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Althengstett/Calw 20-Tonnen-Felssturz war lebensgefährlich

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Es besteht Lebensgefahr. Foto: (nk)

Althengstett/Calw - 20 Tonnen Fels sind Anfang der Woche auf eine Straße zwischen Althengstett und Hirsau gestürzt. Am Mittwoch war ein Gutachter vor Ort und prüfte, welche Sicherungsmaßnahmen notwendig sind.

Noch immer liegen große Felsbrocken auf der Straße. An der Sandsteinböschung hinter dem Felsrutsch sind die Bruchstellen im Gestein deutlich zu erkennen. Eine Gruppe von Männern steht neben der Unglücksstelle und diskutiert.

"Ein Felssturz dieser Größenordnung ist natürlich eine Gefahr für Leib und Leben", erklärt Ingo Kessel. Er ist Geschäftsführer der Gesellschaft für Baugeologie und Messtechnik (GBM) und wurde vom Tiefbauamt der Stadt Calw beauftragt, ein Gutachten zu erstellen.

Der Experte führt den Felssturz auf "tagelange Regenfälle" zurück. Sie hätten mutmaßlich zu Wasserdrücken und Verwitterungsprozessen geführt. Diese Verwitterungsprozesse seien nicht ungewöhnlich für den Schwarzwald. Deshalb ließen sich solche Felsstürze auch nicht verhindern. "Es wird immer wieder passieren", sagt Kessel.

An der Straße bestehe auf rund 300 Metern Steinschlaggefahr, so der Experte. Deshalb seien auch entsprechende Schilder aufgestellt. Wer auf der Straße fahre, müsse damit rechnen, dass faustgroße - allerhöchstens kopfgroße Steine - herabfallen. "Alles was da drüber geht, genau da sind wir im Felssturzbereich. Das muss sicher ausgeschlossen werden." 

Sperrung dauert noch zwei, drei Wochen

In Althengstett gelte es nun, die Verkehrssicherheit der Straße wieder herzustellen. Dafür wird der etwa 40 Meter lange Abschnitt zuerst von Gestrüpp befreit, die Felsböschung wird geräumt - das heißt, Mitarbeiter einer Fachfirma werden alles an dem Hang abtragen, was bereits lose ist. Die Arbeiter werden hierfür am Seil gesichert. Sie nutzen Brechstangen, um die losen Teile herunterzuhebeln und arbeiten von oben nach unten. 

Je nach Bedarf wird vor dem Abtragen Kies auf die Straße geschüttet - als Dämpfung für die herabfallenden Gesteinsbrocken. So wird der Fahrbahnbelag nicht weiter beschädigt. 

Nach dem Abtragen kommen die Gutachter ins Spiel. Auch Ingo Kessel hat Mitarbeiter, die am Seil ausgebildet sind. Sie gehen den Hang durch und inspizieren die Situation. Dann wird eine sogenannte felsmechanische Kartierung erstellt. Mit dieser Geländeaufnahme wird die gutachterliche Bewertung erstellt: Darin werden Gefahrenbereiche lokalisiert und Sicherheitsvorschläge unterbreitet. Klar sei aber auch, so Kessel: "Hellseher sind wir auch nicht. Wir können nur eine Gefährdungseinschätzung geben."

Das Ganze wird Kessels Schätzung nach zwei bis drei Wochen dauern. Erst dann ist klar, wie es weitergeht. Die Straße ist so lange gesperrt. 

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