Setzten sich bei der Bürgerwerkstatt für die weitere Entwicklung ihres Ortes ein (von links): Carmen Korting, Pascal Korting mit Kind, Claus Adam, Dieter Rapp, Thomas Geissler, Ortsvorsteher Gerhard Dietz und Daniel Jourdan. Foto: Bausch Foto: Schwarzwälder Bote

Kommunales: Bürger zeigen großes Interesse an der Weiterentwicklung ihres Ortes

Althengstett-Neuhengstett (ina). "Im April 2019 werden wir wissen, ob wir in die erste Förderung reinkommen oder ob wir es noch einmal versuchen müssen", unterstrich Städteplaner Thomas Geissler von der LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH bei der Neuhengstetter Bürgerwerkstatt zur weiteren städtebaulichen Entwicklung des Waldenserortes.

Die Einwohner zeigten so großes Interesse an der ganztägigen Veranstaltung, dass der Rathaussaal aus allen Nähten platzte. Entsprechend groß und vielfältig waren die Ideen, Anregungen, Wünsche sowie Vorschläge, die die teilnehmenden Bürger in drei Gruppen mit Blick auf die Zukunft erarbeiteten. "Der Hauptpunkt bei uns war, für alle Gruppen Möglichkeiten zur Kommunikation zu finden", hob Ortschaftsrat Karl Helmut Schulzke als Sprecher einer Arbeitsgruppe hervor. Dabei schwebte den Gruppenmitgliedern die Einrichtung eines Mehrgenerationenhauses vor.

Passanten gefährdet

Außerdem sahen die Bürger Defizite bei der Gehwegsituation in manchen Straßen, wo es schwierig sei für Fußgänger mit Kinderwagen oder Rollatoren. Auch die Querung der stark befahrenen Straße beim Mühlenladen Sessler müsste verbessert werden. Weitere Vorschläge waren die sorgfältigere Pflege der "etwas vernachlässigten Sandkästen der Spielplätze", die Verbesserung des Handy- und Internetempfangs sowie eine bessere Beschilderung des Kulturfernwanderwegs Hugenotten- und Waldenserpfad im näheren Bereich.

Pascal Korting, der Sprecher der zweiten Gruppe, stellte sich selbst als Neubürger vor, der erst kürzere Zeit in Neuhengstett wohnt. Aus seiner Sicht könnte eine Info-Broschüre für Neuzugezogene dazu betragen, "dass man schneller reinfindet".

Man müsse Ideen sammeln für eine weitere Belebung des Ortskerns, so Korting. Er nannte als Beispiele die Einrichtung eines Cafés, die Verbesserung der Nahversorgung und Möglichkeiten für betreutes Wohnen. Weitere Ideen und Wünsche der Gruppe waren Sprechstunden von Fachärzten vor Ort, mehr Parkplätze und ein öffentliches WC in der Ortsmitte sowie Barrierefreiheit bei Gehwegen.

Behinderte Menschen hätten keinen Zugang zum Rathaussaal, der im ersten Stock liegt und wo die Ortschaftsratsitzungen und andere Veranstaltungen stattfinden.

"Sie haben heute den Startschuss gegeben. Wir werden das, was sie erarbeitet haben, in einem Ergebnisprotokoll zusammentragen", kündigte Geissler an. Der Ortschaftsrat werde das Ergebnis gründlich analysieren.