andere an Inzidenzwerte gekoppelt ist, nicht schon wieder unter Einschränkungen leiden wird. "Ich hoffe, dass man den Jugendlichen weiterhin ihren Raum lässt", sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion. Seit Pfingsten habe er eigentlich ganz entspannt seiner Arbeit nachgehen können und wolle diese auch so fortsetzen. "Ich bin gespannt, wie es in nächster Zeit läuft, jetzt kommt eh die besinnliche Advents- und Weihnachtszeit und es wird etwas ruhiger." Man werde sehen, was man die nächsten Wochen anbieten könne.

Von einer "super Resonanz" spricht der Kontaktarbeiter mit Blick auf die Brotbackaktion Ende dieser Woche zugunsten von Choy und seiner Stelle. Das Backen war im vergangenen Jahr wegen der Pandemie ausgefallen. Diesmal wird erneut von einem Team Ehrenamtlicher Weizen- und Dinkelbrot im Neuhengstetter Backhaus gebacken und dann in allen drei Althengstetter Ortsteilen ausgeliefert oder es kann abgeholt werden. Bis Montag gab es 70 Brotbestellungen. "Es wird recht früh angefangen an den beiden Backtagen am Donnerstag und Freitag, damit die Laibe ab 16 Uhr ausgefahren oder abgeholt werden können", erzählt Weik. Sowohl beim Backen als auch bei der Auslieferung könne auf Menschen gesetzt werden, die der Jugendkirche verbunden seien und diese mit ihrem Einsatz unterstützen wollten. "Am Donnerstag werden die Brote in Stammheim, Ostelsheim und Gechingen ausgefahren, am Freitag dann in Althengstett, Ottenbronn, Neuhengstett, Simmozheim, Möttlingen und Hirsau", berichtet der 30-Jährige. Er sei jedenfalls in Neuhengstett vor Ort, "allein, weil mich interessiert, wie im Backhaus gearbeitet wird, und um neue Kontakte zu knüpfen".

Fundraising überAktionen und Spenden

Der Kirchenbezirk Calw-Nagold, bei dem Weik angestellt ist, trägt 25 Prozent der Kosten für seine Tätigkeit, weitere 25 Prozent die Landeskirche. Der Rest kommt über Fundraising zusammen, also Aktivitäten wie die Brotbackaktion oder Dauerspenden von Choy-Unterstützern – Eltern von Konfirmanden oder jungen Menschen, die früher selbst die Jugendkirche besucht hätten und diese nun gerne unterstützen möchten. Der Kontaktarbeiter spricht   von einer guten finanziellen Basis für seine Stelle. Über eine plötzliche Entlassung aus Geldmangel, etwa wenn die Spenden einbrechen würden, müsse er sich keine Sorgen machen, denn der Kirchenbezirk genehmige eine Diakonstelle nur, wenn entsprechende Rücklagen vorhanden seien.

Nach seinen ersten eineinhalb Jahren bei Choy zieht Weik zufrieden Bilanz: "Die Arbeit hier macht mir immer noch sehr viel Spaß". Gleichwohl sei er momentan allein für die Zielgruppe da, also Jugendliche aus Althengstett. Ostelsheim, Simmozheim und Gechingen, denn die Stelle des Choy-Pfarrers ist nach wie vor unbesetzt. Steffen Kaupp hatte die Jugendkirche Ende Februar verlassen. Man sei derzeit dabei, die Nachfolge Kaupps zu regeln, so Weik. "Es ist schade, dass wir momentan nicht die gewohnten Gottesdienste feiern können. Und ein Gottesdienst ist nun mal das, was man unter Kirche versteht, auch bei den Jugendlichen, die zu Choy kommen", sagt Weik. Beliebt sei diese Art des Gottesdienstes, weil er nach den Vorstellungen der Jugendlichen gestaltet werde.

"Wir hatten eigentlich eine Stelle für ein Freiwilliges Soziales Jahr geplant, das gestaltet sich aber schwierig", berichtet der Kontaktmann. Viele junge Menschen würden sich derzeit eher gegen eine FSJ unter Corona-Bedingungen entscheiden "und machen lieber ein Auslandsjahr, bei dem andere Voraussetzungen gelten".

Egal, was die kommenden Wochen und Monate bringen: Weik möchte den Jugendlichen weiterhin mit der gebotenen Vorsicht gemeinsame Aktivitäten anbieten. Man müsse lernen, mit Corona zu leben, ohne zu sehr eingeschränkt zu sein.