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Althengstett Die Wohnungsnot brennt unter den Nägeln

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Der Neujahrsempfang der Gemeinde Althengstett in der Festhalle war gut besucht. Fotos: Kunert Foto: Schwarzwälder Bote

Der Einladung von Bürgermeister Clemens Götz zum Neujahrsempfang in der Althengstetter Festhalle sind am Sonntag viele Besucher gefolgt.

Althengstett. Pünktlich um 11.15 Uhr eröffnete der Musikverein Neuhengstett mit einer schwungvollen Nummer den Neujahrsempfang in der gut gefüllten Festhalle in Althengstett. Götz eröffnete die Neujahrsansprache mit der Begrüßung der zahlreich erschienenen Vertreter aus Poltik, Wirtschaft und Bürgerschaft und lobte dies als Zeichen einer reichen und vielgestaltigen Kommunalgesellschaft.

Es folgte eine Bestandsaufnahme. Vor zwei Jahren habe er die Metapher des Säbelzahntigers verwendet und auf die stammesgeschichtliche und tief verwurzelte Angst vor wirklichen und eingebildeten Gefahren angespielt und einige dieser Tiger höre man heute noch recht vernehmlich brüllen.

Das beste Mittel gegen den Säbelzahntiger sei aber eine in sich einige und zusammenhaltende Gruppe, so Götz. In diesem Sinne sei eine seiner größten Freuden im vergangenen Jahr der Osterweg in Althengstett gewesen. Unterschiedliche Gruppen mit unterschiedlichen Hintergründen hätten sich zusammengefunden und über vier Wochen einen Stationenweg durch Althengstett organisiert, der Tausende Menschen zum Mitmachen animiert habe. "Ich war richtig stolz, hier Bürgermeister zu sein", erklärte Götz. Darüber hinaus zeige die Gründung einer Stiftung den Willen zur Zukunftsfähigkeit der Gemeinde. Die von zwei Einwohnerinnen gegründete Stiftung wolle mit ihren Erträgen dauerhaft das Gemeinwohl durch Stärkung der Erholung der Bürger fördern.

Sanierung der Mehrzweckhalle im Mittelpunkt

2019 sei allgemein ein unspektakuläres und gutes Jahr für die Gemeinde gewesen. Kommunalpolitisch seien die Baumaßnahmen zu erwähnen, bei denen in erster Linie Neuhengstett in den Genuss der meisten Investitionen kam. Neben der Erschließung des ersten Teils der Brunnenstraße hätten die Renovierung der Mehrzweckhalle Neuhengstett und die Erweiterung des Waldenserensembles im Mittelpunkt gestanden. Die Sanierung der Mehrzweckhalle habe mit zwei Millionen Euro zu Buche geschlagen, was aber immer noch deutlich günstiger als ein Neubau sei.

Für Althengstett lobte Götz die Eröffnung der Tagespflegeeinrichtung gegenüber der Festhalle, die schnell voll belegt gewesen sei. Gegenüber in der Poststraße stehe dieses Jahr die Eröffnung der neuen Kindertagesstätte für vier Ganztagesgruppen auf der Agenda.

In Ottenbronn seien der Spielplatz im Neubaugebiet Waldhufensiedlung eröffnet, der Gehweg am Friedhof erneuert und der Belag auf der Straße nach Unterhaugstett erneuert worden. Allen Teilorten komme die Anschaffung eines Universalfahrzeuges für den Bauhof sowie das neue Teleskopmastfahrzeug der Feuerwehr zugute, das mit 700 000 Euro zu Buche geschlagen habe.

Das Megathema des Jahres sei der Klimawandel. Angesichts der aktuellen Bilder aus Australien könne niemand hierzulande die Augen vor der weltweiten Problematik verschließen. Althengstett habe bereits 2014 einen Arbeitskreis Energie gegründet und ein integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept in Auftrag gegeben. 2016 sei dieses verabschiedet und 2017 der erste Klimaschutzmanager eingestellt worden. Allein 2019 seien in diesem Zusammenhang einige Dinge umgesetzt worden, wie zum Beispiel gezielte Maßnahmen bei der Sanierung der Neuheng­stetter Halle mit Wärmerückgewinnung, einer modernen Pelletheizung und einer Fotovoltaikanlage, die Isolierung und Neudeckung des Rathausdaches, eine Fotovoltaikanlage auf der Kläranlage sowie Ladesäulen für E-Autos und Carsharing in allen drei Ortsteilen. Eine ganz entscheidende Maßnahme zur Kohlen­dioxid-Reduzierung seien die Fortschritte bei der Umsetzung der Hermann-Hesse-Bahn. Hier sei mit einer deutlich höheren Förderung zu rechnen, sodass die Gemeinde von dem bereits geleisteten Anteil von 2,5 Millionen Euro vielleicht sogar etwas zurückerhalte. Ein weiteres Thema sei die Renaturierung des Tälesbach, die im vergangenen Jahr begonnen und 2020 weitergeführt werden soll.

Nicht ganz so glücklich wirkte Götz mit Blick auf die Wohnsituation. Man plane zwar, das Baugebiet im Wasen­äcker in Ottenbronn auszuweisen, die seiner Meinung nach aber dringend benötigten zwei kleineren Wohngebiete parallel zur Karlstraße in Althengstett und parallel zur Schillerstraße in Neuhengstett seien vom Gemeinderat aber abgelehnt worden. Götz werde aber 2020 dem Gemeinderat vorschlagen das Baugebiet Stuttgarter Straße in den Blick zu nehmen. Gerade jetzt, da die Hermann-Hess-Bahn komme und wöchentlich Anfragen bezüglich Baugrundstücken bei der Gemeinde einträfen, müsse man die Chance nutzen. Althengstett sei ein attraktiver Wohnort. Aber man spüre die Wohnungsnot der gesamten Region. Seit 20 Jahren liege die Einwohnerzahl konstant bei rund 8000 Einwohnern. Wenn man nicht in die Breite wachsen wolle, dann gebe es nur die Höhe.

Im neuen Jahr will Götz im Sinne einer guten Zusammenarbeit mit der Bevölkerung die Gespräche bei Bürgerversammlungen intensivieren. Er persönlich werde im Bereich Social Media den Kontakt zu seinen Bürgern suchen. Darüber hinaus wolle man eine eigene Baugesellschaft gründen, um langfristig Einfluss auf Mietpreise zu haben.

Zu den Gemeindefinanzen erklärte der Bürgermeister: "Wir haben voraussichtlich circa 7,7 Millionen Euro Rücklagen zum Ende 2019, Schulden von circa 2,8 Millionen Euro, dabei aber allein im vergangenen Jahr Grundstücke für rund 700 000 Euro erworben, im Jahr 2016 sogar für knapp 1,4 Millionen Euro. Außerdem haben wir schon im Voraus unseren Investitionsanteil an der Hermann-Hesse-Bahn erbracht."

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