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Althengstett Die Erfolgsquote liegt bei rund 70 Prozent

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Ist das Bügeleisen noch zu retten oder nicht? Das wird hier von den ehrenamtlichen Handwerkern diskutiert. Fotos: Tröger Foto: Schwarzwälder Bote

Reparieren statt wegwerfen – das Motto der "Hengstetter Werkstatt", des Reparatur-Cafés unter dem Dach des Althengstetter Seniorenrats passt genau in die Zeit.

Jeden ersten Samstag im Monat von 9 bis 12 Uhr hat das Reparatur-Café im Technikraum im Untergeschoss der Gemeinschaftsschule Althengstett geöffnet. Kontakt: Roland Scheurer, Telefon 07051/1 67 90 96, oder per Mail an die Adresse roland.scheurer@outlook.de. Informationen zum Seniorenrat gibt es unter www.seniorenrat-althengstett.de.

Althengstett. Zunehmend wird deutlich, dass man mit Ressourcen nicht mehr so unbefangen umgehen kann, wie dies in der Wohlstandsgesellschaft über viele Jahrzehnte der Fall war. So manches Teil, sei es Haushaltsgerät, Mobiliar, Lampen oder Unterhaltungselektronik, lässt sich durchaus mit überschaubarem Aufwand reparieren, bevor es einfach durch ein neues ersetzt wird.

Ehrenamtliche geben Hilfe zur Selbsthilfe

Hilfe zur Selbsthilfe wollen hier die engagierten Ehrenamtlichen des Reparatur-Cafés – ausgebildete aktive oder sich im Ruhestand befindliche Handwerker, Elektriker und Ingenieure – denjenigen geben, die zwar gern selbst Hand an ihre defekten Objekte anlegen würden, sich aber mangels fachlicher Kenntnis nicht wirklich trauen. Im Technikraum der Althengstetter Gemeinschaftsschule bieten sie ihre Hilfe kostenlos an.

Defektes Bügeleisen ruft Fachmänner auf den Plan

Zum ersten Termin im neuen Jahr hatten die versierten Helfer nicht ganz so viel zu tun wie an manch anderen Öffnungstagen. Ein defektes, zerlegtes Bügeleisen sorgte für lebhaften Austausch unter den Fachmännern, bis sie schließlich zur gemeinsamen Einschätzung kamen, dass es irreparabel ist. "Wir haben allerdings auch wieder alle etwas gelernt. Das ist für uns Helfer ein willkommener Zusatznutzen, den wir bei künftigen Reparaturen einbringen können", sagte Eberhard Gerlach.

Erfolgreicher war die Reparatur eines elektrischen Schwibbogens durch Ralph Wiechmann, bei dem die Verkabelungen das erste Weihnachten nicht überstanden haben. Roland Scheurer, Initiator und Verantwortlicher für das Reparatur-Café, konnte von weiteren gelungenen Reparaturen berichten. So wurde ein Rollator ganz unkonventionell mit einem selbstgedrehten Holzlager und hergestellter Bremse wieder funktionsfähig gemacht. "Mein Staubsauger saugt nicht mehr" –­ auch das ein wiederkehrender Hilferuf. Nicht immer ist es die Elektrik, sondern auch mal eine im flexiblen Rohr über längere Zeit festsitzende Socke, wie die umfangreiche Fehlersuche schließlich ergab. Oder es gilt Stühle wieder fest zu verleimen, wofür Eberhard Kammerer als Hobby-Schreiner zuständig ist. Er hat auch ein Händchen als Puppendoktor und konnte so einer strahlenden Puppenmutter ihren fast lebensgroßen Liebling wieder heil übergeben.

Nur Ersatzteile müssen bezahlt werden

Das ist überhaupt der größte Lohn für die engagierten Helfer: Das Leuchten in den Augen derer, die selbst unter Anleitung repariert haben oder ihr wieder funktionstüchtiges Teil in Empfang nehmen können. Denn die Hilfe ist kostenlos, lediglich nötige Ersatzteile müssen bezahlt oder selbst besorgt werden. "Wir haben eine Erfolgsquote von mehr als 70 Prozent", erzählte Roland Scheuerer stolz. Dafür ist jedoch auch ein wenig Bürokratie nötig. Mit Ausfüllen eines Formulars, auf dem der Gegenstand, der Defekt und das Ergebnis der Reparatur vermerkt werden, befreien die Besucher die handelnden Helfer von Haftungs- und Gewährleistungsansprüchen.

Für den geselligen Teil des Reparatur-Cafés sorgen Kaffee, Tee und Kuchen, die sich Besucher sowie Helfer bei angeregten Gesprächen gemeinsam schmecken lassen. Denn der Austausch ist den Verantwortlichen genauso wichtig wie ihre uneigennützige Dienstleistung. Weitere Helfer mit entsprechend fachlichem Hintergrund sind jederzeit willkommen und eingeladen, einfach mal reinzuschnuppern.

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