Die Gemeinde Althengstett will in der Nähe des Bahnhofs ein Gebäude mit Wohnungen für Flüchtlinge und deutsche Mieter bauen. Foto: Bausch

Neues Gebäude in Industriestraße soll Platz für 60 Menschen bieten. Kosten: Knapp zwei Millionen Euro.

Althengstett - Genügend Wohnraum zu bezahlbaren Preisen, dies ist auch in der Gäugemeinde ein großes Thema. Zwar gibt es nach wie vor etliche Leerstände, doch bei weitem nicht so viele wie anderswo, wie Bürgermeister Clemens Götz im Gespräch mit unserer Zeitung betont.

Objekte gekauft

Die Kommune hat in den vergangenen Monaten mehrere Objekte gekauft und nichts unversucht gelassen, um zu mehr Wohnraum für Flüchtlinge zu gelangen. "Die Wohnsituation in den jetzigen Gemeinschaftsunterkünften ist sehr beengt", sagt der Rathauschef. Die derzeitige Belegung des ehemaligen Neuhengstetter "Rössle" mit mehr als 50 Flüchtlingen ist für Ute Steinheber vom AK Asyl "eigentlich ein Hammer".

Jetzt soll Abhilfe geschaffen werden. In Bahnhofsnähe soll in der Industriestraße nun ein neues Gebäude entstehen, das bis zu 60 Menschen Platz bietet. "Der Familiennachzug wird ebenfalls weiteren Bedarf an Wohnraum erfordern", so Götz. Allerdings rechne die Gemeinde gegenwärtig nicht mit "kontinuierlich großen Zuweisungszahlen", da der Zustrom von Flüchtlingen nach Deutschland nachlasse. Zunächst hatte die Gemeinde an den Bau von zwei bis drei größeren Gebäuden gedacht, doch scheint nun ein Haus auszureichen.

"Die Verwaltung würde Vorteile für die Integration darin sehen, wenn in dem neuen Gebäude auch deutschsprachige Familien einziehen würden", hebt Götz hervor. Dies erfordert jedoch eine solidere, gut haltbare, feste Bauweise, was die Kosten für den Bau deutlich erhöhen wird. Die Gemeinde ist in der glücklichen Lage, dass sie nördlich der Bahnlinie an der Industriestraße über ein geeignetes Grundstück verfügt. Für eine gute Lösung muss allerdings noch ein Geländetausch erreicht werden. Diesbezügliche Gespräche wurden bereits auf- genommen.

Zwei Millionen Euro

Die gesamte Baumaßnahme könnte nach ersten Berechnungen knapp zwei Millionen Euro kosten. Der Förderbescheid in Höhe von 406.700 Euro ist mittlerweile eingetroffen. Im übrigen ist ein erheblicher Betrag für die Finanzierung des Gebäudes bereits im Haushalt 2016 eingestellt. Die Gemeinde muss sich mit der Realisierung des Projekts allerdings sputen. Denn die Vergabe der einzelnen Gewerke muss bis zum 8. August 2016 erfolgen.

Die Gemeindeverwaltung schlägt nun vor, diese Aufgabe an den Technischen Ausschuss (TA) zu delegieren. Dieser soll in seiner nächsten Sitzung am 26. Juli in dieser Sache aktiv werden. Der Zeitplan sieht vor, dass bereits im September mit den Bauarbeiten begonnen werden soll und die zwölf Wohnungen für bis zu 60 Menschen dann bis zum Frühjahr/Sommer 2017 fer- tiggestellt werden.

Die genannten Maßnahmen sind Vorschläge der Verwaltung. In seiner Sitzung heute Abend wird der Althengstetter Gemeinderat die endgültigen Weichen stellen.