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Althengstett "Großes Licht am Ende des Tunnels"

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Clara Schönwald zeigt ein Impfstoff-Fläschchen. Foto: Schwarzwälder Bote

Es ist der Morgen des 30. Dezember, als der erste Bürger im Landkreis Calw die Impfung gegen das Coronavirus erhält. Er ist Bewohner des Seniorenzentrums Althengstett. Dort macht das mobile Impfteam des Zentralen Impfzentrums Tübingen als erstes Halt, um den Bewohnern und den Mitarbeitern die Injektion zu verabreichen.

Althengstett. "Jetzt haben sie sich ihre Mittagspause redlich verdient", lobt eine Altenpflegerin im Seniorenzentrum Althengstett Helga Deibele. Die ältere Dame ist die 20. Bürgerin des Landkreises Calw, die gegen das Coronavirus geimpft wird. Für sie selbst offenbar keine große Sache. "Ich hab gar nix gemerkt", beteuert sie, nachdem ihr Clara Schönwald vom mobilen Impfteam aus Tübingen den Pieks gegeben hat. In drei Wochen rückt das Team erneut an, um den Bewohnern die zweite Injektion zu verabreichen, die notwendig ist, um den angestrebten Schutz vor einer Covid-19-Erkrankung zu gewährleisten.

Im Seniorenzentrum Althengstett gibt es die Impfungen an diesem Tag im Minutentakt. Am Morgen hatte Wolfgang Baumann als erster Kreisbürger die Spritze bekommen. Dass gerade so ein bekannter Althengstetter – Baumann engagiert sich unter anderem im Seniorenrat der Gemeinde – als erstes geimpft wird, ist schlicht der Tatsache geschuldet, dass sein Name im Alphabet ganz weit vorne steht. Und natürlich der, dass er einer Impfung zugestimmt hat. 45 von 50 Bewohner oder deren Angehörige hätten dies getan, berichtet Heimleiter Roland Holunder. Mit 90 Prozent eine gute Quote, freut sich Iris Brilhaus, Ärztin im Gesundheitsamt des Landkreises Calw. Zunächst sei unklar gewesen, ob die gelieferten Impfdosen auch für die Mitarbeiter der Einrichtung reichen. Doch dann die gute Nachricht: Die 20 bis 25 Mitarbeiter, die sich impfen lassen möchten, dürfen dies am Nachmittag tun.

Liste vorgelegt

Im besten Fall könnte das bedeuten, dass der Kelch eines Corona-Ausbruchs am Seniorenzentrum Althengstett vorübergeht. Wie groß die Erleichterung darüber ist, kann Holunder kaum in Worte fassen. Bislang habe es im Seniorenzentrum in Trägerschaft der Evangelischen Alten­heimat noch kein Infektionsgeschehen gegeben, zeigen sich Holunder und Althengstetts Bürgermeister Clemens Götz gleichermaßen froh. Was zum einen den strikten Vorsichtsmaßnahmen sowie der guten Mitarbeit des Personals und zum anderen einer großen Portion Glück zu verdanken sei, meint der Heimleiter. Man fühle sich in der Pandemie immer, als würde man auf einer Rasierklinge balancieren. Aus anderen Heimen höre man von Infektionen, von Todesfällen.

In so einem Fall wäre es gar nicht möglich gewesen, dass das Impfteam vorbeikommt – zumindest nicht, solange es aktive Infektionen in einer Einrichtung gibt. Ein Grund, warum das Seniorenzentrum der Gäugemeinde vom Landratsamt in Kooperation mit der Heimaufsichtsbehörde ausgewählt wurde, erklärt Landrat Helmut Riegger.

Für das weitere Vorgehen sei dem Zentralen Impfzentrum eine Liste mit den Einrichtungen im Kreis zugeschickt worden. Die würden nun nach und nach abgearbeitet. Ginge es nach Riegger, würde das deutlich schneller vonstattengehen, als bisher geplant.

Das kreisweite Impfzentrum in Wart zum Beispiel wird erst Mitte Januar in Betrieb genommen. Dabei "wären wir bereit", sagt Riegger. Nur gibt es zu wenig Impfstoff. Kritik äußert der Landrat auch an der Entscheidung, vorerst zwar Pflegeheime, nicht aber Krankenhäuser bei den Impfungen zu berücksichtigen. Das Krankenhaus in Nagold habe große Probleme, moniert er: Intensivstation voll, Personal am Anschlag ­– und keine schnelle Impfung in Sicht. "Aber ich bin dennoch froh, dass es losgeht".

Im ersten Stock, wo sich das Impfteam, bestehend aus zwei Ärzten und vier Unterstützern des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), eingerichtet hat, steht derweil eine kurze Pause an. Schönwald zeigt die kleine Kühlkiste, in der die Impfdosen aufbewahrt werden. In jedem Fläschchen ist die Menge für etwas mehr als fünf Impfungen enthalten. Vor der Anwendung muss der Inhalt noch verdünnt werden. Am Vortag wurden die Impfdosen aus dem rund minus 80 Grad Celsius kalten Aufbewahrungsort herausgeholt, damit sie auftauen können. "Im Kühlschrank", so ein Helfer des DRK, "sind sie fünf Tage haltbar."

Riegger ist voll des Lobes über die Helfer, sieht sich interessiert alles an. Für ihn ist die Impfung "ein großes Licht am Ende des Tunnels".

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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