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Althengstett Erinnerung an mutige Glaubensflüchtlinge

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Nach der Gedenkfeier in der Kirche bewegte sich ein langer Zug zum Freudenfeuer beim Sportgelände. Foto: Bausch Foto: Schwarzwälder Bote

Althengstett-Neuhengstett. Viele Neuhengstetter haben die Leiden ihrer Vorfahren und deren Flucht aus den piemontesischen Tälern nach Württemberg bis heute nicht vergessen. Dies zeigte sich an der großen Teilnehmerzahl an der Gedenkfeier, die gemeinsam vom Neuhengstetter Heimatgeschichtsverein "Bourcet" und der evangelischen Kirchengemeinde Neuheng­stett-Ottenbronn veranstaltet wurde.

Die Waldenserkirche war gut besetzt, als Pfarrer Jörg Schaber an die Leiden der mutigen Glaubensflüchtlinge erinnerte, die trotz jahrhundertelanger Verfolgung an ihrem Glauben festhielten. Der Geistliche spannte einen Bogen in die Gegenwart und er- innerte an die derzeitige weltweite Not von Millionen von Flüchtlingen.

Der Kirchenchor sang "Aus dem Schwur von Sibaoud", mit dem die Waldenser unter anderem ihrem Gott gelobten: "Ich schwöre für Dich, Herr, zu leben und zu sterben". Eine weitere Besonderheit war, wie die Neuhengstetterin Irene Faßnacht das Vaterunser in Patois, der mundartlichen Sprache ihrer Vorfahren, sprach und es anschließend die Gottesdienstbesucher in deutscher Sprache beteten.

Die Feier klang aus mit einem Musikstück, das Gerhard Straub an der Orgel mit dem Waldhorn spielenden Herbert Talmon-Gros präsentierte.

Nach dem Gottesdienst formierte sich ein langer Zug von zumeist kindlichen Fackelträgern, deren Eltern und Großeltern sowie weiteren Besuchern. Es ging durch den Talweg und am Friedhof vorbei zum Sportgelände des TSV. Dort wurde ein Holzstoß entzündet, und die Gäste wurden von rührigen Mitgliedern des Neuhengstetter Heimatgeschichtsverein mit einem Imbiss bewirtet.

Verfolgung beendet

"Wir begehen diesen Tag als Zeichen der Verbundenheit mit denen heute in Italien lebenden Waldensern", hob der Vereinsvorsitzende Sebastian Oppelt hervor. Die Freudenfeier wird im Piemont an jedem 17. Februar des Jahres begangen. Denn an diesem denkwürdigen Tag des Jahres 1848 hat König Albert von Piemont-Sardinien in seinem Land die jahrhundertelange Diskriminierung und Verfolgung der waldensischen Minderheiten aufgehoben und ihnen die vollen Bürgerrechte gewährt. Damit waren die Waldenser offiziell anerkannt sowie religiös und bürgerlich gleichgestellt.

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