Interessiert lauscht das Kollegium der Realschule Althengstett den Ergebnissen der Schuluntersuchung. Fotos: Mutschler Foto: Schwarzwälder Bote

Bildung: Heidelberger Masterstudentin präsentiert Ergebnisse der Untersuchung an der Althengstetter Realschule

Rund zehn Monate dauerte die wissenschaftliche Untersuchung, die die Studentin Anja-Maria Schäfer an der Realschule Althengstett umsetzte.

 

Althengstett/Bad Wildbad. Die Ergebnisse zum Konzept des "Eigenverantwortlichen Arbeitens" (EVA) stellte Schäfer dem Kollegium der Schule jetzt in der Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen Bad Wildbad vor. Rektorin Christa Wurster-Zischler erklärte noch einmal die Idee hinter EVA: "Wir versuchen, die Schüler zu begleiten, dass sie Verantwortung für sich übernehmen und dadurch ein verbessertes Arbeitsverhalten bekommen."

Das Konzept gibt es bereits an der Schule, "dass wir jetzt eine wissenschaftliche Begleitung bekommen haben, war ein Gewinn für uns", so die Rektorin weiter. Auch deshalb reiste das komplette Kollegium, bestehend aus 48 Lehrern, für zwei Tage an die Akademie nach Bad Wildbad, um sich intensiv mit den Ergebnissen der Studie auseinanderzusetzen.

Nach der Präsentation durch Schäfer und die Diskussion über das Gehörte stand Gruppenarbeit auf dem Programm, in der erarbeitet werden sollte, ob das Konzept nachgeschärft werden müsse.

Gemeinsam werden Vorschläge gesammelt

Die in den einzelnen Gruppen erarbeiteten Vorschläge sollten dann dem gesamten Kollegium präsentiert werden. Nach diesem Wochenende haben die Lehrer dann drei Wochen Zeit, über das Gehörte noch einmal nachzudenken, um dann über eventuelle Änderungen für das kommende Schuljahr bei EVA abzustimmen.

Für die Untersuchung wurden Schüler und Lehrer getrennt befragt. Obwohl die Teilnahme freiwillig war, nahmen 547 der 599 Schüler teil, was eine Quote von rund 91 Prozent entspricht. Diese wurden dann unter anderem gefragt, was EVA überhaupt für sie bedeutet, ob sie mit dem selbstständigen Lernen überfordert sind oder ob sie wissen, was sie in diesen Stunden tun müssen.

Außerdem ging es um die Lernorte und die Schüler wurden gefragt, ob sie auch gerne außerhalb des Klassenzimmers, etwa auf den Fluren, lernen möchten. Gerade bei dieser Frage seien auch Vorschläge gekommen. Viele hätten sich gewünscht, dass sie auf dem Flur lernen dürfen, sagte Schäfer, die vor allem von der Begründung einer Schülerin beeindruckt war: Sie schrieb, dass es schließlich auch etwas mit Vertrauen zu tun habe, wenn der Lehrer die Schüler aus dem Klassenzimmer raus lasse und man dieses Vertrauen durch gute Leistung wieder zurückgeben könne. Eine Begründung, von der sich auch die Rektorin und Realschul-Konrektor Stefan Eiding beeindruckt zeigten.

Schüler wünschen sich mehr EVA-Stunden

So zieht die Studentin mit dem Schwerpunkt Schul- und Organisationsentwicklung ein positives Fazit in ihrer Masterarbeit: "Alle Schüler sehen es positiv. Denen macht EVA Spaß." Und sie wünschen sich mehr EVA-Stunden. Bislang haben die Fünft- und Sechstklässler zwei und die Schüler ab der siebten Klasse eine Stunde pro Woche, in denen sie ihr eigenes Arbeitstempo sowie die Aufgaben und Fächer, die sie bearbeiten, selbst wählen dürfen. Viele der Schüler seien für vermehrtes kooperatives Arbeiten, so Schäfer, wobei da bei Wurster-Zischler gleich die "Alarmglocken angehen. Die wollen sich abseilen."

Beim Abgleich zwischen dem, was Lehrer und Schüler gesagt haben, stellte Schäfer viele Übereinstimmungen fest. Das EVA-Konzept scheint stimmig und Albrecht Wacker, der als Professor an der Pädagogischen Hochschule (PH) in Heidelberg die Masterarbeit begleitet, bescheinigte, dass "EVA den Zielen des Bildungsplanes in hohem Maße gerecht" werde.

Ein positives Fazit zu der Kooperation mit der PH zieht auch die Althengstetter Schulleiterin: "Es ist immer gut, wenn jemand von außen draufschaut." So könne sie sich zukünftige Fremdevaluationen vorstellen: Externer Blick auf die Schule und Ergebnisse aus wissenschaftlicher Sicht, die auch direkt die Schule betreffen. "Der Zugewinn an Unterrichtsqualität wäre enorm", so die Rektorin weiter.