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Althengstett Corona-Krise: DRK betreibt jetzt mobiles Blutspendezentrum

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Bevor ein Spender in die Halle darf, wird Fieber gemessen. Foto: Selent-Witowski

Althengstett/Calw - Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen – das gilt in der Corona-Krise auch für das Deutsche Rote Kreuz (DRK). Der Wohlfahrtsverband geht neue Wege, damit Patienten auch während des sich ausbreitenden neuartigen Coronavirus (Covid–19) sicher mit Blutpräparaten in Therapie und Notfallversorgung behandelt werden können.

Von Montag bis Freitag dieser Woche dient die Althengstetter Festhalle als mobiles Blutspendezentrum des Blutspendediensts Baden-Württemberg/Hessen – mit zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu vermeiden. Die Bettenzahl ist auf sechs reduziert, damit ausreichend Abstände zwischen den Liegen eingehalten werden können, sämtliche Helfer tragen Mundschutz.

Am ersten Tag herrscht leichte Aufregung

Für Spendenwillige gibt es Zulassungsbeschränkungen: Am Hintereingang der Halle werden diese einzeln zum Fiebermessen eingelassen und nach Kontakten zu Corona-Infizierten oder kürzlich unternommenen Reisen ins Ausland befragt. Dann geht es wie bei bei sonstigen Blutspendeterminen auch zur Anmeldung und ärztlichen Untersuchung sowie schließlich zur Blutabnahme. "Das mobile Blutspendezentrum ist ein Test, um zu sehen, ob so etwas funktionieren kann. Auch für uns Helfer war das alles neu, und deshalb waren wir zum Auftakt am Montag etwas aufgeregt", berichtet Carmen Blaich, Bereitschaftsleiterin des DRK-Ortsvereins Calw, im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten. Das habe sich dann aber schnell gelegt: "Es hat alles gut funktioniert".

Durch die Corona-Krise können die sonst jährlich neun Blutspendetermine des Calwer Ortsvereins nicht wie gewohnt angeboten werden, weil in den jeweiligen Räumlichkeiten nicht ausreichend Abstand untereinander gewahrt werden kann. Gut angenommen wird die Möglichkeit, sich über ein Tool auf der DRK-Homepage einen persönlichen Termin für die Blutspende reservieren zu können. Damit werden Wartezeiten verkürzt. Spontane Spender müssen sich unter Umständen etwas gedulden.

"Derzeit können wir auch keine Sanitätsdienste übernehmen, und dadurch fehlen uns Einnahmen", führt Blaich weiter aus. Von den Beiträgen der passiven Mitglieder würden nur 25 Prozent an den Ortsverein fließen. "Da muss man, wie viele andere im Moment auch, die finanzielle Einbrüche haben, schauen, wie man sich über Wasser hält", sagt die 50-Jährige, die gemeinsam mit ihren DRK-Kollegen im Wechsel unermüdlich und bester Laune ihren Dienst weiter versieht.

Großes Dankeschön an Arbeitgeber

Sechs bis sieben Rotkreuzler sind jeweils im Einsatz, zwei Ärzte untersuchen täglich die Blutspender. Blaich, die ansonsten in einer Arztpraxis tätig ist, und die weiteren Verantwortlichen des DRK-Ortsvereins sind dankbar, dass die Arbeitgeber bereit sind, die DRK-Helfer freizustellen. Auch weitere Unterstützung sorgt für Freude: Die Wäscherei in Rohrdorf, die die Reinigung der DRK-Dienstkleidung, die jeweils abends abgelegt wird, übernehme, komme dem DRK preislich sehr entgegen, so Blaich.

Die gelernte Arzthelferin und Krankenschwester steht für viele aktive Mitglieder, die dem DRK seit Jahrzehnten sehr verbunden sind und für die Helfen ein großes Anliegen ist. "Ich bin jetzt seit 26 Jahren dabei", sagt Blaich. Sie sei über die Familie ihres Ehemannes Uwe Blaich, seines Zeichens DRK-Ortsvereinsvorsitzender, "quasi da reingeschlittert". Ihr Schwiegervater war jahrelang DRK-Kreisbereitschaftsleiter, schon als Jugendliche hatte sie beim Jugendrotkreuz hin­eingeschnuppert. Den Zulauf zum Calwer Jugendrotkreuz bezeichnet die Bereitschaftsleiterin als "sehr gut". Allerdings sei es schwierig, die jungen Helfer, die ab dem 16. Lebensjahr der DRK-Bereitschaft angehören dürfen, dafür zu gewinnen, weil die schulische und weitere Ausbildung im Vordergrund stehe. "Und die geht auf jeden Fall vor", betont Blaich.

Die 50-Jährige hofft auf ein "Umdenken nach Corona" – auf mehr Miteinander, "dass die Krise uns wieder menschlicher macht". Beispielsweise, dass nicht jeder beim Einkauf für sich horte, sondern auch an andere denke.

Dass das DRK eine wichtige soziale Funktion hat, zeigt sich die Woche über in der Festhalle immer wieder: Die Blutspendetermine werden laut Blaich von vielen auch als gute Gelegenheit gesehen, während der geltenden Ausgangsbeschränkungen einmal wieder unter Menschen zu kommen: "Einige Spender, die ich schon länger als eher ruhige Personen kenne, haben gar nicht mehr aufgehört, zu erzählen".

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