Jagdhündin "Luna" wurde von einem Auto angefahren und musste an der linken Vorderpfote operiert werden. Ein zweiter Eingriff ist wegen einer weiteren schweren Verletzung in wenigen Wochen am Becken notwendig. Foto: Tierschutz Calw und Umgebung e.V.

Jagdhündin wird nach Unfall für mehrere tausend Euro operiert. Freude über neues Fahrzeug.

Althengstett-Neuhengstett - Freude und viel Leid liegen bei den Helfern des Vereins Tierschutz Calw und Umgebung oft nah beieinander. Schicksale wie das von Jagdhündin "Luna" und finanzielle Engpässe machen Erfolgserlebnisse schnell vergessen. Ans Aufgeben denkt Im Eulert trotzdem niemand.

Obwohl der Verein Tierschutz Calw und Umgebung seine Rettungsstation Im Eulert in Neuhengstett ausschließlich mit ehrenamtlichen Mitarbeitern betreibt und somit Personalkosten entfallen, herrscht stets Geldmangel. Auf dem Gelände gibt es immer etwas zu reparieren, das geplante Hundehaus ist noch nicht gebaut oder es stehen dem Verein wie demnächst anteilig Kosten für die Kanal- und Straßensanierung Im Eulert ins Haus – ist ein Loch gestopft, tut sich das nächste auf.

Besitzer kommt mit Vierbeiner nicht zurecht

So auch wegen Sorgenkindern wie der rund halbjährigen Jagdhündin "Luna". Sie wurde vor wenigen Tagen von ihrem 63-jährigen Besitzer abgegeben, weil er nicht mit dem Energiebündel zurechtkam. In der Rettungsstation wurde "Luna" noch unruhiger, nahm ihre Hundebox auseinander, riss die Katzenklappe an der Eingangstür zur Station ab und büxte aus. "Sie lief Richtung Straße, wurde angefahren und schwer an den Pfoten und am ­Becken verletzt", berichtet Vereinsvorsitzende Gudrun Sohnrey.

Gehen ist nur an Gurten möglich

Schnell war klar, dass die junge Hündin operiert werden muss. Nach einer Untersuchung in einer Leonberger Tierklinik ging es nach Ettlingen, wo zuerst der linke Vorderlauf behandelt wurde. "Momentan hat ›Luna‹ quasi nur eineinhalb heile Pfoten", berichtet Sohnrey im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten. Zwei Personen mit Gurten brauche es derzeit, damit das Tier sich bewegen und beispielsweise Wasser lassen könne. Insgesamt fallen für die erste Operation und eine weitere am Becken Kosten von rund 5000 Euro an. Woher sie das Geld nehmen soll, weiß Sohnrey noch nicht und hofft auf Spenden.

Doch es gibt auch Licht­blicke. Voriges Jahr hatte der Verein auf eine Ausschreibung des Deutschen Tierschutzbundes in Bonn reagiert und sich laut Sohnrey "auf gut Glück" um einen der ausgelobten neuen Tierhilfewagen bemüht. Die Freude war groß, als die Zusage für ein neues Fahrzeug im Briefkasten lag, "unser altes war schließlich schon 17 Jahre alt". Der Deutsche Tierschutzbund übergab in den vergangenen Monaten insgesamt 80 solcher Tierhilfewagen an Mitgliedsvereine aus ganz Deutschland.

Zum Einsatz kommen sollen die neuen Fahrzeuge für Tierrettungen, tägliche Fahrten zum Tierarzt, den obligatorischen Transport von Futtermitteln und allem anderen, was die Tierheime und Rettungsstationen wie die in Neuhengstett tagtäglich benötigen, teilt der Tierschutzbund mit. Die Autos sind mit auffälligen Motiven bedruckt: auf der einen Seite mit einem Motiv des Haustierregisters des Deutschen Tierschutzbundes und auf der anderen mit einem Katzenmotiv mit Spendenaufruf. "Unser Fahrzeug wird noch mit dem Schriftzug des Tierschutz Calw und Umgebung beklebt", kündigt Sohnrey an.

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