Ab Januar steigen in Althengstett die Gebühren. Höhere Energie- und Materialkosten machen diesen Schritt notwendig.
Für einen Kubikmeter Frischwasser werden dann 3,35 Euro fällig zuzüglich sieben Prozent Umsatzsteuer, was einer Kostendeckung von 98,5 Prozent entspricht. Zuletzt wurde der Wasserzins Anfang 2025 auf drei Euro erhöht, 2024 lag er noch bei 2,60 Euro. Für eine vierköpfige Familie mit einem Jahresverbrauch von 150 Kubikmetern liegt die jährliche Gebühr dann bei 537,68 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Das entspricht Mehrkosten von 56,18 Euro pro Jahr oder 4,68 Euro monatlich.
Die Abwassergebühren sind gesplittet für Schmutzwasser adäquat dem verbrauchten Frischwasser und die Niederschlagswassergebühr, die für versiegelte Flächen berechnet wird. Die neu berechneten Gebührensätze schaffen hier einen Deckungsgrad von 94 Prozent.
Ab Januar 2026 sind für einen Kubikmeter Schmutzwasser 4,50 Euro zu bezahlen sowie 1,10 Euro je Quadratmeter versiegelter Fläche. Ein Kubikmeter Schmutzwasser kostete 2025 4,30 Euro und 2024 noch 3,95 Euro. Die Niederschlagswassergebühr hat sich seit 2024 um 0,35 Euro erhöht.
Auch hier ein Beispiel für eine vierköpfige Familie: Entsprechend den 150 Kubikmetern Frischwasserverbrauch werden ab 2026 jährlich 30,00 Euro oder monatlich 2,50 Euro mehr Abwassergebühr fällig. Die Gebühr fürs Niederschlagswasser erhöht sich beispielsweise für 200 Quadratmeter versiegelte Fläche um 20 Euro jährlich oder 1,67 Euro monatlich. In die Wirtschaftspläne 2026 für die Eigenbetriebe sind die neu festgesetzten Gebühren bereits eingeflossen.
Im nächsten Jahr rechnet Kämmerin Ingrid Schmidt im Eigenbetrieb Wasserversorgung bei 1,2554 Millionen Euro Einnahmen mit einem Jahresverlust vom 8100 Euro. Steigen werden die Kosten für den Wasserbezug von der Schwarzwaldwasserversorgung von 612 000 Euro im laufenden Jahr auf 650 000 Euro in 2026.
Rund 400 000 Euro fürs Leitungsnetz
Auch für die Unterhaltung des Leitungsnetzes sind rund 80 000 Euro mehr als 2025 eingeplant, nämlich 402 000 Euro. Für Tiefbau-Maßnahmen wie Verdolung Tälesbach und Anbindung Industriestraße und Eugen-Zeyher-Straße in Althengstett ist eine Investition von 100 000 Euro eingestellt. Geringer ist der Planansatz für die bilanzielle Abschreibung, im laufenden Jahr sind es 42 000 Euro, 2026 liegt er bei 32 700 Euro. Kreditschulden stehen zum Jahresende 2026 mit 212 500 Euro im Plan, getilgt werden 30 000 Euro und an Zinsen sind 4342,50 Euro abzuführen. Er finde es gut, „was wir ins Wassernetz investieren, wir halten unsere Netze sehr gut in Schuss, die Kosten werden die nächsten Jahre sicher nicht weniger.“ sagte Eckard Flik (Grüne).
Zusätzliche Stellegeschaffen
Im Wirtschaftsplan der Abwasserbeseitigung für 2026 verbleibt bei Einnahmen von 2,815 Millionen Euro zum Jahresende ein Minus von 72 200 Euro. Eine weitere Personalstelle für die Kläranlage sowie Tariferhöhungen steigern die Personalkosten auf 298 000 Euro gegenüber 219 200 Euro in 2025. „Ohne diese zusätzliche Stelle hätten wir einen ausgeglichenen Haushalt“, sagte die Kämmerin. „Die Stelle hätten wir schon seit drei Jahren gebraucht für Vertretungen und für die Abdeckung von Bereitschaftsdiensten“, machte Bürgermeister Rüdiger Klahm klar, „jetzt war der Punkt erreicht, wo es nicht mehr tragbar war, es hat uns arbeitsrechtliche Schwierigkeiten gebracht“.
Austausch der Steuerungstechnik
Eine Investition von 160 000 Euro ist für die Brauchwasseranlage auf der Kläranlage eingeplant. Der Austausch der Steuerungstechnik in den Regenüberlaufbecken Starenweg, Im Unteren Ried und in Neuhengstett fordert noch eine Schlusszahlung von 25 000 Euro. An Kreditschulden stehen laut Plan 6,9037 Millionen Euro zum Jahresende 2026 in den Büchern. Dafür sind knapp 191 400 Euro Zinsen zu zahlen und 211 750 Euro sind für Tilgung ausgewiesen.