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Althengstett Klimawandel hinterlässt Spuren im Wald

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Der Althengstetter Gemeindewald ist für viele ein wichtiges Naherholungsgebiet. Aktuelle Fakten und Zahlen zeichnen allerdings kein allzu rosiges Bild zur Zukunft des Forsts. Foto: Tröger

Althengstett - Christof Grüntjens stellte als Bezirksleiter Calw für Waldwirtschaft und staatlichen Holzverkauf am Landratsamt Calw letztmalig den Kultur- und Nutzungsplan für das Forstwirtschaftsjahr 2020 im Althengstetter Gemeinderat vor.

Grüntjens übernimmt zum 1. Januar die Leitung des Forstamtes Schwarzwald Nord. An der Betreuung des Althengstetter Gemeindewalds werde sich nichts ändern, versicherte der Bezirksleiter, diese werde künftig der bisherige Revierleiter Jürgen Martinek verantwortlich übernehmen. Martinek wird damit künftig für die Forstwirtschaft aller vier Verbandsgemeinden zuständig sein.

Grüntjes erläuterte das vorläufige Ergebnis mit Stand November des laufenden Kultur- und Nutzungsplans. Von den eingeschlagenen 2200 Festmetern waren 1100 durch Insekten und Dürre geschädigtes Holz, das somit nicht zum optimalen Zeitpunkt geerntet wurde. Ein großer Anfall an solchem Material und Sturmholz hatte auf dem Holzmarkt fallende Preise zur Folge, deshalb werde das Ergebnis 2019 nicht so positiv ausfallen wie erwartet. "Wir werden wahrscheinlich mit einer schwarzen Null rauskommen", so der Forstverantwortliche. Das heißt, bei Erlösen von 206 000 Euro und Kosten von 204 000 Euro wird am Ende des Jahres ein Ertrag von 2000 Euro zu verzeichnen sein. Geplant waren 7400 Euro.

Daten zeigen kein rosiges Bild

Der Kultur- und Nutzungsplan für 2020 sieht einen Einschlag von 1930 Festmeter Nutz- sowie 470 Festmeter Brennholz vor. Für die Wegeunterhaltung sind 4000 Euro eingeplant. Rund 28 Hektar Jungbestand sind laut Plan zu pflegen und 2500 Douglasien zu pflanzen. Bei Ausgaben von 262 300 Euro und erwarteten Einnahmen von 207 700 Euro wird es 2020 zu einem Minus von 54 600 Euro kommen.

Anhand von Schaubildern zeigte er die Temperatur- und Niederschlagsentwicklungen in Deutschland seit 1881 auf, die Auswirkungen auf den Wald, aber genauso auf Landwirtschaft und Gartenbau haben. Diese Daten zeigten kein rosiges Bild, und die prognostizierten Szenarien mit weiter steigenden Temperaturen und Dürreperioden wegen sinkender Niederschläge würden von der Realität in den vergangenen fünf Jahren ein- beziehungsweise überholt, machte er deutlich. Grüntjens betonte jedoch auch, dass der Wald nicht verschwinden werde. Er werde sich von der Zusammensetzung her ändern, jedoch wird, aus wirtschaftlichen Gründen (Stichwort Nutzholz) wie mit Blick auf die Tier- und Vogelwelt, ein Bestand an Nadelwald bleiben müssen.

Gemeinderat Thomas Schmidt regte eine zeitnahe Waldbegehung des Rates mit dem Forst an. So könne man sich vor Ort ein Bild von den Schadensbildern durch Dürre und Insekten machen, um danach fundiert festlegen zu können, wie künftig die Bewirtschaftung und der Erhalt des Gemeindewaldes aussehen muss. "Wann beginnen Sie mit dem Schadholzeinschlag?", war seine zweite Frage an Grüntjens und Martinek. Schmidt wollte wissen, wie schnell reagiert wird, wenn ein Käferbefall festgestellt wird. Anhand vom Lebenszyklus der Käfer machten beide klar, dass schnelles Handeln angesagt ist: "Der erste befallene Baum muss raus aus dem Wald, bevor die ganze Käfergeneration Flugtag hat".

"Wir dürfen uns wohl davon verabschieden, unseren Wald als sicheren Einkommensfaktor zu sehen", sagte Lothar Kante. Ihn habe überrascht, dass sich das Land aus der Finanzierung einer so elementaren Aufgabe wie dem Erhalt eines stabilen Waldes verabschiedet, nahm er Bezug auf die Forstreform, die ab dem kommenden Jahr greift.

"Warum werden Douglasien gepflanzt?", wollte Eckard Flik wissen. Dies geschehe nicht großflächig in Monokultur, erläuterte Martinek, sondern zum Beispiel im Unteren Wald auf vielen kleinen Flächen als sogenannte Lücken-Plombierung zwischen die Laubhölzer, weil die Douglasie mit höheren Temperaturen und weniger Wasser gut zurechtkomme sowie gegenüber Insekten relativ resistent sei.

Es müssen robustere Arten gepflanzt werden

"Das Wichtigste ist, dass Sie zu Ihrem Wald stehen und zur Walderhaltung", machte Grüntjens deutlich auf die Frage von Philipp Jourdan, was über den Wirtschaftsplan 2020 hinaus jetzt zu tun sei. Es gelte, den Wald zu beobachten und wenn nötig Baumarten zu pflanzen, die mit den Bedingungen besser zurechtkommen. Das aktuelle Zehn-Jahres-Planwerk für die Waldbewirtschaftung laufe nächstes Jahr aus und für das sich anschließende gehe eine gründliche Untersuchung des Waldes voraus. "Dann haben Sie wieder einen guten Handlungsplan für die nächsten zehn Jahre", sagte Grüntjens.

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