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Althengstett Einwohner vermissen Bürgernähe

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Mehr als drei Stunden wurde im Petrus-Valdes-Haus in Neuhengstett über die derzeit vakante Stelle des Ortsvorstehers diskutiert. Foto: Bausch

Althengstett-Neuhengstett/Ottenbronn. Was ist die bessere Lösung für die Althengstetter Ortsteile? Ein hauptamtlicher Ortsvorsteher oder geht es auch mit einer ehrenamtlichen Lösung? Diese Fragen standen am Dienstagabend im Petrus-Valdes-Haus im Raum.

In der Vergangenheit gab es in den Teilorten einen hauptamtlichen Ortsvorsteher, der seine Arbeitskraft auf je 50 Prozent Tätigkeit zwischen Neuhengstett und Ottenbronn aufteilte. Diese Stelle bekleidete zuletzt Diplom-Verwaltungswirt Wolfgang Fink. Dies erschien dem Althengstetter Gemeinderat vor drei Jahren dann als zu teuer, da ja die meisten Dinge ohnehin im Rathaus des Kernorts erledigt würden. Also reduzierte man die Arbeitszeit des hauptamtlichen Ortsvorstehers auf je 30 Prozent in den Teilorten und beschäftigte ihn zusätzlich mit 40 Prozent im Bauamt der Gemeinde. Entsprechend war Fink für seine Bürger auch weniger in seinen Außenstellen anzutreffen. Diese Entwicklung empfanden viele Neuhengstetter und Ottenbronner als Abkehr von der hoch gelobten Bürgernähe hin zu mehr Zentralität. Unzufriedenheit machte sich breit.

Ein Erfahrungsaustausch mit Vertretern anderer Kommunen in ähnlichen Situationen sollte am Dienstag mehr Klarheit schaffen. Deshalb wurden die ehrenamtliche Ortsvorsteherinnen Ute Albers aus Horb-Dettensee und Gabi Gerharz aus Nagold-Schietingen sowie der hauptamtliche Ortsvorsteher aus Waiblingen-Beinstein eingeladen, über ihre Erfahrungen zu richten. Als Moderator fungierte Pfarrer Klaus Dietrich Wachlin.

Was die beiden ehrenamtlich tätigen Damen berichteten, klang jeweils sehr ähnlich: Sie sind beide hauptberuflich tätig, gehören nicht zum Verwaltungssystem ihrer Gemeinde und fühlen sich daher unabhängig.

"Für meine rund 15 Wochenstunden erhalte ich 620 Euro Brutto Vergütung, wenn man genau hinsieht, arbeite ich unter einem Fünf- Euro- Stundenlohn beziehungsweise im Grunde fast umsonst", sagte Albers. Es gehöre eine ordentliche Portion Idealismus zu diesem Job. Beide ehrenamtlich tätigen Ortsvorsteherinnen wohnen zentral in der Gemeinde und sind ständig ansprechbar.

Thilo Schramm aus Waiblingen. ist gelernter Verwaltungsfachmann und Vertreter des Lenkungskreises der rund 60 hauptamtlichen Ortsvorsteher in Baden-Württembergs. Der Hauptamtliche sei kompetenter, habe sein Handwerk von der Pike auf gelernt und könne daher im Teilort vieles selbst erledigen, was sonst im zentralen Rathaus getan werden müsse. Zusammenfassend entstand der Eindruck, dass ehrenamtliche Ortsvorsteher zwar deutlich unabhängiger sind als hauptamtliche, jedoch die fachliche Ausbildung häufig fehlt. Umgekehrt ist der Hauptamtliche in der Regel Fachmann, jedoch als Festangestellter klar in die Rathaushiecharchie eingebunden.

Bürgermeister Clemens Götz war der Meinung, dass es bei der angestrebten Lösung nicht ausschließlich um Einsparungen gehe, sondern die Veranstaltung sei auch deshalb angesetzt worden, um zu ermitteln, was für die Bürger die beste Lösung sei. Die Neuhengstetter Ortschaftsrätin Margit Kirchherr-Rohbeck bemängelte, dass Fink seit dem 1. Mai wegen einer Erkrankung ganz im Bauamt tätig sei und für die Teilorte niemand mehr zur Verfügung stehe. Wie er sich die zu überbrückende Situation bis Anfang Oktober vorstelle, wurde Götz gefragt. Außerdem wurde kritisiert, dass die Stelle des hauptamtlichen Ortsvorsteher über keine Entscheidungsautonomie verfüge und daher "wegen jeder Steckdose oder einem Eimer Farbe" im Rathaus Althengstett vorstellig werden müsse. Jetzt ist der Althengstetter Gemeinderat am Zug, um aus den gewonnenen Einsichten das Beste zu machen.

Ihre Redaktion vor Ort Calw

Ralf Klormann

Fax: 07051 1308-91

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