Jede Menge Gaudi erlebten die Besucher des Hengstetter Musikerherbsts. Foto: Bausch Foto: Schwarzwälder Bote

Musikerherbst: Karohemden mit knackigen Lederhosen sowie schmucke Dirndl bestimmen das Bild

Der große Saal der Althengstetter Festhalle ist in bunten Herbstfarben geschmückt und aus der Küche duftet es nach köstlichen Speisen. Überall sieht man freundlich lächelnde Musiker in zünftigen Lederhosen und karierten Hemden sowie weibliche Besucher im schmucken Dirndl-Look.

Althengstett. Pünktlich um 20 Uhr eröffnet der Vorsitzende des Musikvereins Trachtenkapelle Althengstett, Gunther Böttinger, den musikalischen Event. "Esset und trinket und machet Party", ruft er fröhlich in den Saal. Sein besonderer Gruß gilt "unseren Gästen aus dem badischen Kuppen- heim". Die eigens für diesen Abend angereisten Musiker werden im Neuhengstetter Gastronomiebetrieb "Rote Erde" übernachten und am nächsten Tag mit schmissiger Blasmusik mit von der Partie sein.

Polkas und Märsche

Inzwischen spielt die Heng­stetter Blasmusik, eine Auswahl der Trachtenkapelle Althengstett, rhythmisch betonte Polkas und Märsche. Böttinger greift zum Mikrofon und beginnt mit schöner, sonorer Stimme zu singen: "Was nutzt das Geld auf dieser schönen Welt, alter Wein und junge Mädchen, das ist das was uns gefällt!"

Viele Besucher haben sich inzwischen kulinarisch bestens versorgen lassen. Die Palette der angebotenen Speisen reicht von Tellerschnitzeln mit Pommes frites bis hin zum zünftigen, deftigen Wurstsalat. Die männlichen Musiker, die heute als Bedienungen eingesetzt sind, haben alle Hände voll zu tun. Denn sie müssen unter anderem volle Maßkrüge stemmen, die eigens neu für dieses Fest an- schafft wurden.

Jetzt, gegen 21.15 Uhr, strömen immer mehr Gäste in die Halle. Am Eingang bilden sich vorübergehend lange Schlangen. Der ehemalige Vereinsvorsitzende Günter Luz und Vereinsurgestein Rolf Weik haben an der Kasse ganz schön zu tun. Unterstützt werden sie von mehreren höflichen, gut ausgebildeten Security-Mitarbeitern.

Die Jugendlichen müssen sich ausweisen, wie es die Jugendschutzbestimmungen erfordern. Doch das tut der erwartungsvollen Stimmung keinen Abbruch. Gegen 22 Uhr endet die Live-Musik in der Halle. DJ Eugen legt jetzt fetzige Tanzmusik auf. Immer mehr Besucher juckt es jetzt in den Beinen, und die Zahl der Tanzpaare auf dem Parkett nimmt schnell zu. Es herrscht eine Bombenstimmung im Saal.

Immer wieder nehmen die Besucher den Barbetrieb in Anspruch und gönnen sich einen Drink. Sie ruhen sich zwischendurch ein wenig aus, um dann wieder erfrischt das Tanzbein schwingen zu können.

Unter den vielen Gästen sind auch ältere, gestandene Leute. Sie tanzen etwas weniger, genießen jedoch die entspannte, fröhliche Atmosphäre in vollen Zügen. Auch ein älteres Ehepaar aus Dobel hat sich eingefunden. "Wir sind hierhergekommen, weil wir diese Art zu feiern mögen. Leider gibt es so etwas in unserer Gegend nicht", meinen die beiden unisono.

Feier bis spät in die Nacht

Mit ausgelassenem Feiern geht es bis spät in die Nacht weiter. Am darauffolgenden Sonntag sind die Gäste zunächst zu einem tollen Mittagessen eingeladen. Dies verdanken sie dem rührigen Küchenteam, das heute schon seit 7 Uhr voller Elan im Einsatz ist. Es gibt Festhallenschnitzel mit Soße und frischem Holzofenbrot. Auch die schwäbischen Maultaschen mit Kartoffelsalat sind ein Renner.

Am Nachmittag gab es dann auch Kaffee sowie selbst gebackene Kuchen und Torten vom reich bestückten Büfett. Für stimmungsvolle musikalische Unterhaltung sorgen der Musikverein Kuppenheim, das Trachtenblasorchester Baiersbronn und die Althengstetter Formation Jägerberg-Brass. "Die Veranstaltung war aus unserer Sicht wieder ein großer Erfolg", freut sich der Vereinsschriftführer Jörg Nonnenmann am Abend.

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