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Althengstett Genetische Zwillinge bleiben in Kontakt

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Die entarteten weißen Blutkörperchen (Leukozyten) vermehren sich unkontrolliert und verdrängen die gesunden Zellen. Darauf deutet schon der Name hin: "Leukämie" heißt übersetzt "weißes Blut". Foto: DKMS

Althengstett - Alle 35 Sekunden erkrankt laut DKMS gemeinnützige GmbH (früher Deutsche Knochenmarkspenderdatei) weltweit ein Mensch an Blutkrebs. Für viele ist eine Stammzellspende die einzige Chance auf Leben. Mit dem internationalen Aktionstag im Kampf gegen Blutkrebs am 28. Mai sollen vor allem junge potenzielle Spender angesprochen werden.

Jonas Widmayer aus Althengstett ist ein solcher Spender. Der 21-Jährige hat sich vor rund zwei Jahren Stammzellen entnehmen lassen und damit die Überlebenschancen des 68-jährigen Kanadiers Philipp Heasman wesentlich erhöht. Die beiden – so etwas wie genetische Zwillinge – stehen regelmäßig in Kontakt. Phil lebt mit seiner Frau Kate in Thunder Bay, einer 100.000-Einwohner-Stadt am Oberen See in der Provinz Ontario. Er hat zwei Töchter, von denen eine im selben Ort wohnt, und zwei Enkelkinder.

In Corona-Zeiten äußerst vorsichtig

Der Althengstetter war 19, als er sein Abitur an der Hermann-Gundert-Schule auf dem Wimberg machte. Im Abschlussjahr hatte er sich wie zahlreiche seiner Schulkameraden als potenzieller Stammzellenspender im Rahmen einer Typisierungsaktion bei der DKMS registrieren lassen­. Inzwischen absolviert der junge Mann ein duales Hochschulstudium.

"Ich habe sehr regelmäßig Kontakt zu ihm. Hauptsächlich über Facebook, aber auch über Videoanrufe oder Telefonate. In Corona-Zeiten ist er natürlich sehr vorsichtig, seine Frau geht einkaufen, er meidet Orte mit vielen Menschen. Ansonsten geht es ihm soweit sehr gut", berichtet der junge Althengstetter.

Eigentlich wollte der junge Mann die kanadische Familie diesen Sommer besuchen. "Aufgrund meiner Bachelorarbeit fällt das leider flach. Wir haben uns auf einen Besuch im Sommer 2021 geeinigt, um eventuell ein paar Tage campen zu gehen", äußert sich der Althengstetter. Phil und seine Frau seien vergangenes Wochenende das erste Mal dieses Jahr campen gewesen: "Die Regierung hat das wieder erlaubt und die beiden haben wirklich darauf hingefiebert. Mittlerweile sind sie zurück. Das Wetter muss super gewesen sein und sie hatten viel Spaß. Natürlich musste für diesen Ausflug auch einiges im Voraus vorbereitet werden, sodass den beiden in Corona-Zeiten auch nicht sehr langweilig wurde", so Widmayer.

Die DKMS will nach eigenen Angaben insbesondere junge Menschen nachhaltig an das lebenswichtige Thema Blutkrebs und Stammzellspende heranführen und so künftig noch mehr Lebenschancen für betroffene Patienten ermöglichen.

Die DKMS kämpft seit 1991 gegen die Krankheit und appelliert auch in diesem Jahr am 28. Mai zum World Blood Cancer Day an alle hilfsbereiten Menschen, ein Zeichen der Solidarität zu setzen. Das Engagement junger Menschen ist dabei ganz besonders wichtig. Sie sind in der Regel gesund, verfügen über gute körperliche Voraussetzungen und stehen aufgrund ihres Alters der weltweiten Suche für eine Stammzellspende lange zur Verfügung. Doch jede Hilfe sei willkommen, so die DKMS.

Unter dem Titel "Deine Heldenreise" hat die gemeinnützige GmbH erstmals auch eine interaktive Ausstellung errabeitet. Eigentlich hätte die Ausstellung Ende Mai eröffnet werden sollen. Das ist nun aufgrund der Coronakrise nicht möglich. Daher startet die Heldenreise im ersten Schritt online unter: www.worldbloodcancerday.org/de/.

Für Widmayer ist es nach wie vor ein schönes Gefühl, einem schwerkranken Menschen eine Perspektive gegeben zu haben. Ganz besonders freut ihn der regelmäßige Kontakt zu dem Kanadier. Und das beruht wohl auf Gegenseitigkeit.

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