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Althengstett Koloss macht ein Stück weit unabhängiger

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Bürgermeister Clemens Götz (links im Korb) und neben ihm Kommandant Benjamin Jones freuen sich mit den Feuerwehrleuten über die Indienststellung des neuen Teleskopmastfahrzeugs.Foto: Biermayer Foto: Schwarzwälder Bote

Eine gute Ausrüstung ist für die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr das A und O. Die Althengstetter Wehr ist nun um ein Fahrzeug des Typs TM 32 reicher. Damit wird die Gemeinde ein Stück weit unabhängiger von den Nachbarwehren.

Althengstett. Der TM 32 ist eine imposante Erscheinung, vor allem wenn der Teleskopmast mit Korb auf die volle Länge von 32 Metern ausgefahren wird. Der 18 Tonnen schwere Koloss ist die neueste Verstärkung der Althengstetter Feuerwehr und seit Samstag offiziell im Dienst.

"Wir haben bisher vier Löschfahrzeuge und einen Mannschaftstransportwagen sowie ein zusätzliches Löschfahrzeug in Ottenbronn", erklärte Kommandant Benjamin Jones. Eines der Löschfahrzeuge sei aber schon mehr als 32 Jahre alt und solle ausgemustert werden. Auf der Suche nach einem Ersatz habe man sich schlussendlich für den TM 32 entschieden.

Diese Entscheidung hatte mehrere Gründe, wie Jones erläuterte. Die Althengstetter Feuerwehr habe bisher kein Hubrettungsfahrzeug gehabt, weder ein Teleskopmastfahrzeug (TM) noch eine Drehleiter. Diese hätten im Bedarfsfall aus Calw oder Weil der Stadt alarmiert werden müssen. Durch das neue Fahrzeug am eigenen Standort sei man im Notfall noch schneller vor Ort und einsatzbereit.

Günstige Gelegenheit

Die Wahl auf ein TM sei dann sowohl aufgrund des Preises als auch der Einsatzmöglichkeiten gefallen, führte Kommandant Jones weiter aus. So ein Fahrzeug koste normalerweise zwischen 800 000 und 900 000 Euro, erklärte Bürgermeister Clemens Götz, der zu Indienststellung am Samstag gekommen war. Man habe aber die Möglichkeit gehabt, ein Vorführfahrzeug zu erwerben, welches dann nur 699 000 Euro gekostet habe. Der TM stammt von MAN mit Aufbauten der Firma Bronto Skylift.

"In einem Vorführfahrzeug sind auch noch mehr Extras verbaut, als wenn wir selbst eins bestellt hätten", legte Steffen Schönfelder dar, der bei der Feuerwehr für die Beschaffung zuständig war. Über die vergangenen fünf Jahre habe man sich mit unterschiedlichen Optionen beschäftigt. Der TM sei schließlich die schlüssigste Variante gewesen.

Denn dieses Fahrzeug ist vielfältig einsetzbar. "Die vollen 32 Meter an Höhe brauchen wir in der Gemeinde nur selten", meinte Kommandant Jones. Gebäude in Althengstett mit diesem Ausmaß seien eigentlich nur die Kirchtürme und der Primus Industriepark (ehemals Zeyko). "Es geht aber nicht nur um die Höhe", so Jones weiter. Viele Häuser seien von der Straße zurückgelagert und nur schwer zugänglich, wie etwa manche Mehrfamilienhäuser oder das Gebiet "Am Hirschgarten". Auch flache Gebäude mit einer großen Ausdehnung wie das Sportzentrum oder Bauten im Industriegebiet seien durch den abknickbaren Teleskopmast besser abzudecken.

Für den Notfall im Notfall

"Außerdem ist an dem Mast eine dauerhafte Leitung installiert", so Jones weiter. Ein Verlegen der Schläuche im Einsatzfall entfalle also. Auch könnten bewegungseingeschränkte Menschen über den mit bis zu 500 Kilogramm belastbaren Korb einfacher gerettet werden. Das Absteigen über die Leiter entfalle, auch wenn am Teleskopmast noch eine Leiter angebracht sei. Diese ist aber nur für den Notfall im Notfall gedacht. "Wir können jetzt immer einen zweiten Rettungsweg bereitstellen", so Jones. Der erste sei über das Gebäude selbst, der zweite Rettungsweg über den neuen TM.

Das Teleskopmastfahrzeug ist das erste seiner Art in Diensten der Feuerwehr im Kreis Calw. Und von dieser Anschaffung profitieren auch die umliegenden Gemeinden. "Wir halten ja nicht einfach an der Gemeindegrenze an", scherzte Jones. Mit dem TM könne man die Nachbarwehren bei Bedarf im Einsatz unterstützen.

Damit das Fahrzeug fachgerecht eingesetzt werden kann, mussten die Feuerwehrleute eine gesonderte Ausblidung durchlaufen. 24 der rund 75 Feuerwehrleute der Gesamtgemeinde sind mittlerweile für den Einsatz mit dem TM geschult. Dazu zählen Fahrzeugführer, welche im Vorhinein die Qualifikation des Gruppenführers haben mussten, Maschinisten und Truppmänner.

Lange Ausbildungsphase

Für die Ausbildung war Julian Schroff zuständig. "Eigentlich haben wir das Fahrzeug schon seit Dezember letzten Jahres hier stehen", so Schroff. Allerdings habe sich die Schulung durch die Corona-Pandemie verzögert. Der theoretische Teil habe deshalb online stattgefunden. Den praktischen Teil habe man durchlaufen, als dies wieder möglich gewesen sei.

"Wir haben einen Haufen Zeit investiert", resümierte Kommandant Jones, "aber es hat auch viel Spaß gemacht". Er überreichte den Feuerwehrleuten ihre Urkunden für den erfolgreich absolvierten Lehrgang.

Auch Bürgermeister Clemens Götz zeigte sich begeistert über die Funktionalität der neuen Anschaffung. Gerade in begrenzten Verhältnissen könne der TM seine Fähigkeiten voll ausspielen. Beim Brand von Notre Dame habe er auf den Bildern gesehen, dass auch die dortigen Feuerwehrleute auf Teleskopmastfahrzeuge setzten. Götz bedankte sich bei den Althengstetter Feuerwehrleuten für ihren Einsatz und Mitarbeit bei der Beschaffung, insbesondere bei Schönfelder, Schroff sowie Kommandant Jones.

Für 15 Jahre solle der TM nun im Dienst sein, so Jones. "Gerne auch länger", fügte er hinzu. Er sei froh darüber, dass Althengstett nun über ein solches "super Fahrzeug" verfüge. Trotzdem hoffe er natürlich, dass man es nie einsetzen müsse.

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