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Althengstett Gäudialog skizziert neue Volkskirche

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Engagieren sich mit viel Herzblut beim Gäudialog: Klaus Dietrich Wachlin (von links), Peter Schäfer, Dietrich Lauter, Martin Schoch, Jochen Stolch und Angelika Holzäpfel. Foto: Bausch Foto: Schwarzwälder Bote

Am Ende empfanden viele Besucher die mutmachenden Thesen des Referenten Dietrich Lauter als einen gelungenen Anstoß für "eine positive Kirche der Zukunft". Wie steht es mit den großen Kirchen in Deutschland? Steht ihre Stellung als Volkskirchen vor dem aus? Diesen Fragen ging der Pfarrer im Ruhestand Lauter beim zwölften Gäudialog im "Trollinger" in Althengstett nach.

Althengstett. Sein Resümee: Zwar wird die Zahl der Kirchenmitglieder in den näch- sten Jahrzehnten stark zurückgehen, doch darauf komme es letzten Endes gar nicht an. Die jetzt schon stattfindende Entwicklung hin zu einer "Beteiligungskirche", das heißt eine größere Beteiligung der Laien an den Aufgaben der christlichen Glaubensgemeinschaften, könne künftig vieles kompensieren.

"Ich stelle mir eine begeisterte, weltoffene vielfältige und diskussionsfreudige Kirche vor, die aus ihrem Glauben lebt und uneigennützig dient", hob Lauter hervor.

Vorbildliches ehrenamtliches Engagement

Schon gleich nach der Begrüßung der Gäste durch Ortspfarrer Martin Schoch wurde dann der Althengstetter Bürgermeister Clemens Götz interviewt. "In welchen Arbeitsfeldern kommen Sie in Berührung mit den Kirchen? Und welche Herausforderungen sehen Sie auf die Kirche zukommen, und was kann diese dabei gestalten?" Der Rathauschef hob unter anderem das vorbildliche ehrenamtliche Engagement von überzeugten Christen bei der Betreuung geflüchteter Menschen aus Krisengebieten hervor.

Referent Lauter berichtete vor allem aus seinen Erfahrungen, die er als Pfarrer und Dekan bei der Kirche in Köthen/Sachsen-Anhalt sammeln konnte. In der Kreisstadt waren damals rund 4000 der 32 000 Einwohner Christen. Aber diese 4000 Menschen "konnten etwas in der Stadt darstellen". Es sei wichtig gewesen, bei den verschiedensten Veranstaltungen mitzumachen und so als Kirche wahrgenommen zu werden. "Wenn wir über Kirche reden, sollten wir nicht über Zahlen reden, sondern über die christliche Botschaft", hob der Geistliche hervor. Dabei gelte es, Altes hinter sich zu lassen und auch immer wieder Neues auszuprobieren. Und dabei müssten die Christen eine dienende Einstellung haben. "Eine Kirche, die nicht dient, dient zu nichts", zitiert der passionierte Seelsorger den Franzosen Jacques Gaillot.

Als Voraussetzungen für eine neue, überlebensfähige, überzeugende Kirche hatte Lauter ein Zehn-Punkte-Pro- gramm zusammengestellt. So dürfe es "keine Trennwand zwischen persönlichem Glauben und Seelenheil auf der einen und Weltverantwor- tung und politisches Engagement auf der anderen Seite" geben. Christen müssten als "Sauerteig und würzendes Salz" in ihrer Umgebung wirken.

Vielfältiger und somit ansprechender werden

Die Aufgabe der organisierten Glaubensgemeinschaften sei es nicht, "viel für die Kirche zu retten", sondern möglichst viel für die Menschen zu tun. "Wir sind unterwegs zu einem Christsein, das auf bewusster Entscheidung beruht", hob Lauter hervor. Auch müsse das kirchliche Leben deutlich vielfältiger und somit ansprechender werden. Dafür sei es auch notwendig, dass sich "der Typus des Hauptamtlichen ändert".

Der in der Pfalz lebende Seelsorger wurde auf Anregung seines langjährigen Freundes, des ehemaligen Pfarrers von Neuhengstett und Ottenbronn, Klaus Dietrich Wachlin zum Gäudialog eingeladen.

Als "supertolle Veranstaltung" bezeichnete der Althengstetter Schultes Götz den gewinnbringenden Abend.

"Wir haben von Ihnen viel Wichtiges erfahren mit Blick auf die zukünftige Lösung ›Beteiligungskirche‹", unter- strich der Ottenbronner Peter Schäfer. Er und der Ostelsheimer Kirchengemeinderatsvorsitzende Martin Constien verwiesen darauf, dass man mit dem "Kanzeltausch" und den bereits stattfindenden "Distriktgottesdiensten" schon auf dem richtigen Wege sei.

"Künftig wird auch die evangelische Kirchengemeinde Ostelsheim beim Gäudialog mitmachen", freute sich Angelika Holzäpfel vom Organisationsteam.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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