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Althengstett Jahrelange Bemühungen waren nicht völlig umsonst

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Die 2010 verstorbene Vereinsvorsitzende Brigitte Stiegler war die treibende Kraft und gute Seele von "Kinder der Hoffnung". Foto: Archiv Foto: Schwarzwälder Bote

Althengstett. Von Anfang an war klar, dass es ohne die 2010 verstorbene Initiatorin des Vereins "Kinder der Hoffnung", Brigitte Stiegler, schwierig sein wird, den Bau eines Waisenhauses in Kenia zu stemmen beziehungsweise dessen Betrieb zu gewährleisten. Es fehlte eine Person des Vertrauens, die vor Ort ist und die Leitung der Einrichtung übernimmt. Nun ist der Verein Geschichte. Er wurde aufgelöst. Die jahrelangen Bemühungen waren aber nicht völlig umsonst.

Schon lange in Kenia

Der Verein "Projekt Schwarz-Weiß" wird das fortführen, was Stiegler und die weiteren Mitglieder von "Kinder der Hoffnung" begonnen haben. "Die Familie Dürr aus Ulm hat vor vielen Jahren mit einem Projekt in Kenia begonnen. Ihr Waisenhaus ›Nice View Children’ s Village‹ ist circa 20 Kilometer von unserem Haus entfernt", erläutert Dietmar Waidner, zuletzt Vorsitzender von "Kinder der Hoffnung", gegenüber dem Schwarzwälder Boten. "Frau Dürr lebt mit zwei Kindern schon lange in Kenia, ihr Mann ist seit er in Rente ist, auch komplett dort. Ein Sohn, der in Ulm wohnt, organisiert alles hier in Deutschland", so Waidner. Und weiter: "Die Familie Dürr hat das geschafft, was wir schaffen wollten. Ihre Organisation ist autark mit Schule, eigener Ausbildungsstätte und Krankenhaus."

Die Kinder im Alter von 18 Jahren müssen aus rechtlichen Gründen das Waisenhaus verlassen. "Das Gebiet, in dem unser Haus steht, ist mit vielen Arbeitgebern besetzt. Die Kinder machen hier ihre Berufsausbildung, und damit sie nicht auf der Straße sitzen, wird unser Haus für diese älteren Kinder als Unterkunft verwendet und von Müttern des Vereins betreut. Somit konnte das Haus doch dem Zweck zugeführt werden, den wir im Auge hatten", zeigt sich Waidner erleichtert. Als Liquidatoren des Vereins seien er selbst, außerdem Norbert Ziegler und Kristina Zeks tätig gewesen. Mit der zivilrechtlichen Übergabe sei die Arbeit von "Kinder der Hoffnung" beendet.

Neue Hoffnung

Der Verein war im Oktober 2006 aus der Taufe gehoben worden. Initiatorin, treibende Kraft und Seele des Vereins war die Krankenschwester Brigitte Stiegler. Sie hatte die Idee, Waisenkindern in Kenia zu helfen. Jungen und Mädchen, deren Eltern an den Folgen von Aids oder aus anderen Gründen gestorben sind, neue Hoffnung zu geben, war das Hauptziel. Ihnen eine Zukunft zu geben, damit sie später im Leben auf eigenen Beinen stehen können und eine Chance haben.

Hilfe zur Selbsthilfe

Ursprünglich entstand im Jahr 2001 ein Waisenhaus in Likoni, einem Vorort von Mombasa. Zeitweilig lebten dort nach Angaben des Vereins bis zu 43 Kinder im Alter von zwei bis 17 Jahren. Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, war eines der Anliegen. "Dies beinhaltet, dass wir den Kindern eine gute Schulbildung ermöglichen wollen, damit sie später einen Beruf erlernen und ihr eigenes Leben aufbauen können. Auch unterstützen wir früh die Eigenverantwortung. So bald wie möglich erhält jedes Kind in der Gruppe eine klar zugeteilte Aufgabe innerhalb der Gemeinschaft des Heims", beschrieb der Verein seine Tätigkeit.

Die Jungen und Mädchen sollten angeleitet werden, verantwortungsvoll mit den vom Verein gesammelten Spenden umzugehen. Hilfe zur Selbsthilfe gab Stiegler, die regelmäßig vor Ort war, beispielsweise, indem sie die Kinder und Jugendlichen anleitete, kleine Kunstgegenstände aus Holz wie Brieföffner zu fertigen oder Schuhe mit bunten Perlen zu verzieren. Die Vereinsgründerin brachte die Artikel mit zurück, die dann bei Festen und Veranstaltungen in Althengstett zugunsten des Vereins verkauft wurden.

2008 übergab der Verein die Verantwortung für das Waisenhaus in Likoni an eine italienische Hilfsorganisation. Seither habe man sich gezielt dem neuen Projekt in Ukunda zuwenden können. Auch nachdem Stiegler im September 2010 unerwartet verstorben war, ließen sich die Vereinsmitglieder nicht entmutigen und machten im Sinne der Initiatorin weiter.

Die Einrichtung in Ukunda konnte zwar offiziell eingeweiht werden, ging aber nicht in Betrieb. Durch zahllose bürokratische Hürden und sonstige Verzögerungen machte der Verein immer wieder einen Schritt vor und zwei zurück. Zuletzt hatte sich ein Neustart abgezeichnet. Bei dieser Lösung hätten allerdings rund 35 000 Euro investiert werden müssen. Zudem hätten für die maximal 16 Kinder, die in der Einrichtung hätten unterkommen können, pro Monat 1920 Euro, auf das Jahr gerechnet 23 000 Euro, für Verpflegung, Schulbesuch sowie Weiteres über Paten aufgebracht werden müssen. Der Verein hatte an eine monatliche Unterstützung von 20 Euro gedacht, 96 Paten hätten dann gewonnen werden müssen.

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